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Dow Jones Wochengewinner und Wochenverlierer: Amazon und McDonald's jubeln, Caterpillar und Cisco stürzen ab – die verrückteste Börsenwoche des Jahres

Eine Woche wie eine Achterbahnfahrt ohne Sicherheitsbügel: Am Mittwoch feierte die Wall Street den Wahlsieg der Demokraten mit dem besten Tag des Jahres, am Donnerstag folgte der schlimmste zweite Handelstag nach einer Zwischenwahl seit 1896. Am Ende steht der Dow Jones mit einem Wochenminus von rund 0,9 Prozent bei 51.292 Punkten – fast als wäre nichts passiert. Doch unter der Oberfläche hat sich die Börsenlandschaft dramatisch verschoben. Die Dow Jones Wochengewinner Amazon, McDonald's, 3M, Disney und Home Depot legten zwischen gut vier und fast acht Prozent zu. Die Dow Jones Wochenverlierer Caterpillar, Cisco, Chevron, Nvidia und Salesforce verloren bis zu mehr als zehn Prozent. Unser Dow Jones Check zeigt, wer von der neuen politischen Realität profitiert, wer unter die Räder kam – und welche Termine jetzt den Ausschlag geben.

Dow Jones Wochengewinner und Wochenverlierer: Amazon und McDonald's jubeln, Caterpillar und Cisco stürzen ab – die verrückteste Börsenwoche des Jahres
Bild: ki-generiert

Dow Jones Wochengewinner und Wochenverlierer: Amazon und McDonald's jubeln, Caterpillar und Cisco stürzen ab – die verrückteste Börsenwoche des Jahres

Autor: Redaktion, aktiencheck.de · 8. November 2026

Dow Jones Analyse: Fünf Tage, drei Schocks, ein neues Börsenbild

Wer verstehen will, warum ausgerechnet ein Onlinehändler und eine Burgerkette die Dow Jones Gewinner der Woche wurden und ausgerechnet der einstige KI-Superstar Nvidia unter den Dow Jones Verlierern der Woche landete, muss die fünf Handelstage einzeln betrachten. Denn jeder Tag erzählte seine eigene Geschichte.

Montag – der Öl-Schock: Signale für eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt ließen den Ölpreis um fast acht Prozent einbrechen. Gleichzeitig überraschte der ISM-Index der US-Industrie mit 55,5 Punkten und nachlassendem Preisdruck. Das Geld floss in Farbe, Baumarkt, Supermarkt und Burger. Chevron und Microsoft standen am Ende der Tabelle, der Dow schloss knapp im Plus.

Dienstag – der Wahltag: Anleger nahmen Gewinne bei den Konsumwerten mit, kauften dafür Chipaktien zurück. Ein überraschend starker JOLTS-Bericht trieb die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf rund 4,95 Prozent. Der Dow gab 0,43 Prozent nach.

Mittwoch – die Blue-Wave-Rally: Die Demokraten eroberten Repräsentantenhaus und Senat, Präsident Trump akzeptierte das Ergebnis. Der Dow Jones sprang um 3,07 Prozent beziehungsweise 1.588 Punkte – der beste Tag des Jahres und der stärkste Tag nach einer Zwischenwahl seit 1982. Der Ölpreis brach erneut um mehr als acht Prozent ein, weil Anleger auf eine Entspannung im Iran-Krieg setzten. Doch der Wahlsieg hatte eine Kehrseite: In Texas, wo mehr als ein Viertel der geplanten US-Rechenzentrumskapazitäten entstehen soll, gewann eine Kandidatin, die ein Moratorium für neue Rechenzentren angekündigt hat.

Donnerstag – der KI-Crash: Aus dieser Sorge wurde ein Beben. Hedgefonds sicherten ihre Jahresgewinne und verkauften die Lieblinge des Jahres, der Halbleiterindex brach um mehr als zwölf Prozent ein. Der Dow Jones stürzte um 3,45 Prozent beziehungsweise 1.842 Punkte ab, kein einziger der 30 Werte schloss im Plus. Nomura-Stratege Charlie McElligott brachte es auf den Punkt: Die Profis erschießen die Generäle.

