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Amazon: Kalifornien enthüllt Preisabsprachen am 20. April




22.04.26 22:30
Börse Global

Amazon: Kalifornien enthüllt Preisabsprachen am 20. April

Starke Kursgewinne, schwere Vorwürfe — bei Amazon prallen derzeit zwei Welten aufeinander. Während die Aktie von einem KI-Boom getragen wird, verschärft der Bundesstaat Kalifornien seine juristische Gangart gegen den E-Commerce-Riesen. Freigegebene Gerichtsdokumente deuten auf ein weitreichendes System zur Preisabsprache hin.


Die Macht der Buy Box

Im Zentrum der Vorwürfe steht die sogenannte "Buy Box" — der voreingestellte Kaufbutton, über den Amazon den Großteil seiner Umsätze abwickelt. Laut den nun veröffentlichten Akten nutzte der Konzern diese Position als massives Druckmittel. Amazon soll Marken wie Levi's und Hanes dazu gedrängt haben, ihre Preise bei Konkurrenten wie Walmart und Target anzuheben. Wer sich weigerte, riskierte den Verlust der Sichtbarkeit auf der Plattform. Das Resultat dieser Praxis seien höhere Kosten für Verbraucher und ein eingeschränkter Wettbewerb im Einzelhandel.


Die Kommunikation verlief dabei offenbar strategisch. Die Klageschrift wirft Amazon vor, Mitarbeiter angewiesen zu haben, heikle Preisdiskussionen ausschließlich telefonisch zu führen und schriftliche Aufzeichnungen strikt zu vermeiden. Der Konzern weist die Anschuldigungen scharf zurück. Ein Sprecher bezeichnete das Vorgehen der kalifornischen Behörden als reines Ablenkungsmanöver von einer schwachen Beweislage. Die Verträge mit den Verkäufern seien völlig legal und würden wettbewerbsfähige Preise sichern.

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Voller Terminkalender für Anleger

Juristisch droht ein langer Weg. Im Sommer steht eine Anhörung über eine mögliche einstweilige Verfügung an, bevor der eigentliche Prozess Anfang 2027 beginnt. Parallel dazu trennte sich CEO Andrew Jassy Mitte April von 31.000 Amazon-Aktien. Der Verkauf spülte rund 7,9 Millionen US-Dollar in die Kasse des Managers und erfolgte im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans.


An der Börse prallen die juristischen Störfeuer bislang ab. Die Amazon-Aktie notiert aktuell bei rund 216 Euro und damit nur knapp unter ihrem Jahreshoch. Allein in den vergangenen 30 Tagen legte das Papier um gut 19 Prozent zu.


Der Fokus der Wall Street richtet sich nun auf den 29. April. An diesem Tag präsentiert Amazon seine Zahlen für das erste Quartal. Die wichtigste Kennzahl wird das Umsatzwachstum der Cloud-Sparte AWS sein. Ein Plus von 20 Prozent oder mehr gegenüber dem Vorjahr würde die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz rechtfertigen und den aktuellen Kursauftrieb fundamental untermauern.


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US0231351067 906866 264,37 $ 178,85 $
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
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