Auch von einer anderen Baustelle gibt es wenig Erfreuliches zu berichten. Die Odyssee der Russland-ADRs scheint für die meisten Anleger kein gutes Ende zu nehmen. Nach aktuellem Stand läuft die Umtauschfrist am 30.6.23, also diesen Freitag, aus, worauf heute auch das Portal BörseOnline noch einmal hinweist. Die Versuche, die ADRs in Originalaktien zu tauschen und zu veräußern wurde durch immer neue Sanktionen fast bis zur Unmöglichkeit erschwert. Zwar haben einzelne Anleger mit unterschiedlichen Verfahren wohl in kurzen Zeitfenstern Erfolg gehabt, das Gros der Anleger dürfte aber noch immer auf seinen ADRs sitzen. Wir sind hier mit unseren Gazprom ADRs (WKN: 903276) im Aktienmusterdepot betroffen und handeln nach der Maßgabe, dass wir uns nicht besserstellen wollen, als jene Anleger, die den schlechtesten Weg gewählt haben bzw. zu diesem genötigt wurden. Nach dem Auslaufen der Umtauschfrist werden die Aktien, die unter den ADRs liegen, wohl demnächst verkauft. Dies kann derzeit nur an der Moskauer Börse erfolgen. Bei diesem temporären Überangebot werden keine attraktiven Kurse zu erzielen sein. Mehr noch, die Erlöse werden dann erst einmal auf Treuhandkonten geparkt. Wir gehen davon aus, dass bis zur Auszahlung an die ADR-Inhaber noch einige Stellen die Hand aufhalten werden, weshalb bei den Anlegern nur ein geringer Betrag ankommen dürfte. Die Befürchtungen von BörseOnline, dass sich das gleiche Spiel auch bei China-ADRs wiederholen könnte, ist zwar angesichts der Spannungen um Taiwan nicht ganz von der Hand zu weisen, akut ist dieses Szenario im Moment aber noch nicht.
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