Dow Jones Check: Microsoft, Nvidia und Amazon holen die KI-Käufer zurück – Sherwin-Williams und Merck ziehen den Dow ins Minus
Dow Jones Check: Microsoft, Nvidia und Amazon holen die KI-Käufer zurück – Sherwin-Williams und Merck ziehen den Dow ins Minus
Die Wall Street dreht am Wahltag die Rollen um: Was am Montag noch gefeiert wurde, wird heute verkauft – und umgekehrt. Während Nasdaq und S&P 500 dank einer Erholung bei Chip- und KI-Werten steigen, rutscht der Dow Jones um 0,43 Prozent auf 51.771 Punkte ab. Nur neun der 30 Werte schließen im Plus. Microsoft, Nvidia und Amazon führen die Dow Jones Gewinner an, während Sherwin-Williams, Merck und Home Depot die Liste der Dow Jones Verlierer anführen. Dazu belastet Apple nach einer enttäuschenden Margenprognose, und ein überraschend starker Arbeitsmarktbericht schiebt die Anleiherenditen nach oben. Unser Dow Jones Check zeigt, was hinter dem Rollentausch steckt – und warum die Nacht der Zwischenwahlen alles neu sortieren kann.

Autor: Redaktion, aktiencheck.de · 3. November 2026
Rollentausch am Wahltag: Warum der Dow Jones heute hinterherläuft
Wer die Dow Jones Analyse vom Montag gelesen hat, erkennt das heutige Muster sofort – nur spiegelverkehrt. Am Montag hatten ein Ölpreis-Crash von fast acht Prozent und ein starker ISM-Index die Old Economy beflügelt: Farbe, Baumarkt, Supermarkt und Burger statt Chips und Cloud. Heute fließt ein Teil dieses Geldes wieder zurück. Die Gewinner des Vortags wurden zur Finanzierungsquelle, die Verlierer des Vortags zur Einstiegschance. Genau das trifft den preisgewichteten Dow Jones besonders hart, denn Schwergewichte wie Sherwin-Williams und Home Depot, die am Montag noch mehr als 160 Indexpunkte geliefert hatten, kosteten den Index heute zusammen rund 110 Punkte.
Der erste große Kurstreiber kam schon vor der Eröffnung: Apple. Der iPhone-Konzern hatte am Montagabend Zahlen vorgelegt, die auf den ersten Blick glänzten – Umsatz und Gewinn lagen über den Erwartungen. Doch dann folgte die Prognose für die Bruttomarge im Weihnachtsquartal: nur 45 bis 46 Prozent, weniger als von Analysten erhofft. Grund sind explodierende Speicherpreise, die der neue Konzernchef John Ternus als „beispiellos“ bezeichnete. Vorbörslich verlor die Aktie zeitweise mehr als vier Prozent, zum Handelsschluss stand ein Minus von 1,84 Prozent. Weil Apple zu den teuersten Aktien im Index gehört, kostete allein dieser Rückgang den Dow Jones rund 40 Punkte.
Der zweite Treiber war die Erholung im Chip- und KI-Sektor. Nach dem Ausverkauf vom Montag, der den Philadelphia-Halbleiterindex rund 22 Prozent unter sein Hoch vom 6. Oktober gedrückt hatte, griffen Schnäppchenjäger zu. Nahezu alle Chip- und Speicherwerte im S&P 500 legten zu, angetrieben auch von der Vorfreude auf die Quartalszahlen von AMD und Super Micro nach US-Börsenschluss. Davon profitierten im Dow vor allem Microsoft, Nvidia und Amazon – die drei stärksten Werte des Tages. Die Nasdaq gewann 0,83 Prozent auf 25.372 Punkte, der S&P 500 0,36 Prozent auf 7.569 Punkte.
Der dritte Treiber kam vom Arbeitsmarkt – und er wirkte zweischneidig. Die Zahl der offenen Stellen sprang im September überraschend kräftig auf 7,52 Millionen. Was nach einer guten Nachricht klingt, ist für die Zinsfantasie eine schlechte: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf rund 4,95 Prozent, an den Terminmärkten wird eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 85 Prozent eingepreist. Steigende Renditen sind Gift für zinssensible Werte wie Baumarktketten, Farbenhersteller und defensive Dividendentitel – genau die Aktien, die heute am Ende der Dow-Tabelle stehen.
