Dass auch der Oktober eher kein „goldener“ werden würde, zeigt sich direkt am Goldpreis. Das gelbe Metall machte nicht nur einen ungewöhnlich kräftigen Satz nach unten, es fiel damit auch auf Kurse zurück, die zuletzt im März 2023 registriert wurden. Ähnlich sieht es beim „kleinen Bruder“ Silber aus, das ebenfalls Ende September einen Schwächeanfall erlitten hatte, der bis in den Oktober hineinreichte – ein klassischer Fehlstart. Neben der verschlechterten charttechnischen Situation, insbesondere aufgrund des Durchschlagens wichtiger Unterstützungsmarken, macht die Zinsentwicklung Sorgen. Die Fed-Offiziellen hatten zuletzt klargemacht, dass mit schnellen Zinssenkungen nicht zu rechnen sei, obwohl der US-Realzins mit +0,9% p.a. bereits wieder in den Positivbereich gewechselt hatte. In Deutschland dagegen ist der Realzins mit -1,7% p.a. zwar weiter stark negativ, wenn auch ansteigend, aber der deutsche Realzins spielt für die Goldpreisfindung keine nennenswerte Rolle. Entscheidend ist das Zins-/Inflationsgefüge im US-Dollar-Raum und das sieht für Gold weiter nicht positiv aus. Die (Real)Zinsdifferenz führt zudem zu einer stetigen Abschwächung des Euros, der gegenüber dem US-Dollar von einem Spitzenwert bei 1,12 USD/EUR im Juli auf zuletzt rund 1,05 USD/EUR zurückgefallen war. Diese Dollarstärke ist aufgrund des historisch immer wieder zu beobachtenden Antagonismus zwischen US-Dollar und Gold ebenfalls ein Belastungsfaktor für Edelmetalle, der aber für Euro-Anleger aufgrund der Währungsverschiebung nur abgeschwächt spürbar wird. An den langfristig sehr positiven Aussichten für Edelmetalle ändert sich nichts. Gegenüber den immer weiter entwerteten Fiatgeldern sind Gold und Silber perspektivisch die klar bessere Alternative.
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