S&P500 Gewinner und Verlierer der Woche: AppLovin explodiert um 71 Prozent, Lumentum verliert mehr als ein Drittel – die Woche, in der Washington der Wall Street die Rechnung präsentierte
S&P500 Gewinner und Verlierer der Woche: AppLovin explodiert um 71 Prozent, Lumentum verliert mehr als ein Drittel – die Woche, in der Washington der Wall Street die Rechnung präsentierte
Eine Wahlnacht, ein Crash-Donnerstag, ein Ölpreis im freien Fall – und mittendrin Aktien, die sich vom Chaos komplett abkoppelten. Während der S&P 500 an einem einzigen Tag 4,36 Prozent verlor und die schlimmste Sitzung seit April 2025 erlebte, schoss der S&P500 Gewinner der Woche AppLovin um mehr als 71 Prozent nach oben. Am anderen Ende der Skala stürzte der S&P500 Verlierer der Woche Lumentum um fast 36 Prozent ab. Zwischen Platz eins und dem letzten Platz liegen mehr als 107 Prozentpunkte. Selten hat eine einzige Woche so schonungslos offengelegt, wohin das Geld an der Wall Street fließt – und wovor es flüchtet.
Autor: Redaktion, aktiencheck.de
Die Ausgangslage: Ein Wahlergebnis trifft den KI-Boom ins Mark
Wer die S&P500 Gewinner und S&P500 Verlierer dieser Woche verstehen will, muss beim Dienstagabend anfangen. Bei den US-Zwischenwahlen holten die Demokraten die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses – klarer, als es die Märkte eingepreist hatten. Zugleich setzten sich in mehreren Bundesstaaten, die als Zentren des Rechenzentrums-Ausbaus gelten, Kandidaten durch, die offen für strengere Auflagen oder gar einen Baustopp für neue KI-Rechenzentren werben. Ein bislang chancenloser Gesetzentwurf im Kongress, der neue Großrechenzentren bis zu bundesweiten Regeln für Energieverbrauch und künstliche Intelligenz auf Eis legen würde, hat plötzlich eine reale Machtbasis.
Am Mittwoch reagierte die Börse noch gelassen und stieg. Am Donnerstag dann der Absturz: Der S&P 500 brach um 4,36 Prozent ein, der Technologiesektor verlor im Tagesverlauf mehr als sieben Prozent, das Angstbarometer VIX sprang um rund 70 Prozent. Im S&P 500 standen 430 Verlierern nur 73 Gewinner gegenüber. Am Freitag folgte eine zaghafte Erholung um 0,26 Prozent auf rund 7.378 Punkte – gestützt auch von einem überraschend starken Arbeitsmarktbericht mit 165.000 neuen Stellen. Unter dem Strich steht für den S&P 500 ein Wochenminus von rund 2,7 Prozent.
Noch aufschlussreicher ist der Blick auf die Sektoren. Technologiewerte verloren auf Wochensicht gut acht Prozent, Energiewerte sogar zwölf Prozent, weil der Ölpreis um rund 13 Prozent einbrach. Kommunikationsdienste dagegen legten fast fünf Prozent zu, Immobilien, zyklischer Konsum und Finanzwerte schlossen ebenfalls im Plus. Die Botschaft ist unmissverständlich: Raus aus allem, was am Bau von KI-Rechenzentren hängt – rein in Geschäftsmodelle, die mit Werbung, Zahlungsverkehr, Haustieren, Landwirtschaft und Reisen verdienen. Genau so liest sich die Liste der S&P500 Gewinner der Woche.
S&P500 Gewinner der Woche Platz 1: AppLovin – plus 71,21 Prozent, das Comeback des Jahres Was AppLovin in dieser Woche abgeliefert hat, ist für einen Konzern dieser Größe beinahe beispiellos. Der S&P500 Gewinner AppLovin kletterte von rund 228 auf 391,22 Dollar und gewann damit in fünf Handelstagen gut 50 Milliarden Dollar an Börsenwert hinzu. Den größten Satz machte die Aktie ausgerechnet am Crash-Donnerstag: plus 31 Prozent, während um sie herum der Markt zusammenbrach. Am Freitag legte sie weitere 9,86 Prozent nach.
