Weitere Suchergebnisse zu "Chevron Corp":
 Indizes      Aktien    


Kolumnist: Ralf Flierl

Multiple Krisen




26.10.23 09:01
Ralf Flierl

… und ein Krisengewinner 


 kostenlos in der Online-Ausgabe lesen >>> hier klicken!


600 pixels wide image


Titelbild: © piai – stock.adobe.com


Die Not der Notenbanker 


Am morgigen Donnerstag will EZB-Chefin Christine Lagarde mit ihren Spitzenbankern konferieren. Erwartet wird eine Zinsentscheidung. Fraglich ist, welche das sein wird. Soll der Leitzins für die Eurozone hoch, runter oder bleibt alles, wie es ist – bei aktuell 4%? Die Entscheidung wird schwerfallen, denn die Notenbanker sind längst „Notbanker“, und das nicht nur in Europa. Die Wirtschaft läuft allenfalls leidlich und die Börsenkurse ziehen nicht mit. Am Horizont erahnen die Märkte schon neue Gefahren. Zudem verharrt die Inflation auf hohem Niveau und die Staatsschulden ufern weiter aus. Es ist eine multiple Krisenlage. 
In den USA kommen mittlerweile Zweifel auf bei institutionellen Anlegern, ob die Staatsschuldenlast selbst für eine Supermacht – die sich zudem gerade an zwei Kriegsfronten finanziell engagiert – noch tragbar ist. Am Markt bemerkbar machen sich die Zweifel durch ein ungewöhnliches Kursverhalten der US-T-Bonds in den letzten Tagen. Vereinfacht gesprochen: Einflussreiche Finanziers hegen den Verdacht, dass Finanzministerin Janet Yellen Schwierigkeiten hat, US-Schuldverschreibungen zu den von ihr gewünschten Konditionen im Markt zu platzieren. 
In der EU gilt das verschuldete Italien als Wackelkandidat, sollten die Zinsen von der EZB weiter hochgehalten werden. Anders als vor Jahren Griechenland wäre ein Ausfall Italiens nicht durch die Steuergelder anderer EU-Mitglieder zu „retten“. Zu groß ist das Land, zu schwer die Schuldenlast. Würde Christine Lagarde jedoch die Zinsen senken, stiege die Inflation in der Eurozone wieder an. Eng damit zusammen hängt das Problem des Ölpreises. Mit ihrer Geldpolitik kann die EZB die Energiepreise kaum beeinflussen, der Ölpreis bildet sich hart am Markt durch reale Nachfrage. 


600 pixels wide image


Öl boomt 


Bereits vor fünf Wochen gab Smart Investor Weekly seinen Lesern mehrere wohlbegründete Öl-Aktientipps. Die gute Nachricht von heute ist: Der Boom dürfte weitergehen. Öl-Gigant Chevron (WKN: 852552) kauft den Konkurrenten Hess für 53 Mrd. USD. Chevron setzt auf die Fortsetzung des fossilen Zeitalters. 


Auch Manager von ExxonMobil (WKN: 852549) ahnen, dass es zu früh ist, den Abgesang des Ölzeitalters einzuleiten. So will man sich nun den Fracking-Spezialisten Pioneer Natural Resources einverleiben, Kostenpunkt geschätzte 60 Mrd. USD. Durch den Deal erhielte ExxonMobil Zugriff auf das Permian Becken, das wichtigste Ölfeld in Texas. Darum geht es letztlich: sich Ölvorkommen zu sichern. Die Schieferölproduktion in den USA stagniert, die Vorkommen scheinen zunehmend erschöpft zu sein. Auch wird vermutet, die Ölförderung Russlands gehe zurück, hier fehle aufgrund von Sanktionen westliche Fördertechnik.  All das kann den Preis fürs Öl weiter antreiben. Zudem steht auf der Nordhalbkugel das Winterhalbjahr bevor. Das sorgt für zusätzliche Nachfrage. Auf jeden Fall wird der spekulativ eingestellte Anleger die politische Lage im Blick behalten. Sollte Iran in den Gaza-Konflikt eingreifen, dürfte das den Ölpreis hochschnellen lassen. 