Über allem schwebt die Wahl. Die Amerikaner entscheiden heute über alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 Senatssitze. Umfragen und Prognosemärkte sehen die Demokraten vorn; auf der Plattform Polymarket lag die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg der Demokraten in beiden Kammern zuletzt bei rund 76 Prozent. Einige Rennen dürften erst nach der Nacht entschieden sein. Für die Börse geht es um Fiskalpolitik, Staatsverschuldung und damit um genau jene Anleiherenditen, die heute schon Druck machten. Der Ölpreis stabilisierte sich nach dem Einbruch vom Montag: Brent notierte bei rund 104 Dollar, WTI bei knapp 97 Dollar. Gold verlor knapp ein Prozent, der Volatilitätsindex VIX gab leicht auf rund 20,8 Punkte nach. Bemerkenswert am Rande: Der US-Benzinpreis erreichte laut Automobilclub AAA mit durchschnittlich 4,14 Dollar je Gallone einen Rekord für einen Wahltag.
Das Fazit dieses Dow Jones Check: Der Index fällt nicht, weil die Stimmung kippt, sondern weil die Rotation der vergangenen Tage eine Pause einlegt. Die breite Marktmehrheit war heute zwar negativ – an der NYSE überwogen die Verlierer deutlich –, doch die Technologiewerte zeigen, dass Anleger nach dem jüngsten KI-Ausverkauf wieder bereit sind, zuzugreifen.
Dow Jones Gewinner im Check: Microsoft, Nvidia, Amazon, Caterpillar und Cisco
Microsoft steigt um 2,82 Prozent auf 521,43 Dollar und ist damit der klare Spitzenreiter unter den Dow Jones Gewinnern – und mit rund 75 Indexpunkten zugleich der größte Einzeltreiber des Tages. Es ist eine bemerkenswerte Kehrtwende: Am Montag war Microsoft noch der größte Bremsklotz im Dow, belastet von der Sorge, dass selbst der finanzstärkste Tech-Konzern seine KI-Investitionen inzwischen über Schulden finanziert. Heute überwog die andere Lesart. Die Anleihe über 25 Milliarden Dollar, die am Mittwoch abgeschlossen werden soll, stieß auf Orders von rund 115 Milliarden Dollar – ein deutlicher Vertrauensbeweis der Anleiheinvestoren. Operativ läuft das Geschäft auf Hochtouren: Im ersten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um 19 Prozent auf 92,28 Milliarden Dollar, die Cloud-Plattform Azure wuchs um 48 Prozent. Dass Apple heute ausgerechnet wegen hoher Speicherpreise schwächelte, die von der KI-Nachfrage der Rechenzentren getrieben werden, unterstreicht zudem, wie groß der Hunger nach Rechenkapazität ist – Microsoft gehört zu den größten Anbietern dieser Kapazität. Die Kernfrage bleibt allerdings offen: Für 2026 plant der Konzern Investitionen von rund 170 Milliarden Dollar, der freie Cashflow ist zuletzt um 27 Prozent gesunken.
Nvidia legt 2,43 Prozent auf 206,97 Dollar zu und führt die Erholung im Chipsektor an. Der Halbleiterkonzern hatte am Montag 1,26 Prozent verloren, als die Übernahme von Lumentum durch Marvell und neue Schwäche bei Intel die gesamte KI-Hardware-Kette belasteten. Heute kehrten die Käufer zurück. Der Philadelphia-Halbleiterindex lag nach dem Ausverkauf rund 22 Prozent unter seinem Hoch vom 6. Oktober – für viele Investoren ein Niveau, das zum Einstieg einlädt. Hinzu kam die Spannung vor den Zahlen von AMD nach US-Börsenschluss: Der Konkurrent stieg im Vorfeld um mehr als 3,5 Prozent. Für Nvidia selbst liefert die Apple-Warnung indirekt Rückenwind: Wenn Speicherchips knapp und teuer werden, weil Rechenzentren für künstliche Intelligenz einen immer größeren Teil der Produktion beanspruchen, belegt das den anhaltenden Investitionsboom. Die nächste große Bewährungsprobe folgt Mitte November mit den eigenen Quartalszahlen.
