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Kolumnist: Ralf Flierl

Angst als Ratgeber?




22.06.23 15:08
Ralf Flierl

Wie ein spezieller Index cleveren Börsianern hilft, Gewinne zu erzielen 


 


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Titelbild: © immimagery – stock.adobe.com


 


Schwankungsbreite schrumpft 


 


Der VIX-Index misst die Schwankungsbreite von 500 großen US-Aktien und lässt sich als Angst-Index begreifen. Je höher sein Ausschlag, desto größer ist die Angst der Anleger. Sind sie in Panik, verkaufen sie hastig. Das lässt die Aktienkurse unruhig werden, sie schwanken heftiger und der VIX schlägt aus. In der Vergangenheit war es zumeist so, dass ein steigender VIX und fallende Kurse des S&P 500 Hand in Hand gingen. Aber auch umgekehrt wird ein Schuh daraus: Fiel der VIX, stieg zugleich der S&P 500. Anders ausgedrückt: Abwärtsbewegungen sind volatiler als Aufwärtsbewegungen und der VIX ist ein zusätzlicher Hinweis auf die jeweilige Marktphase.


 


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Seit Oktober letzten Jahres fällt der VIX. Im Chartbild ist das gut zu sehen. Offensichtlich nimmt die Angst der Anleger ab. Sie fassen Vertrauen, sie wollen sich stärker im Aktienmarkt engagieren. Um bei der Performance nicht ins Hintertreffen zu geraten, dürften auch die Reserven der Institutionellen weiter ihren Weg in den Markt finden – was die Kurse über den traditionell ereignisarmen Sommer stützen könnte. Zöge der VIX allerdings wieder an, wäre Vorsicht geboten.


 


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Sartorius-Debakel 


 


Auch ein freundliches Marktumfeld garantiert keine Aktienkursgewinne. Schon gar nicht bei Unternehmen, die den Markt mit Umsatz- und Gewinnwarnungen schockieren. Wie es jüngst der Laborausrüster Sartorius tat. Der Kurs der Vorzugsaktien dieses DAX-Mitglieds (WKN: 716563) brach daraufhin zweistellig ein. 

Chartflüsterer konnten das Debakel womöglich ahnen. Denn der Kurs des Unternehmens hat seit Februar den Rückwärtsgang eingelegt. Mehrmals gab es in der Folge heftige Einbrüche, die nicht wirklich wieder aufgeholt werden konnten. Beobachter durften das als verschleierten Abverkauf interpretieren: Ständig schienen neue Sartorius-Papiere auf den Markt zu drängen – aus guten Gründen, wie sich jetzt herausstellt. 

Der gesamte Sektor läuft womöglich in ein Problem. Im neuen Smart Investor 7/2023, der zum Wochenende erscheint, analysieren wir beispielsweise den Berliner Medizintechnikhersteller Eckert & Ziegler (WKN: 565970). Andere europäische Kandidaten des Sektors, die man scharf anschauen sollte, sind Siemens Healthineers (WKN: SHL100) und Qiagen (WKN: A2DKCH). 


 


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Auch in einem anderen deutschen Vorzeigesektor kriselt es. Chemieriese Lanxess (WKN: 547040) hat wegen schwacher Nachfrage seine Jahresprognose gesenkt. Der Aktienkurs brach unmittelbar um 17% ein. Die Sektor-Kollegen Evonik (WKN: EVNK01), Wacker Chemie (WKN: WCH888) und BASF (WKN: BASF11) zog es mit nach unten. Im Smart Investor Magazin wurden die Leser bereits im September letzten Jahres gewarnt: „Für viele Produkte benötigt BASF in Ludwigshafen, dem größten Chemiestandort der Welt, Erdgas in genügender Menge und zu wettbewerbsfähigen Preisen. Jedoch verteuern und verknappen politische Entscheidungen Gas und Strom (…) Wenn ein Traditionskonzern, der dem Land über ein Jahrhundert Wohlstand gebracht hat, einen solchen Abstieg erfährt, dann darf man als Bürger eine Träne verdrücken und die vergangene Größe beschwören. Ein Anleger kann sich solche Sentimentalität nicht leisten. Er benötigt Brutalität.” Die Rubrik, in welcher die Analyse im Smart Investor Magazin erschien, heißt übrigens „Goodbye”. 


 


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Wette auf Wiederauferstehung 


 


Intel (WKN: 855681) war mal einer der führenden Halbleiterhersteller der Welt. Dann schlenderte das Management den Hightech-Konzern hinab in die Mittelmäßigkeit. Pat Gelsinger arbeitet nun heftig an einer Wende zum Besseren. Seit 2021 ist er Intel-CEO und verordnete dem Konzern kräftige Investitionen, um die Technologieführerschaft im Chip-Sektor zurückzuerobern. Ob das gelingen wird, ist offen. 

