Alphabet Aktie: Chip-Pakt gegen Nvidia




07.04.26 20:30
Börse Global

Alphabet Aktie: Chip-Pakt gegen Nvidia

Alphabet sichert sich langfristig die essenzielle Hardware für seine KI-Ambitionen. Ein neuer Vertrag mit Broadcom garantiert bis 2031 die Lieferung maßgeschneiderter Chips und drängt den Platzhirsch Nvidia ein Stück weiter in den Hintergrund. Gleichzeitig trüben frische Kartellermittlungen aus der Türkei und ein nahendes EU-Urteil die Stimmung der Anleger.


Unabhängigkeit durch eigene Chips

Aus einer gestrigen Pflichtmitteilung geht hervor, dass Broadcom der primäre Designpartner für Googles Tensor Processing Units (TPUs) bleibt. Die bis 2031 laufende Vereinbarung umfasst neben den Spezialchips auch die notwendige Netzwerkinfrastruktur für kommende KI-Rechenzentren. Alphabet zielt damit klar darauf ab, die Abhängigkeit von Nvidias teuren Grafikprozessoren zu verringern und die hauseigene Architektur als ernsthafte Alternative zu etablieren.


Auch das KI-Startup Anthropic profitiert direkt von diesem Ausbau. Ab 2027 erhält das Unternehmen über Broadcom Zugriff auf 3,5 Gigawatt TPU-Rechenleistung. Diese Kapazität ist allerdings an den weiteren kommerziellen Erfolg von Anthropic geknüpft.

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Gegenwind im Werbegeschäft

Während die Hardware-Strategie steht, wächst der juristische Druck auf das Kerngeschäft. Die türkische Wettbewerbsbehörde hat Ende letzter Woche eine offizielle Untersuchung gegen Google eingeleitet. Im Zentrum stehen mögliche diskriminierende Abrechnungspraktiken gegenüber Werbetreibenden und Agenturen.


Obwohl dieser Fall lokal begrenzt ist, reiht er sich in eine größere Bedrohungskulisse ein. In den USA droht durch eine Klage des Justizministeriums die erzwungene Abspaltung der Werbebörse AdX. In Europa steht zudem bereits am 15. April ein wichtiges Urteil zu Kartellschadensersatzforderungen im Kalender.


Hohe Kosten belasten den Kurs

Diese juristischen Baustellen hinterlassen deutliche Spuren im Chart. Die Aktie hat seit ihrem Allzeithoch im Februar mehr als 20 Prozent an Wert verloren. Anleger sorgen sich vor allem um die massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur und makroökonomische Unsicherheiten.


Demgegenüber stehen fundamentale Lichtblicke. Das Suchmaschinen-Geschäft wuchs zuletzt um 17 Prozent, während die Cloud-Sparte sogar ein Umsatzplus von 48 Prozent verzeichnete. Die anstehenden Quartalszahlen im April werden nun konkrete Daten liefern, wie gut das Unternehmen die Balance zwischen den enormen KI-Ausgaben und dem operativen Ertrag aktuell meistert.


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