Freitag – das Jobwunder: Die US-Wirtschaft schuf im Oktober 165.000 neue Stellen, fast dreimal so viele wie erwartet. Was nach einer guten Nachricht klingt, ließ die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember auf rund 79 Prozent steigen. Chipwerte erholten sich, zinssensible Dow-Werte gaben nach. Der Dow verlor weitere 0,44 Prozent.

Die Dow Jones Analyse dieser Woche lässt sich auf eine klare Formel bringen: Gewonnen hat, wer vom billigeren Öl, von der politischen Gewissheit und von einem langsameren KI-Investitionstempo profitiert. Verloren hat, wer am Bau von Rechenzentren, am hohen Ölpreis oder an teurer Software hängt. Genau diese Spaltung spiegeln die Dow Jones Wochengewinner und die Dow Jones Wochenverlierer wider.

Dow Jones Wochengewinner Amazon: +7,88 Prozent – der Cloud-Riese, der von der KI-Bremse profitiert Der Dow Jones Wochengewinner Amazon ist der Spitzenreiter der Woche und zugleich das spannendste Paradox dieser Tage. Die Aktie schloss am Freitag bei 259,30 Dollar und damit 7,88 Prozent höher als in der Vorwoche. Den entscheidenden Schub lieferte der Mittwoch: Mit einem Plus von 6,12 Prozent auf 266,03 Dollar erreichte Amazon den höchsten Stand seit drei Monaten. Im Handelsverlauf hatte das Plus sogar bei rund acht Prozent gelegen.

Die Logik dahinter klingt zunächst widersprüchlich. Ausgerechnet die Sorge vor einem langsameren Ausbau der Rechenzentren trieb den größten Cloud-Anbieter der Welt nach oben. Doch für Amazon bedeutet ein gebremster Investitionswettlauf vor allem eines: weniger Milliarden, die in Beton, Strom und Chips fließen müssen. Für 2026 plant der Konzern Investitionen von deutlich mehr als 200 Milliarden Dollar, der freie Cashflow war zuletzt unter die Nulllinie gerutscht. Genau das hatte die Aktie nach den Quartalszahlen Ende Oktober belastet. Wenn neue Rechenzentren langsamer gebaut werden, steigt der Wert der vorhandenen Kapazität – und die gilt als weitgehend ausgelastet.

Hinzu kommt die Doppelrolle als Onlinehändler. Ein fallender Ölpreis senkt die Logistikkosten und entlastet gleichzeitig die Verbraucher an der Zapfsäule. Einzelhandelswerte gehörten am Mittwoch zu den großen Gewinnern, weil Anleger nach dem Wahlsieg der Demokraten auf geringeren Zolldruck setzten. Beim KI-Crash am Donnerstag gab Amazon zwar 2,19 Prozent ab, aber deutlich weniger als die Chipwerte. Der Dow Jones Gewinner der Woche Amazon hat damit fast den gesamten Kursrutsch nach den Quartalszahlen wieder aufgeholt.

Dow Jones Wochengewinner McDonald's: +7,13 Prozent – die Zahlen, auf die alle gewartet haben Kein anderer Wert unter den Dow Jones Wochengewinnern hat sich seinen Platz so klar mit eigenen Zahlen verdient wie McDonald's. Die Aktie stieg auf Wochensicht um 7,13 Prozent auf 276,52 Dollar, auf Monatssicht beträgt das Plus fast 19 Prozent. Noch Anfang Oktober notierte die Burgerkette in der Nähe ihres 52-Wochen-Tiefs von 229,20 Dollar. Der Dow Jones Check zeigt: Der Dow Jones Wochengewinner McDonald's hat sich binnen eines Monats vom Sorgenkind zum Rückhalt des Index entwickelt.

