Ebenfalls ein Hype, der rational schwer erklärbar ist, besteht im aktuellen Kursaufschwung des Bitcoins. Wir bleiben hier bei unserer Auffassung, dass der Ur-Krypto – wie auch seine Abkömmlinge und Verwandten – fundamental nicht ernsthaft zu bewerten ist. Egal, ob 500 USD, 5.000 USD oder 50.000 USD, jeder Kurs ist der richtige – oder eben der falsche. Wesentliche Bestimmungsgründe bleiben die technische und psychologische Verfassung dieses Marktes. Das führt einerseits zu ausgeprägten Trends, aber auch immer wieder zu gesteigerter Nervosität. Im Moment sehen wir als Hauptbestimmungsfaktoren die schlechte Verfassung der Papiergeldsysteme und das Damoklesschwert negativer Regulierungsbemühungen bzw. staatlicher Konkurrenzprodukte, sogenannter CBDCs (Central Bank Digital Currencies). Dabei hängen die Themen eng zusammen. Je mehr sich die Marktteilnehmer um die Werthaltigkeit und sogar den Bestand von US-Dollar, Euro & Co. sorgen, desto eher werden sie alternative Wertspeicher wie Gold oder den Bitcoin nutzen. Der gestiegene bzw. hohe Zins spricht zwar gegen diese zinslosen Alternativen, wenn der Markt jedoch erst einmal den Eindruck gewonnen hat, dass die Notenbanken planlos agieren oder das Heft des Handelns verlieren, wird dieser Zins zur Nebensache. Was die Bitcoin-Anhänger ebenfalls erfreut, sind große Finanzinstitutionen, die ins Boot kommen wollen. So machte BlackRocks Antrag auf einen Bitcoin-Spot-ETF durchaus Eindruck. Auf der anderen Seite stehen die regulatorischen Querschüsse, mit denen die Anlage im Bitcoin offensichtlich unattraktiv gemacht bzw. ganz verunmöglicht werden soll. Das wiederum ist nur konsequent, steht dieses „Privatgeld“ doch in offener Konkurrenz zu den staatlich betriebenen Fiatgeld-Systemen. Ob es technisch gelingen kann, den Bitcoin einzufangen, steht aber auf einem ganz anderen Blatt. Zuletzt überwog jedenfalls der Optimismus, was den Bitcoin in rund einer Woche um ca. 5.000 USD nach oben katapultierte. Aktuell befindet er sich in einem gut etablierten Schiebebereich knapp über 30.000 USD. Im Windschatten des Bitcoin-Aufschwungs profitierten auch die entsprechenden Aktien des Bitcoin-Universums. Exemplarisch seien hier Coinbase Global (WKN: A2QP7J) und RIOT Blockchain (WKN: A2H51D) genannt. Im Gegensatz zum Bitcoin selbst, legt man hier zumindest an etablierten Börsen an, und kann sich zumindest aus dieser Sicht einige potenzielle Gefahren vom Leib halten. Hochspekulativ ist die Treibjagd auf die „Krypto-Sauen“ aber allemal.
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