Amazon gewinnt 2,14 Prozent auf 250,89 Dollar und setzt die Erholung nach dem Kursrutsch auf die Quartalszahlen fort. Ende Oktober war die Aktie eingebrochen, weil die Investitionen in Rechenzentren den freien Cashflow aufzehren. Seitdem kaufen Anleger die Schwäche: Am Montag gehörte Amazon zu den Top 10 im Dow, heute zu den Top 3. Amazon profitiert an Tagen wie diesem doppelt. Als Betreiber der Cloud-Plattform AWS ist der Konzern Teil der KI-Erholung, als Onlinehändler bleibt er weniger anfällig für den Gewinnmitnahme-Druck, der heute klassische Einzelhändler wie Walmart traf. Mit Kursen um 250 Dollar notiert die Aktie wieder auf dem Niveau vor den Zahlen.
Caterpillar steigt um 1,60 Prozent auf 623,42 Dollar und liefert mit rund 50 Indexpunkten den zweitgrößten Beitrag aller Dow-Werte. Die Erholung kommt von einem sehr tiefen Niveau: Innerhalb eines Monats hatte der Baumaschinenkonzern rund 28 Prozent verloren, nach den Quartalszahlen Ende Oktober erlebte die Aktie ihren schlechtesten Handelstag seit sieben Jahren. Dabei waren die Zahlen stark – der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar, die operative Marge kletterte auf 20,4 Prozent, der bereinigte Gewinn je Aktie auf 7,20 Dollar. Enttäuscht hatte allein der Ausblick auf ein nur moderates Umsatzwachstum im vierten Quartal, worauf mehrere Analysehäuser ihre Kursziele deutlich senkten. Heute lieferten die Konjunkturdaten Argumente für eine Gegenbewegung: Die Auftragseingänge der US-Industrie stiegen im September mit 1,8 Prozent deutlich stärker als erwartet. Die Aktie notiert dennoch weit unter ihrem Rekordhoch von über 1.000 Dollar aus dem Sommer.
Cisco legt 1,30 Prozent auf 102,94 Dollar zu und macht damit fast die Hälfte des Vortagesverlusts wett. Der Netzwerkausrüster profitiert von der Erholung der KI-Hardware-Werte, denn Cisco ist längst mehr als ein klassischer Router-Hersteller: Das Management erwartet im laufenden Geschäftsjahr Umsätze von rund 7,5 Milliarden Dollar mit KI-Infrastruktur für die großen Cloud-Anbieter. Genau diese Abhängigkeit vom Investitionszyklus der Hyperscaler hatte die Aktie am Montag belastet und hilft ihr heute. Die Speicherkrise, die Apple belastet, betrifft allerdings auch Cisco – steigende Komponentenkosten drücken bereits auf die Produktmarge. Im November legt der Konzern die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor.
Dow Jones Verlierer im Check: Sherwin-Williams, Merck, Home Depot, Walmart und Salesforce
Sherwin-Williams fällt um 3,42 Prozent auf 340,32 Dollar und ist damit das Schlusslicht unter den Dow Jones Verlierern – einen Tag nachdem der Farbenhersteller mit einem Plus von 5,94 Prozent noch der stärkste Wert im gesamten Index war. Mit rund 65 Indexpunkten war die Aktie zugleich der größte Belastungsfaktor des Tages. Eine negative Unternehmensnachricht gab es nicht; es ist die Kehrseite der Montagsrally. Gestern hatte der Ölpreis-Crash die Hoffnung auf sinkende Rohstoffkosten und mittelfristig niedrigere Zinsen beflügelt. Heute stabilisierte sich der Ölpreis, und die starken Arbeitsmarktdaten trieben die Anleiherenditen nach oben. Für ein Unternehmen, dessen Geschäft eng an Renovierung und Wohnungsbau hängt, sind höhere Zinsen das falsche Signal – gerade nach den schwachen Bauausgaben vom Vortag, die im September um 1,9 Prozent eingebrochen waren. Anleger, die am Montag auf die Wende gesetzt hatten, sicherten sich heute ihre Gewinne.