600 pixels wide image


Gottes Werk und Habecks Beitrag


Gebrochene Karrieren und Quereinsteiger werden uns gerne als charmante Alternative zur Normalbiografie verkauft. Doch wenn man dann mit solchen Leuten an Schlüsselstellen vorliebnehmen muss, merkt man schnell, dass eine solide Ausbildung kaum zu ersetzen ist. Über die verfügt der aktuelle Wirtschaftsminister Dr. Robert Habeck zwar, allerdings im Bereich Philosophie. Dass eine Ausbildung in Wirtschaftsfragen besser gewesen wäre, zeigt sich auch bei seinen neuesten Plänen zur „Industriestrategie“. Im Prinzip geht es darum, den unerwünschten Wirkungen eines politisch drastisch verteuerten Strompreises durch Subventionen für bestimmte Branchen entgegenzuwirken. Das ist nicht nur eine „linke Tasche, rechte Tasche“-Operation, sondern führt zu einer weiteren Vertiefung der staatlichen Wirtschaftssteuerung. Denn dann ist es nicht die Kalkulation, sondern das Gutdünken von Politfunktionären, das darüber entscheidet, welche Produktion sich in Deutschland noch lohnt. Das Heilen ungewollter Nebenwirkungen von Markteingriffen durch neue Markteingriffe entspricht in geradezu klassischerweise der Definition der Interventionsspirale. Da das Ganze natürlich auch noch teuer werden wird, soll die Schuldenbremse gelockert werden, was dann wiederum Staatsverschuldung und weiteren Geldwertverfall fördert. Der Interventionismus ist eine Strategie der schiefen Ebene, an deren Ende der Sozialismus steht. Möglicherweise ist aber genau das gewollt.


Smart Investor 11/2023


Nach arbeitsreichen Wochen erscheint am kommenden Wochenende der neue Smart Investor 11/2023. Titelstory ist diesmal der große Kapitalschutzreport, in dessen Rahmen wir uns mit aktuellen und relevanten Gefährdungslagen für Kapitalanleger beschäftigen. „Die Einschläge kommen näher“ ist dabei mehr als nur ein subjektives Gefühl. Das Thema gipfelt in der Frage, ob man standhalten oder doch besser auswandern sollte. Weitere Themen sind „Dr. Copper“, also der Rohstoff Kupfer und dessen weitere Marktaussichten sowie ein ausführlicher Bericht über den Kampf um die öffentliche Meinung, der auf der 11. Jahreskonferenz des Ludwig von Mises Institut Deutschland diskutiert wurde. Als besonderes Zuckerl haben wir Ihnen bereits das Editorial von Smart Investor Chefredakteur Ralf Flierl freigeschaltet, in dem auch eine interessente Aktie angesprochen wird, die in unserem heutigen Musterdepot-Update eine Rolle spielen wird.


 


600 pixels wide image


Zu den Märkten


Nach dem in der Vorwoche beschriebenen Scheitern des DAX am Widerstandsbereich von 15.500 Punkten, ging es in der Berichtswoche zunächst weiter zügig nach unten. Am Montag beschleunigte sich die Abwärtsbewegung derart, dass erste Schnäppchenjäger auf den Plan traten. Obwohl der Markt zwischenzeitlich bis auf 14.630 Punkte abgerutscht war, schloss er mit 14.800 Punkten sogar minimal über dem Vortagesschluss. Ein solches Reversal ist normalerweise ein positives technisches Signal, zumindest auf kurze Sicht. Die höchsten Umsätze der letzten Handelstage wurden allerdings bereits am Vortag erreicht, so dass es sich bei dem Reversal nicht um einen idealtypischen Ausschüttler handelte. 