Der Wendepunkt kam am Mittwoch mit den Zahlen zum dritten Quartal. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 3,57 Dollar deutlich über den erwarteten rund 3,40 Dollar. Weltweit stiegen die vergleichbaren Umsätze um 1,5 Prozent, getragen von Märkten wie Japan, Deutschland und Australien. Selbst die US-Schwäche fiel milder aus als befürchtet: Statt eines Rückgangs von 0,5 Prozent sanken die vergleichbaren Umsätze nur um 0,2 Prozent. Die wichtigste Botschaft lieferte Finanzchef Ian Borden: Im September seien die US-Umsätze nach schwachen Sommermonaten wieder gewachsen, für das vierte Quartal stellte das Management eine Besserung in Aussicht. Die Aktie sprang an diesem Tag um 6,53 Prozent.

Dass der Dow Jones Gewinner der Woche McDonald's diesen Sprung auch beim Crash am Donnerstag fast vollständig verteidigte, ist vielleicht das stärkste Signal der ganzen Woche. Mit einem Minus von nur 0,78 Prozent gehörte die Aktie zu den drei stabilsten Werten im Index. Dazu kommen der fallende Ölpreis, der die Kaufkraft der preissensiblen Kunden stärkt, und die Dividende: Mit 1,93 Dollar je Quartal hat McDonald's die Ausschüttung zum 50. Mal in Folge erhöht. Die Kernfrage bleibt allerdings offen: Kehren die Amerikaner dauerhaft in die Restaurants zurück? Erst das vierte Quartal wird zeigen, ob die Besserung im September eine Trendwende war.

Dow Jones Wochengewinner 3M: +6,20 Prozent – der Milliardenvergleich, der eine Last von den Schultern nimmt Der Dow Jones Wochengewinner 3M liefert die klassischste Börsengeschichte dieser Woche: Ein jahrelanges Risiko wird kalkulierbar, und zwar günstiger als befürchtet. Die Aktie legte auf Wochensicht um 6,20 Prozent auf 185,15 Dollar zu. Am Mittwoch war sie mit einem Kurssprung von 9,55 Prozent auf 193,95 Dollar sogar der stärkste Wert im gesamten Dow Jones und erreichte den höchsten Stand seit März 2018.

Der Auslöser: 3M einigte sich mit Klägern auf einen Vergleich über 7,35 Milliarden Dollar, um rund 99 Prozent der ausstehenden Klagen wegen sogenannter Ewigkeitschemikalien (PFAS) in Löschschaum beizulegen. Die Zahlung verteilt sich über neun Jahre, der Barwert liegt bei 5,8 Milliarden Dollar, abgedeckt sind bis zu 120.000 Kläger. Ein Schuldeingeständnis enthält der Vergleich nicht. Entscheidend für die Börse war der Vergleich mit den Erwartungen: Analysten hatten mit rund zehn Milliarden Dollar gerechnet. Gleichzeitig legte der Verwaltungsrat ein neues Aktienrückkaufprogramm über sechs Milliarden Dollar auf und bestätigte die Quartalsdividende von 0,78 Dollar. UBS bestätigte die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 230 Dollar.

Warum dann nicht mehr als 6,20 Prozent auf Wochensicht? Weil 3M als Industriekonzern beim KI-Crash am Donnerstag mit 3,19 Prozent Minus und am Freitag mit weiteren 1,40 Prozent Minus einen Teil des Gewinns wieder abgab. Für den Dow Jones Gewinner der Woche 3M bleibt dennoch die wichtigste Erkenntnis: Die größte Unbekannte der vergangenen Jahre hat jetzt ein Preisschild.

Dow Jones Wochengewinner Disney: +5,24 Prozent – neues Jahreshoch vor den großen Zahlen Der Dow Jones Wochengewinner Disney ist der stille Aufsteiger dieser Woche. Die Aktie stieg um 5,24 Prozent auf 116,75 Dollar und markierte am Mittwoch mit einem Schlusskurs von 118,95 Dollar ein neues 52-Wochen-Hoch. Im Handelsverlauf ging es sogar bis auf 119,96 Dollar. Seit dem Tief im Frühjahr bei rund 92 Dollar hat sich die Aktie um fast 30 Prozent erholt.