Auslöser waren die Zahlen zum dritten Quartal, die der Werbetechnologie-Spezialist am Mittwochabend vorlegte. Der Umsatz stieg um 55 Prozent auf 2,185 Milliarden Dollar und lag damit rund 100 Millionen Dollar über dem oberen Ende der eigenen Prognose. Der Nettogewinn wuchs um 72 Prozent auf 1,44 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie erreichte 4,30 Dollar nach erwarteten rund 4,03 Dollar. Die eigentliche Sensation ist die Profitabilität: Von jedem Umsatzdollar bleiben 66 Cent als Nettogewinn übrig, die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei 84 Prozent – Werte, von denen selbst die profitabelsten Softwarekonzerne der Welt nur träumen.
Dazu kam ein Ausblick, der die Zweifel der vergangenen Monate beiseitewischte. Für das vierte Quartal stellt AppLovin 2,365 bis 2,395 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, und der Verwaltungsrat stockte das Rückkaufprogramm auf insgesamt 3,6 Milliarden Dollar auf. Die Wucht der Rally erklärt sich aus der Vorgeschichte: Der S&P500 Gewinner AppLovin hatte seit Jahresbeginn fast die Hälfte seines Wertes verloren, viele Investoren hatten auf weiter fallende Kurse gesetzt. Genau in diese Pessimismus-Wand krachten die Zahlen. Und weil AppLovin sein Geld mit Algorithmen statt mit Betonhallen verdient, war die Aktie in dieser Woche der perfekte KI-Profiteur ohne Baustopp-Risiko. Trotz der Explosion bleibt auf Zwölfmonatssicht ein Minus von rund 37 Prozent – ein Hinweis darauf, wie tief der Fall zuvor war.
S&P500 Gewinner der Woche Platz 2: Fiserv – plus 25,71 Prozent, der beste Tag seit über 22 Jahren Der zweite S&P500 Gewinner der Woche ist eine Geschichte über die Macht niedriger Erwartungen. Fiserv, einer der weltgrößten Anbieter von Zahlungs- und Banktechnologie und Betreiber der Kassenplattform Clover, war 2026 tief gefallen. Anfang Oktober markierte die Aktie bei gut 44 Dollar ein 52-Wochen-Tief, nachdem enttäuschende Zahlen, eine gekappte Prognose und eine laufende Anlegerklage das Vertrauen zerstört hatten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis war auf rund zehn gefallen – für einen Konzern, der früher mit dem Dreifachen bewertet wurde.
Am Dienstag legte Fiserv die Zahlen zum dritten Quartal vor, und auf den ersten Blick waren sie alles andere als glänzend. Der bereinigte Umsatz sank um ein Prozent auf 4,85 Milliarden Dollar, organisch stagnierte das Geschäft. Unterm Strich stand sogar ein Verlust von 11,17 Dollar je Aktie – verursacht durch eine nicht zahlungswirksame Firmenwertabschreibung von 6,45 Milliarden Dollar. Doch der Markt schaute auf etwas anderes: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,75 Dollar über den erwarteten 1,72 Dollar, und das Management machte deutlich, dass die Talsohle beim Umsatz im zweiten Quartal durchschritten ist.