Dennoch konnte sich der DAX in den beiden Folgetagen wieder leicht erholen. Ein echtes Zurückschnalzen, wie es bei sogenannten Short-Covering-Rallys häufig zu beobachten ist, war dies bislang allerdings nicht. Mindesterwartung wäre die Schließung des in der Vorwoche erzeugten Abwärts-Gaps (vgl. Abb., Rechteck). Nachdem ein solches Ziel abgehakt ist, kann es aber durchaus sein, dass der Markt noch einmal die zwischenzeitlich erreichten Tiefs testet. Sollte das Gap nicht geschlossen werden können, würde es sich direkt als Break-Away-Gap qualifizieren, was weiter sinkende Kurse erwarten ließe.


Club der klaren Worte


Bereits am 4.11. findet in München der „Congress der klaren Worte 2023“ statt (vgl. Anzeige oben). Veranstalter Markus Langemann ist es gelungen, außergewöhnliche Redner zu den drängenden gesellschaftlichen Fragen dieser Tage zu gewinnen. Zur Frage „Kränkelt Justitia?“ diskutieren beispielsweise Dr. Hans-Georg Maaßen, Dr. jur. habil. Ulrich Vosgerau und Prof. Dr. Michael Buback. Unter der Überschrift „Wo steht die 4. Gewalt – wenn man sie braucht?“ steigen Prof. Dr. Andreas Sönnichsen, Prof. Dr. Michael Meyen und weitere Diskutanten in den Ring. Weitere Panels beschäftigen sich mit „Werte, Normen, Gesellschaftsformen“ und der Frage „Sind wir Zeugen einer De-Demokratisierung?“. Klare Worte zu relevanten Themen der Zeit sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Nähere Infos unter: https://congress.clubderklarenworte.de


Forum One – die neue Edelmetallmesse in München


Unter dem Motto „Wo Expertise auf Exklusivität trifft“ findet in München am 9. und 10.11. das Forum One für Edelmetalle, (Energie-)Rohstoffe & Sondersituationen statt. Forum One ist die Nachfolgeveranstaltung der Internationalen Edelmetall- & Rohstoffmesse, die von 2005 bis 2022 in München stattgefunden hat. Das neue Format spricht vor allem Investoren an, die in stilvollem Ambiente den direkten Kontakt zu Ausstellern und Referenten suchen. Nutzen Sie die Gelegenheit sich inmitten spannender und turbulenter Zeiten von den führenden Rohstoff- und Edelmetallexperten auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Mit dabei sind u.a. die Bestseller-Autoren Dr. Markus Krall und Dimitri Speck, MAM-Chef Egon von Greyerz, die Fondsmanager Martin Siegel und Dr. Uwe Bergold u.v.m. Nähere Informationen zu dieser exklusiven Veranstaltung finden Sie auf der Website von Forum One.


Fazit


Die Märkte sind aktuell weiter rückläufig. Die multiple Krisenlage stellt Anleger auch im Hinblick auf die bevorstehende EZB-Sitzung vor immer neue Herausforderungen.


 


Ralf Flierl, Frank Sauerland, Ralph Malisch


 








 
 
hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
185,21 $ 187,60 $ -2,39 $ -1,27% 24.04./22:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
US1667641005 852552 214,71 $ 133,77 $
Werte im Artikel
-    plus
0,00%
148,91 minus
-1,08%
185,21 minus
-1,27%
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
157,50 € -1,88%  24.04.26
München 160,04 € 0,00%  24.04.26
Hannover 157,64 € -0,56%  24.04.26
Hamburg 157,46 € -0,66%  24.04.26
Xetra 157,56 € -0,72%  24.04.26
NYSE 185,21 $ -1,27%  24.04.26
Nasdaq 185,10 $ -1,33%  24.04.26
Stuttgart 157,66 € -1,67%  24.04.26
Düsseldorf 156,74 € -1,89%  24.04.26
AMEX 183,85 $ -1,92%  24.04.26
Frankfurt 156,88 € -2,32%  24.04.26
  = Realtime
Aktien des Tages

Meistgelesene Artikel
Aktuelle Diskussionen
Antw. Thema Zeit
29 Chevron ( WKN: 852552 ) 13.04.26
88 chevron riesen aktienrückkaufpro. 27.10.23
  Löschung 14.06.22
5 chevron - das umweltschwein 07.08.21
RSS Feeds




Bitte warten...