Drei Faktoren trieben den Kurs. Erstens profitierten Medienwerte breit von der Wahlrally – auch Comcast und Netflix legten am Mittwoch kräftig zu. Zweitens hob Morgan Stanley am Mittwoch das Kursziel von 125 auf 133 Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Drittens sorgte ein Bericht für Aufsehen, wonach Disney den Abbau tausender Stellen erwägt. Für Anleger ist das ein Signal, dass das Management die Kosten konsequent angeht. Hinzu kommt der Ölpreis-Effekt: Billigeres Benzin und billigere Flüge machen Reisen in die Freizeitparks günstiger – und die Parks sind Disneys profitabelstes Geschäft.

Die Messlatte liegt nun hoch. Am 17. November legt Disney vor Börsenbeginn die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal vor. Analysten erwarten ein Umsatzplus von rund zwölf Prozent – es wäre das erste zweistellige Wachstum seit mehr als drei Jahren. Für den Dow Jones Gewinner der Woche Disney wird das zum Härtetest.

Dow Jones Wochengewinner Home Depot: +4,33 Prozent – die Wette auf den Wohnungsmarkt Der Dow Jones Wochengewinner Home Depot komplettiert die Top 5 mit einem Wochenplus von 4,33 Prozent auf 343,47 Dollar. Auf Monatssicht hat die Aktie sogar fast 20 Prozent zugelegt. Die Kursentwicklung war allerdings alles andere als geradlinig: Plus 3,63 Prozent am Montag, minus 2,41 Prozent am Dienstag, plus 6,53 Prozent am Mittwoch, dann zwei Verlusttage.

Der Baumarktriese ist der direkteste Profiteur der Hoffnung auf eine Belebung des US-Immobilienmarktes. Die Demokraten haben bezahlbaren Wohnraum zu einem zentralen Wahlkampfthema gemacht und könnten Maßnahmen wie Unterstützung für Erstkäufer vorantreiben. UBS sieht zudem bessere Chancen auf niedrigere Zölle auf Baumaterialien. Mit jedem Hausverkauf steigt die Wahrscheinlichkeit großer Renovierungen – das Kerngeschäft von Home Depot. Am Mittwoch zog die gesamte Branche an, Hausbauer stiegen um sieben bis neun Prozent.

Am Freitag zeigte sich jedoch die Achillesferse: Der starke Arbeitsmarktbericht ließ die Zinserwartungen steigen, und höhere Zinsen bedeuten höhere Hypothekenzinsen. Home Depot verlor 1,85 Prozent. Der Dow Jones Gewinner der Woche Home Depot bleibt damit ein Spielball der Anleihemärkte. Am 17. November folgen die Zahlen zum dritten Quartal, dann stehen Kundenfrequenz und vergleichbare Umsätze im Fokus.

Dow Jones Wochenverlierer Caterpillar: -10,30 Prozent – der gefallene KI-Gewinner

Der Dow Jones Wochenverlierer Caterpillar ist das Schlusslicht der Woche, und seine Geschichte ist die dramatischste. Die Aktie verlor auf Wochensicht 10,30 Prozent auf 558,63 Dollar, auf Monatssicht sind es mehr als 35 Prozent. Vom Rekordhoch bei rund 1.073 Dollar ist der Baumaschinenkonzern inzwischen fast halbiert.

Caterpillar war in der ersten Jahreshälfte die beste Aktie im Dow, weil Anleger den Konzern als einen der großen Gewinner des KI-Booms sahen. Seine Sparte für Stromerzeugung liefert Generatoren und Turbinen für Rechenzentren. Genau dieser Teil der Investmentstory steht nun unter Generalverdacht. Am Mittwoch, als der Dow seinen besten Tag des Jahres erlebte, fiel Caterpillar um 5,23 Prozent – das Moratorium für Rechenzentren in Texas würde die Nachfrage direkt treffen. Am Donnerstag folgten weitere 6,37 Prozent Minus. Analysten von Baird warnten, der Ausbau der Rechenzentren könne nach den Wahlen ins Stocken geraten.