Die eigentlichen Kurstreiber waren drei Ankündigungen. Erstens verdoppelt Fiserv das Sparziel seines Effizienzprogramms auf eine Milliarde Dollar. Zweitens nimmt der Konzern die Aktienrückkäufe wieder auf und plant allein im vierten Quartal 500 Millionen Dollar dafür ein. Drittens soll das Händlergeschäft im Schlussquartal wieder um sechs bis acht Prozent wachsen. Die Jahresprognose mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 7,20 bis 7,40 Dollar wurde bestätigt. Die Aktie schoss am Dienstag um rund 12,5 Prozent nach oben – der stärkste Tagesgewinn seit April 2004 – und schloss bei rund 58 Dollar. Mehrere Analysehäuser hoben anschließend ihre Kursziele an. Im weiteren Wochenverlauf hielt der S&P500 Gewinner Fiserv seine Gewinne auch im Crash souverän: Ein Zahlungsdienstleister braucht keine Baugenehmigung für Rechenzentren, und die Rotation in Finanzwerte spielte ihm zusätzlich in die Karten. Auf Monatssicht steht ein Plus von gut 38 Prozent.
S&P500 Gewinner der Woche Platz 3: IDEXX Laboratories – plus 22,65 Prozent dank Hund und Katze Der dritte S&P500 Gewinner ist der Gegenentwurf zu allem, was in dieser Woche verkauft wurde. IDEXX Laboratories entwickelt Diagnosegeräte und Labortests für Tierärzte – kein Rechenzentrum, keine Chipfabrik, keine politische Angriffsfläche. Stattdessen ein Geschäftsmodell, das von einem der stabilsten Konsumtrends lebt: Menschen geben immer mehr Geld für die Gesundheit ihrer Haustiere aus.
Am Montag präsentierte IDEXX die Zahlen zum dritten Quartal, und die Aktie sprang noch am selben Tag um rund 20 Prozent. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 1,214 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie um 18 Prozent auf 4,01 Dollar. Das wiederkehrende Diagnosegeschäft mit Tierarztpraxen wuchs um elf Prozent. Besonders stark lief das neue Analysegerät inVue Dx: Mehr als 1.900 Geräte wurden im Quartal platziert, die installierte Basis nähert sich 11.000 Instrumenten – und jedes davon zieht über Jahre Verbrauchsmaterial und Testumsätze nach sich.
Den Ausschlag gab die Prognoseanhebung. IDEXX erwartet für 2026 nun einen Umsatz von 4,741 bis 4,767 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 14,96 bis 15,16 Dollar. Das Management spricht von den frühen Phasen eines breit angelegten Innovationszyklus. Für den S&P500 Gewinner IDEXX stand am Ende ein Wochenplus von 22,65 Prozent auf 676,04 Dollar, auf Monatssicht sind es gut 31 Prozent.
S&P500 Gewinner der Woche Platz 4: Mosaic – plus 21,59 Prozent, Verlust gemeldet und trotzdem gefeiert Die vielleicht erstaunlichste Geschichte unter den S&P500 Gewinnern der Woche schreibt Mosaic. Der Düngemittelriese aus Florida meldete am Dienstagabend für das dritte Quartal einen Nettoverlust von 72 Millionen Dollar und einen bereinigten Verlust von 0,19 Dollar je Aktie. Analysten hatten mit einem kleinen Gewinn gerechnet. Und doch hob die Aktie am Mittwoch ab: Von gut 18 Dollar ging es um rund 17 Prozent nach oben. Am Crash-Donnerstag legte der Wert weitere 3,3 Prozent zu, am Freitag hielt er das Niveau bei rund 22,4 Dollar.
Warum feiert der Markt einen Verlust? Weil er nach vorn schaut – und dort sieht es für Mosaic deutlich besser aus. Der Umsatz lag mit 3,1 Milliarden Dollar leicht über den Erwartungen, der operative Cashflow verbesserte sich zum dritten Mal in Folge auf 284 Millionen Dollar. Im Kaligeschäft sanken die Förderkosten auf 73 Dollar je Tonne, die Produktion zog gegenüber dem Vorquartal um rund 14 Prozent an. Gleichzeitig zieht das Management die Kostenschraube an: Die Investitionen werden 2026 auf 1,2 Milliarden Dollar gesenkt und sollen 2027 unter eine Milliarde fallen, die Verwaltungskosten sollen dauerhaft unter 500 Millionen Dollar sinken. Die Anleihen-Fälligkeiten bis einschließlich 2028 sind refinanziert.