Merck & Co gibt 2,70 Prozent auf 144,35 Dollar nach und ist der einzige Wert unter den Top 5 der Dow Jones Verlierer mit konkreten Unternehmensnachrichten. Die DZ Bank stufte die Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ ab, mit einem Kursziel von 153 Dollar. Morgan Stanley senkte das Kursziel leicht von 177 auf 174 Dollar, bleibt aber bei „Overweight“. Zudem startete Merck mit ENHANCE-3 eine neue Phase-III-Studie mit dem Wirkstoff Ohtuvayre gegen akute Verschlechterungen der chronischen Lungenkrankheit COPD – ein langfristiges Projekt, das kurzfristig keine Umsätze bringt. Der gesamte Pharmasektor war schwach: Auch Pfizer gab trotz angehobener Jahresprognose nach, Johnson & Johnson verlor im Dow 1,71 Prozent. Für Merck kommt hinzu, dass die Aktie in diesem Jahr rund 40 Prozent gewonnen hat und zuletzt nahe ihrem Hoch notierte. Über allem schwebt die Frage, wie der Konzern den Patentablauf seines Krebs-Blockbusters Keytruda kompensieren will.
Home Depot verliert 2,41 Prozent auf 332,93 Dollar und gibt damit zwei Drittel des Vortagesgewinns wieder ab. Mit rund 45 Indexpunkten war der Baumarktriese der zweitgrößte Belastungsfaktor im Dow Jones. Die Logik ist dieselbe wie bei Sherwin-Williams: Die Wette auf sinkende Zinsen, die am Montag den Kurs getrieben hatte, wurde heute von steigenden Anleiherenditen durchkreuzt. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen nähert sich wieder der Marke von fünf Prozent, und damit bleiben auch die Hypothekenzinsen hoch, die den US-Immobilienmarkt seit Monaten lähmen. Ohne Bewegung am Immobilienmarkt fehlt der wichtigste Treiber für große Renovierungsprojekte. Home Depot baut zwar sein Geschäft mit Profikunden aus, doch solange die Zinsfrage offen ist, bleibt die Aktie ein Spielball der Anleihemärkte.
Walmart fällt um 2,11 Prozent auf 125,00 Dollar und erlebt damit einen klassischen Fall von Gewinnmitnahmen. Am Montag war der Einzelhandelsriese noch um 3,38 Prozent gestiegen, innerhalb eines Monats hatte die Aktie um rund 18 Prozent zugelegt. Nach einer solchen Rally reicht schon ein Stimmungswechsel, um Verkäufe auszulösen – und heute verlagerte sich das Interesse von defensiven Konsumwerten zurück zu Technologie. Basiskonsumgüter gehörten zu den schwächsten Branchen des Tages, auch Procter & Gamble und Coca-Cola gaben im Dow jeweils mehr als ein Prozent nach. Hinzu kommt ein Faktor, der den Verbraucher direkt betrifft: Die Benzinpreise liegen trotz des Ölpreisrückgangs der vergangenen Tage noch auf Rekordniveau für einen Wahltag, was die Kaufkraft der Walmart-Kunden belastet. Im November legt Walmart die Zahlen zum dritten Quartal vor, dann rückt das Weihnachtsgeschäft in den Fokus.
Salesforce verliert 1,95 Prozent auf 221,76 Dollar und kommt nicht aus dem Abwärtssog der Softwarebranche heraus. Zur Eröffnung hatte das Minus sogar mehr als vier Prozent betragen. Während Chipwerte heute zurückkehrten, blieben klassische Softwaretitel unter Druck: Im S&P 500 brach das Analysehaus Gartner um mehr als zwölf Prozent ein, auch andere Software- und IT-Dienstleister gaben deutlich nach. Die Sorge, dass KI-Agenten das klassische Geschäft mit Softwarelizenzen pro Nutzer aushöhlen, belastet die Branche seit Monaten und hat sich seit dem Kurssturz von ServiceNow Ende Oktober noch verschärft. Salesforce selbst setzt auf Gegenwehr durch Zukäufe und investiert weiter in künstliche Intelligenz – zuletzt mit der geplanten Übernahme des Marketingsoftware-Anbieters Braze. Die Börse aber will Wachstum sehen, keine Akquisitionen.