Dabei klafft eine riesige Lücke zwischen Kurs und Geschäft. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um gut 17 Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar, der Auftragsbestand liegt mit 78,1 Milliarden Dollar auf Rekordniveau, und das Management will die Kapazität für Großmotoren bis 2030 fast verdreifachen. Ein Mitglied des Verwaltungsrats kaufte am Montag 1.000 Aktien zu rund 620 Dollar. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 21,5 ist die Aktie inzwischen günstiger bewertet als der S&P 500. Für den Dow Jones Verlierer der Woche Caterpillar entscheidet sich nun, ob die Börse übertrieben hat oder ob der KI-Rückenwind dauerhaft nachlässt.

Dow Jones Wochenverlierer Cisco: -10,20 Prozent – Abstufung zur Unzeit

Der Dow Jones Wochenverlierer Cisco büßte 10,20 Prozent auf 93,85 Dollar ein und verlor damit innerhalb eines Monats mehr als ein Fünftel seines Wertes. Der Netzwerkausrüster geriet in dieser Woche gleich von mehreren Seiten unter Druck.

Cisco ist längst mehr als ein klassischer Router-Hersteller. Das Management erwartet im laufenden Geschäftsjahr Umsätze von rund 7,5 Milliarden Dollar mit KI-Infrastruktur für die großen Cloud-Anbieter. Diese Abhängigkeit vom Investitionszyklus der Hyperscaler wurde in dieser Woche zur Last. Den schwersten Schlag gab es am Donnerstag: Morgan Stanley stufte die Aktie von „Overweight" auf „Equal-Weight" ab und senkte das Kursziel von 135 auf 120 Dollar. Die Begründung: Nach einer Rally von rund 43 Prozent in zwölf Monaten sei das Potenzial begrenzt, und der wachsende Anteil hardwareintensiver KI-Produkte drücke auf die Bruttomarge. Die bereinigte Bruttomarge war bereits auf 66,3 Prozent gesunken, steigende Speicherpreise verschärfen den Druck. Die Aktie brach an diesem Tag um 7,62 Prozent ein, am Freitag folgten weitere 1,95 Prozent.

In der kommenden Woche legt Cisco die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor. Am Optionsmarkt wird mit einer Kursbewegung von rund elf Prozent in beide Richtungen gerechnet. Für den Dow Jones Verlierer der Woche Cisco wird es damit zur Stunde der Wahrheit.

Dow Jones Wochenverlierer Chevron: -9,73 Prozent – die Kriegsprämie schmilzt

Der Dow Jones Wochenverlierer Chevron ist das klare Opfer des Ölpreis-Absturzes. Die Aktie verlor 9,73 Prozent auf 212,61 Dollar und schloss an jedem einzelnen Handelstag der Woche im Minus: minus 3,29 Prozent am Montag, minus 0,96 Prozent am Dienstag, minus 3,69 Prozent am Mittwoch, minus 1,86 Prozent am Donnerstag und minus 0,15 Prozent am Freitag.

Die Logik ist so einfach wie brutal: Was Verbraucher, Airlines und Industrie freut, trifft die Ölkonzerne direkt in der Gewinnrechnung. Der Ölpreis brach in dieser Woche an zwei Tagen um jeweils rund acht Prozent ein – erst nach Signalen für Iran-Diplomatie, dann nach dem Wahlsieg der Demokraten, den Vizepräsident JD Vance selbst auf den Iran-Krieg zurückführte. Die US-Sorte WTI fiel von über 100 Dollar auf zeitweise rund 88 Dollar und steuerte zur Wochenmitte auf die schlechteste Woche seit April 2020 zu. Wenn Anleger eine Entspannung im Nahen Osten einpreisen, schmilzt die Kriegsprämie im Ölpreis – und damit die Gewinnerwartung.

Chevron war in diesem Jahr einer der größten Profiteure der hohen Ölpreise und hatte zwischenzeitlich sogar Caterpillar als besten Dow-Wert abgelöst. Entsprechend groß war der Spielraum für Gewinnmitnahmen. Ganz verschwunden ist der Rückenwind allerdings nicht: Der Ölpreis liegt noch immer deutlich über dem Niveau vom Jahresbeginn, und auf Jahressicht steht die Aktie fast 40 Prozent im Plus. Für den Dow Jones Verlierer der Woche Chevron hängt nun alles an der Frage, ob aus Gesprächen mit dem Iran echte Diplomatie wird.