Der wichtigste Punkt ist jedoch die Kostenseite im Phosphatgeschäft. Schwefel und Ammoniak, die zentralen Rohstoffe, waren zuletzt extrem teuer und haben die Margen zerstört. Für das vierte Quartal hat Mosaic einen Schwefelvertrag zu 615 Dollar je Tonne abgeschlossen – weit unter den Spitzenwerten von über 1.000 Dollar. Der Finanzchef bezeichnet das vierte Quartal ausdrücklich als Tiefpunkt beim operativen Ergebnis. Dazu kommt ein starkes Marktumfeld: Die weltweite Kalinachfrage steuert auf einen Rekord von rund 76 Millionen Tonnen zu, die Phosphatbestände in Brasilien sind so niedrig wie seit acht Jahren nicht, und China drosselt seine Phosphatexporte drastisch, weil heimische Batteriefabriken den Rohstoff selbst benötigen. Der Einbruch des Ölpreises in dieser Woche nährte zudem die Hoffnung auf weiter sinkende Energie- und Rohstoffkosten. Für den S&P500 Gewinner Mosaic, der seit Jahresbeginn deutlich im Minus lag, war das der perfekte Mix für eine kräftige Neubewertung.
S&P500 Gewinner der Woche Platz 5: Airbnb – plus 15,57 Prozent, die Reiselust schlägt die Krisenangst Lange sah es so aus, als würde Airbnb in dieser Woche in der Masse untergehen. Dann kam der Donnerstagabend. Während die Börse noch die Trümmer des Tech-Crashs sortierte, legte der Ferienwohnungs-Vermittler seine Quartalszahlen vor. Am Freitag schoss die Aktie um 11,67 Prozent auf 189,99 Dollar nach oben und machte den S&P500 Gewinner Airbnb mit einem Wochenplus von 15,57 Prozent zum fünftbesten Wert im Index.
Im dritten Quartal – traditionell dem wichtigsten des Jahres, weil hier die Sommerreisen abgerechnet werden – verdiente Airbnb 3,16 Dollar je Aktie. Erwartet worden waren rund 2,85 Dollar. Der Umsatz erreichte 4,87 Milliarden Dollar, ein Plus von fast 19 Prozent und klar mehr als die prognostizierten rund 4,75 Milliarden Dollar. Zugleich hob das Management erneut die Wachstumsprognose für das Gesamtjahr an. Bemerkenswert ist die Beschleunigung: Ende 2025 wuchs Airbnb noch mit rund zehn Prozent, jetzt ist es fast doppelt so viel. Treiber sind das Angebot, jetzt zu buchen und später zu zahlen, KI-gestützte Effizienzgewinne im Kundenservice und die kräftige Nachfrage in Lateinamerika und Asien. Auf Zwölfmonatssicht hat der S&P500 Gewinner Airbnb inzwischen mehr als 57 Prozent zugelegt.
Der Absturz: Die S&P500 Verlierer der Woche – Massaker bei der KI-Infrastruktur
So bunt die Liste der Gewinner ist, so einheitlich ist die Liste der Verlierer. Alle fünf S&P500 Verlierer der Woche stammen aus demselben Ökosystem: Sie liefern die Hardware, ohne die kein KI-Rechenzentrum funktioniert – Speicherchips, Festplatten, Lasertechnik und Netzwerkchips. Ausgerechnet diese Unternehmen gehörten in den vergangenen zwölf Monaten zu den spektakulärsten Gewinnern der Wall Street. Sandisk hat seinen Kurs in dieser Zeit vervierfacht, Lumentum mehr als verdoppelt. Je höher der Aufstieg, desto tiefer der Fall.