US-Konjunkturdaten in der Dow Jones Analyse: Jobmarkt überrascht, Industrie liefert, Verbraucher werden optimistischer
Der Wahltag brachte ein dichtes Datenpaket – und fast alle Zahlen fielen besser aus als erwartet. Für die Konjunktur ist das eine gute Nachricht, für die Zinsfantasie eine schlechte.
RCM/TIPP-Konjunkturoptimismus November: Den Auftakt machte ein Lichtblick bei der Verbraucherstimmung. Der RealClearMarkets/TIPP-Index stieg im November auf 48,5 Punkte nach 46,8 im Oktober und übertraf die Prognose von 46,2 Punkten deutlich. Es ist der dritte Anstieg in Folge und der höchste Stand seit Februar, alle drei Teilindizes legten zu. Allerdings liegt der Index nun schon den 15. Monat in Folge unter der neutralen Marke von 50 Punkten – die Amerikaner sind weniger pessimistisch, aber noch nicht optimistisch.
JOLTS-Bericht September (16:00 Uhr): Der wichtigste Datenpunkt des Tages fiel überraschend stark aus. Die Zahl der offenen Stellen stieg im September um 333.000 auf 7,52 Millionen. Volkswirte hatten nur mit rund 7,1 Millionen gerechnet, der Vormonat wurde zudem auf 7,19 Millionen nach oben revidiert. Es ist der stärkste Anstieg seit April und der höchste Stand seit Mai. Auf jeden Arbeitslosen kommen damit rund 1,06 offene Stellen. Bemerkenswert ist auch die Zahl der freiwilligen Kündigungen, die auf 3,37 Millionen kletterte – der höchste Wert seit Mai 2023. Wer kündigt, rechnet in der Regel damit, schnell einen neuen Job zu finden; das ist ein Zeichen für Vertrauen in den Arbeitsmarkt. Allerdings entfiel ein Großteil des Anstiegs auf Gastronomie und Hotellerie. Für die US-Notenbank liefert der Bericht Argumente, die Zinsen hoch zu halten oder sogar weiter anzuheben – entsprechend reagierten die Anleiherenditen.
Auftragseingänge der Industrie September (16:00 Uhr): Auch die Industrie lieferte. Die Auftragseingänge stiegen im September um 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat und übertrafen die Prognose von 1,2 bis 1,3 Prozent klar. Im August hatte das Plus nur 0,3 Prozent betragen. Getragen wurde der Anstieg von Bestellungen für Verkehrsflugzeuge, die um 28,3 Prozent zulegten, aber auch die Aufträge für Computer und Zubehör stiegen um 4,2 Prozent. Die finalen Daten zu den langlebigen Gütern bestätigten das Bild: Ohne Rüstung legten die Bestellungen um 2,3 Prozent zu (erwartet: 2,2 Prozent), ohne Transportsektor um 0,5 Prozent. Für Dow-Industriewerte wie Caterpillar und Honeywell, die heute zu den wenigen Gewinnern zählten, ist das Rückenwind.
Weitere Termine: Um 20:00 Uhr standen die Autoverkäufe für Oktober an (Prognose: 15,9 Millionen annualisiert nach 16,0 Millionen), um 22:30 Uhr folgen die Öllagerdaten des American Petroleum Institute, die nach dem jüngsten Preissturz besondere Aufmerksamkeit bekommen.
Unter dem Strich zeichnen die Daten das Bild einer robusten US-Wirtschaft mit stabilem Arbeitsmarkt und anziehender Industrie. Genau das ist das Problem für die Börse: Je stärker die Konjunktur, desto geringer die Chance auf Zinssenkungen – und desto wahrscheinlicher eine weitere Zinserhöhung im Dezember. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen bei rund 4,95 Prozent ist das klarste Signal dieses Tages.