Dow Jones Wochenverlierer Nvidia: -8,80 Prozent – der schwärzeste Tag seit DeepSeek

Der Dow Jones Wochenverlierer Nvidia steht für das große Beben dieser Woche. Die Aktie verlor 8,80 Prozent auf 186,64 Dollar und hat innerhalb eines Monats mehr als ein Fünftel ihres Wertes eingebüßt. Am Mittwoch fiel Nvidia unter die Marke von 200 Dollar, als Anleger alles verkauften, was am Bau neuer Rechenzentren hängt.

Der eigentliche Absturz kam am Donnerstag: Mit minus 9,26 Prozent erlebte Nvidia den schlechtesten Tag seit dem DeepSeek-Schock im Januar 2025 und rutschte unter die 200-Tage-Linie. Der Chipkonzern wurde doppelt getroffen. Moratorien für Rechenzentren könnten die Nachfrage nach Grafikprozessoren bremsen, und als größte Position in vielen Hedgefonds-Portfolios war Nvidia das erste Ziel, als Profis ihre Jahresgewinne sicherten. Dass Konkurrent AMD trotz fast verdoppelter Rechenzentrumsumsätze um rund 15 Prozent einbrach, zeigt, dass Fundamentaldaten an diesem Tag keine Rolle spielten.

Am Freitag folgte eine Gegenbewegung von 2,78 Prozent, gebremst allerdings durch Post aus Washington: Drei Ausschussvorsitzende im Repräsentantenhaus forderten Konzernchef Jensen Huang zu einem vertraulichen Gespräch über seine Kontakte zu einem Manager des Unternehmens Megaspeed auf. Ein Vorwurf des Fehlverhaltens ist damit nicht verbunden. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 23 ist die Aktie inzwischen deutlich günstiger bewertet als in früheren Jahren. Mitte November legt der Dow Jones Verlierer der Woche Nvidia seine Quartalszahlen vor – dann muss sich zeigen, ob die KI-Nachfrage die politischen Sorgen überstrahlt.

Dow Jones Wochenverlierer Salesforce: -6,77 Prozent – Schulden, KI-Zweifel und ein schwächeres Rating Der Dow Jones Wochenverlierer Salesforce fiel um 6,77 Prozent auf 213,65 Dollar und war am Freitag mit einem Minus von 3,94 Prozent das Schlusslicht im gesamten Index. Der Softwarekonzern schloss an vier von fünf Tagen im Minus – nur die Wahlrally am Mittwoch brachte ein Plus von 2,21 Prozent.

Salesforce leidet unter einem Problem, das die gesamte Softwarebranche erfasst hat: der Sorge, dass KI-Agenten das klassische Geschäft mit Lizenzen pro Nutzer aushöhlen. Während Chipwerte am Dienstag und Freitag Erholungsversuche starteten, blieben Softwaretitel unter Druck. Hinzu kam eine konkrete Belastung: Die Ratingagentur S&P Global senkte die Kreditwürdigkeit von Salesforce am Mittwoch von „A+" auf „A". Als Gründe nannte sie die höhere Nettoverschuldung durch die jüngsten Übernahmen und ein schuldenfinanziertes Aktienrückkaufprogramm über 25 Milliarden Dollar. Der Ausblick bleibt stabil, doch die Botschaft wiegt schwer: Salesforce kauft Wachstum zu – zuletzt mit der geplanten Übernahme des Marketingsoftware-Anbieters Braze –, und die Börse will organisches Wachstum sehen.

Steigende Zinserwartungen nach dem Arbeitsmarktbericht machten die Lage am Freitag nicht besser, denn höhere Zinsen drücken die Bewertung von Wachstumswerten. Für den Dow Jones Verlierer der Woche Salesforce bleibt die Frage, ob das KI-Produkt Agentforce rechtzeitig zum Umsatzmotor wird.