S&P500 Verlierer der Woche Platz 1: Lumentum – minus 35,94 Prozent, wenn die Übernahme zur Falle wird Am Montagmorgen schien für Lumentum-Aktionäre noch alles in bester Ordnung. Marvell Technology kündigte die Übernahme des Laser- und Optikspezialisten an – einer der größten Deals der Halbleitergeschichte mit einem impliziten Unternehmenswert von 115 Milliarden Dollar. Auf Basis der Kurse vor den ersten Übernahmegerüchten entsprach das rund 1.132 Dollar je Lumentum-Aktie. Gleichzeitig präsentierte Lumentum glänzende Zahlen: 1,26 Milliarden Dollar Quartalsumsatz und eine Prognose von 1,575 bis 1,625 Milliarden Dollar für das laufende Quartal.
Der Haken steckt im Kleingedruckten. Marvell zahlt nicht in bar, sondern ausschließlich in eigenen Aktien: 4,5 Marvell-Aktien für jede Lumentum-Aktie, zu einem festen Umtauschverhältnis. Damit hängt der Wert des Angebots eins zu eins am Marvell-Kurs – und der brach in dieser Woche um 28,11 Prozent ein. Beim Freitagsschluss von 141,20 Dollar sind 4,5 Marvell-Aktien nur noch rund 635 Dollar wert, meilenweit entfernt von den 1.132 Dollar der Ankündigung.
Doch der S&P500 Verlierer Lumentum notiert mit 538,59 Dollar sogar noch einmal rund 15 Prozent unter diesem rechnerischen Wert. Der Grund: Der Abschluss wird erst im ersten Halbjahr 2028 erwartet. Bis dahin müssen die Aktionäre beider Seiten zustimmen und Kartellbehörden weltweit grünes Licht geben. In einem Umfeld, in dem plötzlich die gesamte Rechenzentrums-Branche politisch unter Beobachtung steht, preist der Markt ein spürbares Risiko ein, dass sich der Deal verzögert oder scheitert. Auf Monatssicht hat Lumentum mehr als die Hälfte seines Wertes eingebüßt.
S&P500 Verlierer der Woche Platz 3: Marvell Technology – minus 28,11 Prozent, der teure Doppelschlag Für Marvell begann die Woche mit einem Schock, den die eigene Führung ausgelöst hatte. Am Tag der Übernahmeankündigung fiel die Aktie um 12,7 Prozent. Die Logik der Anleger: Nach Abschluss besitzen die bisherigen Marvell-Aktionäre nur noch rund zwei Drittel des kombinierten Konzerns. Eine Verwässerung dieses Ausmaßes in einer Phase, in der die Bewertungen von KI-Hardware ohnehin wackelten, kam schlecht an.
Strategisch hat der Deal durchaus Charme. Marvell bringt Netzwerkchips und maßgeschneiderte KI-Prozessoren mit, Lumentum Hochleistungslaser und optische Transceiver. Zusammen wollen beide den Wandel von Kupfer zu Licht in den Rechenzentren der Zukunft dominieren. Doch genau diese Rechenzentren stehen seit Dienstag politisch unter Beschuss. Am Donnerstag verlor der S&P500 Verlierer Marvell im allgemeinen Chip-Crash weitere gut 16 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei gut 316 Dollar im Juni ist die Aktie inzwischen mehr als 55 Prozent entfernt, auf Monatssicht steht ein Minus von rund 51 Prozent.
S&P500 Verlierer der Woche Platz 2, 4 und 5: Seagate, Western Digital und Sandisk – der große Speicher-Crash Die drei Speicherspezialisten erlebten die vielleicht brutalste Woche seit Jahren. Seagate Technology verlor 28,48 Prozent auf 460,99 Dollar, Western Digital 27,95 Prozent auf 263,78 Dollar, Sandisk 27,44 Prozent auf 835,06 Dollar. Allein am Donnerstag brach Sandisk um mehr als 22 Prozent ein und war damit der schwächste Wert im gesamten S&P 500. Western Digital verlor gut 17 Prozent, Seagate gut 16 Prozent.