Ausblick für den Dow Jones Check: Wahlnacht, Amgen, McDonald's und der Arbeitsmarktbericht
Die kommenden Stunden gehören der Politik. Die Ergebnisse der Zwischenwahlen laufen in der Nacht ein, einige Rennen dürften erst in den Folgetagen entschieden werden. Ein Machtwechsel im Kongress würde die Fiskalpolitik der kommenden zwei Jahre prägen – und damit die Anleiherenditen, die heute schon den Dow belastet haben. Unternehmensseitig legen nach US-Börsenschluss AMD und Super Micro ihre Zahlen vor, die den KI-Handel am Mittwoch prägen dürften; im Dow berichtet Amgen. Am Mittwoch vor Börsenbeginn folgt McDonald's mit den Zahlen zum dritten Quartal. Der Höhepunkt der Woche ist am Freitag der Arbeitsmarktbericht für Oktober: Volkswirte erwarten nur rund 59.000 neue Stellen nach 29.000 im September, die Arbeitslosenquote soll bei 4,2 Prozent verharren.
Die fünf größten Dow Jones Gewinner am 3. November 2026
Microsoft (ISIN: US5949181045, WKN: 870747, Symbol: MSFT) – 521,43 US-Dollar, +2,82 Prozent Rückkehr der KI-Käufer, Rekordnachfrage nach der 25-Milliarden-Anleihe. Größter Treiber des Dow Jones mit rund 75 Indexpunkten.
Nvidia (ISIN: US67066G1040, WKN: 918422, Symbol: NVDA) – 206,97 US-Dollar, +2,43 Prozent Erholung im Chipsektor nach dem Ausverkauf vom Montag, Spannung vor den AMD-Zahlen.
Amazon (ISIN: US0231351067, WKN: 906866, Symbol: AMZN) – 250,89 US-Dollar, +2,14 Prozent Fortgesetzte Erholung nach dem Kursrutsch auf die Quartalszahlen, Rückenwind durch die KI-Erholung.
Caterpillar (ISIN: US1491231015, WKN: 850598, Symbol: CAT) – 623,42 US-Dollar, +1,60 Prozent Gegenbewegung nach einem Monatsverlust von rund 28 Prozent, starke Auftragseingänge der Industrie.
Cisco (ISIN: US17275R1023, WKN: 878841, Symbol: CSCO) – 102,94 US-Dollar, +1,30 Prozent Erholung bei KI-Hardware, Quartalszahlen im November.
Die fünf größten Dow Jones Verlierer am 3. November 2026
Sherwin-Williams (ISIN: US8243481061, WKN: 856050, Symbol: SHW) – 340,32 US-Dollar, -3,42 Prozent Gewinnmitnahmen nach dem Kurssprung vom Montag, steigende Anleiherenditen belasten. Größter Bremsklotz im Dow mit rund 65 Indexpunkten.
Merck & Co (ISIN: US58933Y1055, WKN: A0YD8Q, Symbol: MRK) – 144,35 US-Dollar, -2,70 Prozent DZ Bank stuft auf „Halten“ ab, Morgan Stanley senkt das Kursziel leicht, schwacher Pharmasektor.
Home Depot (ISIN: US4370761029, WKN: 866953, Symbol: HD) – 332,93 US-Dollar, -2,41 Prozent Zinswette vom Montag durchkreuzt, Rendite zehnjähriger Anleihen nähert sich fünf Prozent.
Walmart (ISIN: US9311421039, WKN: 860853, Symbol: WMT) – 125,00 US-Dollar, -2,11 Prozent Gewinnmitnahmen nach einem Monatsplus von rund 18 Prozent, schwache Basiskonsumwerte.
Salesforce (ISIN: US79466L3024, WKN: A0B87V, Symbol: CRM) – 221,76 US-Dollar, -1,95 Prozent Anhaltender Druck auf Softwarewerte, KI-Sorgen um das Lizenzgeschäft.
Alle Dow-Jones-Aktien im Check: Kursentwicklung heute in Prozent
Die folgende Liste zeigt alle 30 Dow-Jones-Aktien, sortiert nach ihrer prozentualen Kursentwicklung – von den Dow Jones Gewinnern bis zu den Dow Jones Verlierern.