Dow Jones Check: Was die Wochengewinner und Wochenverlierer verbindet

Auf den ersten Blick wirken die Listen zufällig. Doch der Dow Jones Check offenbart ein klares Muster. Die Dow Jones Wochengewinner Amazon, McDonald's, Disney und Home Depot hängen alle am amerikanischen Verbraucher, der von billigerem Benzin, politischer Gewissheit und der Hoffnung auf niedrigere Zölle profitiert. 3M ist der Sonderfall mit einem eigenen Befreiungsschlag. Die Dow Jones Wochenverlierer Caterpillar, Cisco und Nvidia bilden dagegen die Lieferkette der KI-Infrastruktur, Chevron hängt am Ölpreis, Salesforce an der Zukunft der Software.

Bemerkenswert ist auch, wer es nicht an die Spitze schaffte: Microsoft, am Mittwoch noch auf Rekordhoch, legte auf Wochensicht nur 1,67 Prozent zu. Alphabet, Coca-Cola und Walmart bewegten sich mit Wochengewinnen zwischen 1,6 und 1,8 Prozent in derselben Größenordnung. Die Dow Jones Analyse zeigt: Die Rotation aus der KI-Hardware in Konsum und Cloud ist kein Tagesphänomen mehr, sondern hat sich über die gesamte Woche durchgesetzt.

Ausblick: Inflationsdaten, Cisco, Disney und Nvidia als nächste Härtetests

Die kommenden zwei Wochen dürften kaum ruhiger werden. Am 10. November stehen die US-Verbraucherpreise für Oktober an. Nach dem starken Arbeitsmarktbericht entscheiden sie maßgeblich mit, ob die Fed im Dezember die Zinsen erhöht. Ein heißer Inflationswert würde zinssensible Dow Jones Wochengewinner wie Home Depot treffen. In der kommenden Woche legt Cisco seine Quartalszahlen vor, am 17. November folgen Disney und Home Depot, Mitte November Nvidia. Zudem hält Nike am 16. und 17. November seinen ersten Investor Day seit 2017 ab. Der nächste Dow Jones Check verspricht spannend zu werden.

Die fünf Dow Jones Wochengewinner der KW 45/2026

  1. Amazon (ISIN: US0231351067, WKN: 906866, Symbol: AMZN) – 259,30 US-Dollar, +7,88 Prozent Cloud-Riese profitiert von der Aussicht auf ein langsameres KI-Investitionstempo, Dreimonatshoch am Mittwoch.

  2. McDonald's (ISIN: US5801351017, WKN: 856958, Symbol: MCD) – 276,52 US-Dollar, +7,13 Prozent Gewinn je Aktie von 3,57 Dollar über den Erwartungen, US-Umsätze im September wieder im Plus.

  3. 3M (ISIN: US88579Y1010, WKN: 851745, Symbol: MMM) – 185,15 US-Dollar, +6,20 Prozent PFAS-Vergleich über 7,35 Milliarden Dollar günstiger als befürchtet, neues Rückkaufprogramm über sechs Milliarden Dollar.

  4. Walt Disney (ISIN: US2546871060, WKN: 855686, Symbol: DIS) – 116,75 US-Dollar, +5,24 Prozent Neues 52-Wochen-Hoch, Morgan Stanley hebt das Kursziel auf 133 Dollar, Quartalszahlen am 17. November.

  5. Home Depot (ISIN: US4370761029, WKN: 866953, Symbol: HD) – 343,47 US-Dollar, +4,33 Prozent Hoffnung auf eine neue Wohnungspolitik nach dem Wahlsieg der Demokraten, Quartalszahlen am 17. November.

Die fünf Dow Jones Wochenverlierer der KW 45/2026

  1. Caterpillar (ISIN: US1491231015, WKN: 850598, Symbol: CAT) – 558,63 US-Dollar, -10,30 Prozent Sorge vor Moratorien für Rechenzentren trifft die Stromerzeugungssparte, fast halbiert gegenüber dem Rekordhoch.