Der Grund liegt in ihrer Rolle im KI-Boom. Jedes große Sprachmodell benötigt gigantische Datenmengen, die irgendwo gespeichert werden müssen – auf Festplatten von Seagate und Western Digital, auf Flash-Speichern von Sandisk. Die Nachfrage aus den Rechenzentren hatte für Lieferengpässe, steigende Preise und Rekordmargen gesorgt. Entsprechend explodierten die Kurse: Sandisk legte in zwölf Monaten um rund 300 Prozent zu, Western Digital hat sich auf Fünfjahressicht mehr als versechsfacht, Seagate fast verfünffacht.
Wer so hoch bewertet ist, braucht ein Szenario ohne Bremsspuren. Genau dieses Szenario hat die Wahlnacht infrage gestellt. Werden Bauvorhaben verzögert, Genehmigungen erschwert oder Projekte gestoppt, trifft das die Speicherhersteller als Erste, denn ihre Kapazitätsplanung basiert auf ungebremstem Ausbau. Schwache Ausblicke aus der Halbleiterbranche verdüsterten die Stimmung zusätzlich. Am Freitag gelang Sandisk eine Gegenbewegung um 3,55 Prozent, während Seagate und Western Digital noch einmal leicht nachgaben. Die S&P500 Verlierer Seagate, Western Digital und Sandisk stehen damit exemplarisch für die neue Nervosität: Die Fundamentaldaten haben sich in dieser Woche nicht verändert – wohl aber die Annahme, wie lange der Boom noch ungebremst weiterläuft.
Die große Lehre: Was die S&P500 Gewinner und S&P500 Verlierer verbindet
Auf den ersten Blick wirken die zehn Namen wie ein Zufallsmix. Auf den zweiten ergibt sich ein glasklares Muster. Die S&P500 Gewinner der Woche – AppLovin, Fiserv, IDEXX, Mosaic und Airbnb – verdienen ihr Geld mit Werbetreibenden, Händlern, Tierärzten, Landwirten und Reisenden. Ihr Wachstum hängt von Konsum, Software und Rohstoffzyklen ab, nicht von Baggern und Stromtrassen. Alle fünf legten in dieser Woche Quartalszahlen vor, und alle fünf kamen von niedrigen Erwartungen – vier von ihnen standen auf Zwölfmonatssicht vor der Woche im Minus oder nur knapp im Plus. Genau diese Kombination aus Enttäuschungspotenzial nach unten und Überraschungspotenzial nach oben hat die Kurse explodieren lassen.
Die S&P500 Verlierer der Woche – Lumentum, Seagate, Marvell, Western Digital und Sandisk – sind dagegen allesamt Zulieferer des Rechenzentrums-Booms. Sie waren die Lieblinge der vergangenen Monate, mit Bewertungen, die einen jahrelangen, ungestörten Ausbau unterstellten. Diese Woche hat gezeigt, wie schnell sich diese Annahme ändern kann, wenn sich in Washington die Machtverhältnisse verschieben.
Das heißt nicht, dass der KI-Boom vorbei ist. Die großen Cloud-Konzerne investieren weiter Hunderte Milliarden Dollar, und beschlossen ist bislang kein einziges Gesetz. Aber der Markt preist eine neue Risikoprämie ein: das politische Risiko. Und das trifft diejenigen am härtesten, die am meisten Zukunft in ihren Kursen tragen.