Zunächst beschleunigte sich Intels (Kurs-)Abstieg noch. Wahrscheinlich weil Anleger wegen der hohen Kosten der Investitionen Gelsingers erschraken. Nun jedoch, ausweislich des Charts, könnte die Wende da sein. Seit Oktober scheint sich der Intel-Kurs zu stabilisieren. Und in Deutschland greift Gelsinger eine rekordverdächtige Subvention von 10 Mrd. EUR (!) ab: für eine zu bauende Chipfabrik in Magdeburg. 

Stolz ließ sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff schon mal mit Gelsinger ablichten. Immerhin 3.000 Arbeitsplätze sollen durch Intels Engagement – und das der deutschen Steuerzahler – in Sachsen-Anhalt entstehen. Jeder Arbeitsplatz, so haben Haushaltsexperten ausgerechnet, kostet letztere angeblich 3,3 Mio. EUR. Es ist eine Wette auf die Zukunft. Unzweifelhaft bestehen Chancen auf große Gewinne für alle Beteiligten. Es kann aber auch mit einem bösen Verlust enden. Mit anderen Worten: Es ist ähnlich wie an der Börse. 


 


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Zu den Märkten


 


Bislang hat sich unsere Skepsis angesichts des letzten Allzeithochs beim DAX bestätigt. Auch diesmal gelang es dem Markt nicht, sich freizuschwimmen. Unmittelbar nach dem Allzeithoch fiel er sogar erneut unter das Ausbruchsniveau bei ca. 16.350 Punkten zurück. Damit bildete sich im Chart eine Doppelspitze heraus, die prinzipiell negativ zu interpretieren ist. Ein vollendetes Doppel-Top ist das allerdings noch nicht. Das läge erst vor, wenn das Zwischentief zwischen den beiden Hochpunkten bei ca. 15.600 Punkten nach unten durchbrochen würde. Noch oberhalb dieses Niveaus verläuft aktuell bei ca. 15.900 Punkten die Aufwärtstrendlinie, die bis in den Oktober 2022 zurückreicht. So oder so, der Markt kommt nun in einen Entscheidungsbereich zwischen dieser Linie und dem ehemaligen Ausbruchsniveau bei ca. 16.350 Punkten, das nun als Widerstandsbereich wirkt. Oberflächlich betrachtet zählt die Umsatzentwicklung bislang eher zu den positiven Faktoren. Allerdings bedarf der Tag, an dem das neue Allzeithoch unter extrem hohen Umsätzen erzielt wurde, einer genaueren Untersuchung. Denn am Freitag, den 16. Juni, war ein sogenannter „Hexensabbat“. Bei diesem großen Verfallstermin laufen Terminkontrakte und Optionen auf Indizes und Einzelaktien aus. Entsprechend umkämpft sind die Abrechnungskurse, was zu den hohen Umsätzen führte. Auch konnten die absoluten Hochs schon während der Sitzung nicht gehalten werden, was ebenfalls gegen echte Schubkraft spricht.


Fazit


 


Die Volatilität ist ein wichtiger Hinweis für die Verfassung des Marktes. Der Sommer ist zwar tendenziell ruhiger, allerdings macht ein dünnerer Handel die Börsen auch anfälliger für Störungen.

Ralf Flierl, Frank Sauerland, Ralph Malisch


 








 
 
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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
54,32 € 54,24 € 0,08 € +0,15% 24.04./22:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000BASF111 BASF11 55,05 € 40,75 €
Werte im Artikel
82,53 plus
+23,60%
217,10 plus
+1,02%
54,32 plus
+0,15%
32,58 plus
+0,12%
-    plus
0,00%
17,50 minus
-0,11%
18,06 minus
-1,10%
35,43 minus
-1,50%
95,50 minus
-2,20%
14,53 minus
-2,29%
Handelsplatz Letzter Veränderung  Zeit
 
Tradegate (RT)
54,43 € +0,70%  24.04.26
Nasdaq OTC Other 63,50 $ +2,42%  23.04.26
München 54,52 € +1,15%  24.04.26
Stuttgart 54,32 € +0,78%  24.04.26
Hannover 54,18 € +0,56%  24.04.26
Düsseldorf 54,15 € +0,37%  24.04.26
Hamburg 54,28 € +0,17%  24.04.26
Xetra 54,32 € +0,15%  24.04.26
Frankfurt 54,01 € -0,33%  24.04.26
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