Wie Steuern Wohlstand vernichten
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Um Deutschland herum erlebt die Luftfahrt dagegen einen Boom. In den EU-Ländern Schweden, Italien, Ungarn sowie Polen erhöht Ryanair kräftig die Kapazitäten, die Staaten haben Zugangskosten gesenkt, während der deutsche Staat und deutsche Flughäfen Steuern und Gebühren immer weiter in die Höhe schrauben. Zuletzt stieg die deutsche Ticketsteuer um bis zu 20%, der Flughafen Hamburg erhöht ab dem kommenden April Entgelte um rund 9%. Der Flughafenverband ADV veröffentlichte gestern eine Untersuchung, in welcher 49 Flughäfen aus 20 europäischen Ländern verglichen werden. Demnach liegen die staatlichen Kosten (Steuern, Gebühren) in Deutschland um 173% höher als im europäischen Mittel.
Dem Aktionär braucht deswegen um die Luftfahrtindustrie nicht bange zu sein. Deutschland ist nicht der Nabel der Welt. Airbus (WKN: 938914) und Boeing (WKN: 850471), größte Hersteller von Passagierflugzeugen, können den internationalen Bedarf an neuen Maschinen kaum decken. Da Boeing Qualitätsprobleme hat, steht insbesondere Airbus im Zentrum des Anlegerinteresses. In den letzten Tagen gewann der Kurs kräftig dazu. Ende November legt das Unternehmen neue Geschäftszahlen vor.
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Beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) schauen Anleger vor allem auf Konzerne wie Nvidia, Meta, Google und Microsoft. Millionen stecken die Großen in die Entwicklung ausgefeilter KI-Algorithmen. Sie bauen KI-Rechenzentren und konkurrieren gegeneinander. Ob sich die enormen Anstrengungen jemals für die Konzerne und ihre Aktionäre lohnen werden, steht in den Sternen.
Andere börsennotierte Unternehmen dagegen profitieren bereits heute vom KI-Hype. Dafür benötigen sie keine neue KI-Algorithmen, keine neuen Rechenzentren, sie brauchen nur ihr bestehendes Geschäft skalieren, sprich, die neuen Aufträge in die bereits prall gefüllten Auftragsbücher zu nehmen. Schneider Electric (WKN: 860180) ist „die Siemens Frankreichs“: ein großer Elektrotechnikkonzern, an der Euronext in Paris gelistet, 186.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen wird an Ausstattung/Service für neue Rechenzentren verdienen. Der Börsenkurs signalisiert Vorfreude. Powell Industries (WKN: 865628) sind in New York notiert, 2,74 Mrd. USD schwer. Das US-Unternehmen bietet Lösungen zum Lastmanagement von elektrischem Strom an und erwirtschaftet gute 10% seines Umsatzes durch die Mitbetreuung von Rechenzentren.
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Die Zeit der Quartalsberichte hat begonnen. Amerikanische Großbanken eröffneten traditionell den Reigen und die Anleger zeigten sich erfreut – über die präsentierten Zahlen, vor allem aber über die gewährten Ausblicke. Oft erzielen Anleger ihre besten Ergebnisse, wenn sie Überlegungen zu Krisen, Kriegen und Zusammenbrüchen hintenanstellen und lediglich auf das reagieren, was sie an der Kurstafel sehen. In steigenden Kursen dokumentiert sich, wohin die professionellen Geldmanager großer Kapitalsammelstellen ihre Mittel lenken, und es sind diese Geldströme, welche die Trends an den Märkten machen. Zwischen diesen Walen der Kapitalmärkte ist Otto Normalanleger nur ein Putzerfisch. Die Notierungen der Bank of America (WKN: 858388) zogen an. Auch Goldman Sachs (WKN: 920332) und JP Morgan Chase (WKN: 850628) gewannen dazu. Bei der letztgenannten Bank spekulieren risikobereite Anleger möglicherweise auch darauf, dass Chase-Chairman James „Jamie“ Dimon in ein Regierungsamt berufen wird, sollte Donald Trump die US-Wahl in drei Wochen gewinnen. Entsprechende Gerüchte machen in New York die Runde. Paart sich Geld mit Macht, entsteht oft mehr Geld ...
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Zuletzt bemerkten wir an dieser Stelle beim DAX den positiven Grundtenor sowie den erfolgreichen Test der Unterstützungszone im Bereich von 18.900 bis 19.000 Punkten. Diese Vorgaben konnte der deutsche Leitindex in der Berichtswoche aufnehmen und per Saldo in ordentliche Kursgewinne ummünzen – Allzeithochs inklusive. Allerdings zogen gestern etwas dunklere Wolken auf. Obwohl die Berichtssaison bislang recht erfreulich verlief (s.o.) knirschte es am Dienstag im Technologiesektor. Auslöser waren die enttäuschenden Auftragseingänge und der lauwarme Ausblick des Chipausrüsters ASML (WKN: A1J4U4), eine Art Schaufelverkäufer der Chipindustrie. Nicht nur der „Übeltäter“ selbst, sondern die ganze Branche wurde daraufhin abgestraft. Bloomberg errechnete, dass sich die globalen Kursverluste der Chip-Aktien am Dienstag auf rund 420 Mrd. USD summierten. Vor dem Hintergrund, dass der Tech-Sektor der Treiber der globalen Indizes war, reagierten die Märkte aber insgesamt vergleichsweise gelassen.
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Politik kann einen Wirtschaftsstandort groß und profitabel machen, vor allem, wenn sie sich aus der Wirtschaft raushält. Ideologisches Mikromanagement zwingt aber selbst etablierte Volkswirtschaften in die Knie. Immerhin, diesmal dürfen wir das Spektakel aus der ersten Reihe „bewundern“.
Ralf Flierl, Frank Sauerland, Ralph Malisch
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