Die S&P500 Gewinner der Woche auf einen Blick
AppLovin Corporation (ISIN: US03831W1080, Symbol: APP) – 391,22 US-Dollar, +71,21 Prozent auf Wochensicht Q3 2026: Umsatz 2,185 Mrd. US-Dollar (+55 Prozent), Gewinn je Aktie 4,30 US-Dollar Ausblick Q4: Umsatz 2,365 bis 2,395 Mrd. US-Dollar Aktienrückkauf: Ermächtigung auf 3,6 Mrd. US-Dollar erhöht Zwölfmonatsperformance: rund −37 Prozent
Fiserv, Inc. (ISIN: US3377381088, Symbol: FISV) – +25,71 Prozent auf Wochensicht Q3 2026: bereinigter Umsatz 4,85 Mrd. US-Dollar (−1 Prozent), bereinigter Gewinn je Aktie 1,75 US-Dollar
Prognose 2026 bestätigt: bereinigter Gewinn je Aktie 7,20 bis 7,40 US-Dollar
Sparziel verdoppelt auf 1 Mrd. US-Dollar, Aktienrückkauf von 500 Mio. US-Dollar im vierten Quartal geplant
Monatsperformance: rund +38 Prozent
3. IDEXX Laboratories, Inc. (ISIN: US45168D1046, Symbol: IDXX) – 676,04 US-Dollar, +22,65 Prozent auf Wochensicht Q3 2026: Umsatz 1,214 Mrd. US-Dollar (+10 Prozent), Gewinn je Aktie 4,01 US-Dollar (+18 Prozent) Prognose 2026: Umsatz 4,741 bis 4,767 Mrd. US-Dollar, Gewinn je Aktie 14,96 bis 15,16 US-Dollar
Monatsperformance: rund +31 Prozent
4. The Mosaic Company (ISIN: US61945C1036, Symbol: MOS) – rund 22,4 US-Dollar, +21,59 Prozent auf Wochensicht Q3 2026: Umsatz 3,1 Mrd. US-Dollar, bereinigter Verlust je Aktie 0,19 US-Dollar, operativer Cashflow 284 Mio. US-Dollar Schwefelvertrag Q4: 615 US-Dollar je Tonne; Investitionen 2027 unter 1 Mrd. US-Dollar geplant
Zwölfmonatsperformance: rund −10 Prozent
5. Airbnb, Inc. (ISIN: US0090661010, Symbol: ABNB) – 189,99 US-Dollar, +15,57 Prozent auf Wochensicht Q3 2026: Umsatz 4,87 Mrd. US-Dollar, Gewinn je Aktie 3,16 US-Dollar Jahresprognose: erneut angehoben Zwölfmonatsperformance: rund +58 Prozent
Die S&P500 Verlierer der Woche auf einen Blick
1. Lumentum Holdings Inc. (ISIN: US55024U1097, Symbol: LITE) – 538,59 US-Dollar, −35,94 Prozent auf Wochensicht Übernahme durch Marvell: 4,5 Marvell-Aktien je Lumentum-Aktie, Abschluss erwartet im ersten Halbjahr 2028 Q1 GJ 2027: Umsatz 1,26 Mrd. US-Dollar, Ausblick Q2: 1,575 bis 1,625 Mrd. US-Dollar
Monatsperformance: rund −52 Prozent
2. Seagate Technology Holdings plc (ISIN: IE00BKVD2N49, Symbol: STX) – 460,99 US-Dollar, −28,48 Prozent auf Wochensicht Monatsperformance: rund −43 Prozent
Zwölfmonatsperformance: rund +66 Prozent
3. Marvell Technology, Inc. (ISIN: US5738741041, Symbol: MRVL) – 141,20 US-Dollar, −28,11 Prozent auf Wochensicht Tagesverlust am Tag der Lumentum-Ankündigung: −12,7 Prozent 52-Wochen-Hoch: gut 316 US-Dollar (Juni 2026)
Monatsperformance: rund −51 Prozent
4. Western Digital Corporation (ISIN: US9581021055, Symbol: WDC) – 263,78 US-Dollar, −27,95 Prozent auf Wochensicht Monatsperformance: rund −36 Prozent
Zwölfmonatsperformance: rund +61 Prozent
5. Sandisk Corporation (ISIN: US80004C2008, Symbol: SNDK) – 835,06 US-Dollar, −27,44 Prozent auf Wochensicht Tagesverlust am 5. November: mehr als −22 Prozent Monatsperformance: rund −50 Prozent Zwölfmonatsperformance: rund +302 Prozent
Häufige Fragen zu den S&P500 Gewinnern und S&P500 Verlierern der Woche
Welche Aktien waren die S&P500 Gewinner der Woche? In der Woche vom 2. bis 6. November 2026 waren AppLovin (+71,21 Prozent), Fiserv (+25,71 Prozent), IDEXX Laboratories (+22,65 Prozent), Mosaic (+21,59 Prozent) und Airbnb (+15,57 Prozent) die fünf stärksten Werte im S&P 500.