  2. Cisco (ISIN: US17275R1023, WKN: 878841, Symbol: CSCO) – 93,85 US-Dollar, -10,20 Prozent Morgan Stanley stuft ab und senkt das Kursziel auf 120 Dollar, Margensorgen, Quartalszahlen in der kommenden Woche.

  3. Chevron (ISIN: US1667641005, WKN: 852552, Symbol: CVX) – 212,61 US-Dollar, -9,73 Prozent Zwei Ölpreis-Einbrüche von jeweils rund acht Prozent, fünf Verlusttage in Folge.

  4. Nvidia (ISIN: US67066G1040, WKN: 918422, Symbol: NVDA) – 186,64 US-Dollar, -8,80 Prozent KI-Crash am Donnerstag mit minus 9,26 Prozent, Quartalszahlen Mitte November.

  5. Salesforce (ISIN: US79466L3024, WKN: A0B87V, Symbol: CRM) – 213,65 US-Dollar, -6,77 Prozent S&P Global senkt das Rating auf „A", anhaltende KI-Sorgen um das Softwaregeschäft.

Kursangaben in US-Dollar, Stand 6. November 2026, ca. 22:00 Uhr. Wochenveränderung gegenüber dem Schlusskurs vom 30. Oktober 2026. Dow-Jones-Stand: Indikation Société Générale.

Häufige Fragen zu den Dow Jones Wochengewinnern und Wochenverlierern

Welche Aktien waren die Dow Jones Gewinner der Woche? In der Woche vom 2. bis 6. November 2026 waren Amazon (+7,88 Prozent), McDonald's (+7,13 Prozent), 3M (+6,20 Prozent), Walt Disney (+5,24 Prozent) und Home Depot (+4,33 Prozent) die fünf Dow Jones Wochengewinner.

Welche Aktien waren die Dow Jones Verlierer der Woche? Caterpillar (-10,30 Prozent), Cisco (-10,20 Prozent), Chevron (-9,73 Prozent), Nvidia (-8,80 Prozent) und Salesforce (-6,77 Prozent) waren die fünf Dow Jones Wochenverlierer.

Wie hat sich der Dow Jones in dieser Woche entwickelt? Der Dow Jones verlor auf Wochensicht rund 0,9 Prozent auf rund 51.292 Punkte. Dazwischen lagen ein Plus von 3,07 Prozent am Mittwoch und ein Minus von 3,45 Prozent am Donnerstag.

Was waren die wichtigsten Kurstreiber? Der Wahlsieg der Demokraten im Kongress, zwei Ölpreis-Einbrüche von jeweils rund acht Prozent, die Sorge vor Moratorien für Rechenzentren, ein Ausverkauf bei KI-Aktien und ein überraschend starker Arbeitsmarktbericht.

Welche Termine sind als Nächstes wichtig? Am 10. November die US-Verbraucherpreise, in der kommenden Woche die Zahlen von Cisco, am 17. November Disney und Home Depot, Mitte November Nvidia.

Fazit der Dow Jones Analyse: Der Verbraucher schlägt den Chip

Der Dow Jones hat diese Woche mit einem kleinen Minus beendet, doch das Ergebnis täuscht über die Wucht der Bewegungen hinweg. Die Dow Jones Wochengewinner Amazon, McDonald's, 3M, Disney und Home Depot stehen für eine Börse, die auf billigeres Öl, politische Gewissheit und einen disziplinierteren KI-Investitionszyklus setzt. Die Dow Jones Wochenverlierer Caterpillar, Cisco, Chevron, Nvidia und Salesforce zeigen die Kehrseite: Wer vom ungebremsten Bau von Rechenzentren, vom hohen Ölpreis oder von teurer Software abhängt, muss sich auf eine neue Realität einstellen. Ob die Rotation hält, entscheiden nun Inflationsdaten und eine Serie von Quartalszahlen. Eines hat diese Woche aber schon gezeigt: An der Wall Street kann sich die Rangordnung innerhalb von 48 Stunden komplett umdrehen.

Redaktion, aktiencheck.de

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