Welche Aktien waren die S&P500 Verlierer der Woche? Die fünf schwächsten Werte waren Lumentum (−35,94 Prozent), Seagate Technology (−28,48 Prozent), Marvell Technology (−28,11 Prozent), Western Digital (−27,95 Prozent) und Sandisk (−27,44 Prozent).
Wie hat sich der S&P 500 in dieser Woche entwickelt? Der S&P 500 verlor rund 2,7 Prozent und schloss am Freitag bei rund 7.377 Punkten. Am Donnerstag fiel der Index um 4,36 Prozent – der schwächste Handelstag seit April 2025.
Warum sind Chip- und Speicheraktien so stark gefallen? Nach dem deutlichen Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen fürchten Anleger strengere Regeln und mögliche Baustopps für KI-Rechenzentren. Speicher-, Optik- und Halbleiterwerte, die zuvor besonders stark gestiegen waren, traf der Ausverkauf am härtesten.
Warum ist die Fiserv-Aktie um mehr als 25 Prozent gestiegen? Fiserv übertraf beim bereinigten Gewinn je Aktie die Erwartungen, verdoppelte das Sparziel auf eine Milliarde Dollar, kündigte die Wiederaufnahme von Aktienrückkäufen an und stellte für das vierte Quartal eine Rückkehr zum Wachstum in Aussicht. Weil die Aktie zuvor auf ein Mehrjahrestief gefallen war, fiel die Reaktion besonders kräftig aus.
Fazit: Die S&P500 Gewinner und S&P500 Verlierer zeigen eine Börse im Umbruch
Diese Woche dürfte in Erinnerung bleiben als die Woche, in der die Politik den KI-Boom einholte. Der S&P500 Gewinner der Woche AppLovin beweist, dass außergewöhnliche Zahlen selbst im heftigsten Sturm zu außergewöhnlichen Kurssprüngen führen können. Fiserv, IDEXX, Mosaic und Airbnb zeigen, wohin das Geld fließt, wenn die Angst umgeht: zu Geschäftsmodellen, die man versteht, die von niedrigen Erwartungen starten und die keine Baugenehmigung für ein Rechenzentrum brauchen.
Der S&P500 Verlierer der Woche Lumentum ist eine Lektion darüber, wie gefährlich ein Übernahmeangebot in eigenen Aktien werden kann, wenn der Käufer selbst ins Rutschen gerät. Seagate, Marvell, Western Digital und Sandisk stehen für die bittere Wahrheit jeder Euphorie: Wer die höchsten Erwartungen trägt, fällt am tiefsten, sobald eine einzige Annahme ins Wanken gerät.
Ob aus dem Crash-Donnerstag eine nachhaltige Trendwende wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Schon am Dienstag stehen die US-Inflationsdaten für Oktober an, die Demokraten müssen ihre Pläne für Rechenzentren konkretisieren, und die Cloud-Konzerne werden zeigen, ob sie ihre Investitionen unbeirrt fortsetzen. Eines steht schon jetzt fest: Die Zeiten, in denen jede KI-Aktie automatisch stieg, sind vorbei. Die Wall Street unterscheidet wieder – und genau das macht sie so spannend wie lange nicht.
Redaktion, aktiencheck.de
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