Microsoft: 521,43 US-Dollar, +2,82 Prozent
Nvidia: 206,97 US-Dollar, +2,43 Prozent Amazon: 250,89 US-Dollar, +2,14 Prozent Caterpillar: 623,42 US-Dollar, +1,60 Prozent Cisco: 102,94 US-Dollar, +1,30 Prozent Walt Disney: 114,26 US-Dollar, +1,01 Prozent UnitedHealth: 403,22 US-Dollar, +0,69 Prozent Alphabet A: 280,03 US-Dollar, +0,37 Prozent Honeywell: 224,29 US-Dollar, +0,23 Prozent Goldman Sachs: 894,06 US-Dollar, -0,52 Prozent 3M: 177,24 US-Dollar, -0,63 Prozent American Express: 324,95 US-Dollar, -0,92 Prozent JPMorgan Chase: 337,37 US-Dollar, -0,94 Prozent Chevron: 225,58 US-Dollar, -0,96 Prozent Amgen: 460,97 US-Dollar, -0,96 Prozent Travelers: 394,72 US-Dollar, -1,02 Prozent Boeing: 173,54 US-Dollar, -1,06 Prozent Procter & Gamble: 161,77 US-Dollar, -1,10 Prozent Coca-Cola: 94,75 US-Dollar, -1,13 Prozent McDonald's: 262,47 US-Dollar, -1,19 Prozent IBM: 249,42 US-Dollar, -1,22 Prozent Visa: 420,25 US-Dollar, -1,24 Prozent Johnson & Johnson: 265,95 US-Dollar, -1,71 Prozent Apple: 332,10 US-Dollar, -1,84 Prozent Nike: 38,40 US-Dollar, -1,84 Prozent Salesforce: 221,76 US-Dollar, -1,95 Prozent Walmart: 125,00 US-Dollar, -2,11 Prozent Home Depot: 332,93 US-Dollar, -2,41 Prozent Merck & Co: 144,35 US-Dollar, -2,70 Prozent
Sherwin-Williams: 340,32 US-Dollar, -3,42 Prozent
Kursangaben in US-Dollar, Stand 3. November 2026, ca. 22:00 Uhr. Dow-Jones-Stand: Indikation Société Générale, 21:59 Uhr. Indexpunkte-Beiträge gerundet.
Häufige Fragen zum Dow Jones Check
Wie hat der Dow Jones heute geschlossen? Der Dow Jones fiel um 0,43 Prozent beziehungsweise 222 Punkte auf 51.771 Zähler. Der S&P 500 stieg um 0,36 Prozent, die Nasdaq um 0,83 Prozent. Nur neun der 30 Dow-Werte schlossen im Plus.
Warum ist der Dow Jones gefallen, während Nasdaq und S&P 500 gestiegen sind? Anleger nahmen Gewinne bei den Konsum- und Bauwerten mit, die am Montag stark gestiegen waren, und schichteten in Technologie- und Chipwerte um. Apple belastete nach einer schwachen Margenprognose, starke Arbeitsmarktdaten trieben die Anleiherenditen nach oben.
Welche Aktien waren die Dow Jones Gewinner und Dow Jones Verlierer? An der Spitze standen Microsoft (+2,82 Prozent), Nvidia (+2,43 Prozent) und Amazon (+2,14 Prozent). Schlusslichter waren Sherwin-Williams (-3,42 Prozent), Merck (-2,70 Prozent) und Home Depot (-2,41 Prozent).
Welche Termine sind als Nächstes wichtig? In der Nacht die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen sowie die Quartalszahlen von AMD, Super Micro und Amgen, am Mittwoch McDonald's, am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober.
Fazit der Dow Jones Analyse: Die Rotation macht Pause – die Wahlnacht entscheidet über die Richtung
Der Wahltag hat gezeigt, wie schnell sich an der Wall Street die Vorzeichen drehen können. Die Dow Jones Gewinner Microsoft, Nvidia und Amazon stehen für die Rückkehr der Käufer zu den KI-Werten, die in den vergangenen Wochen so heftig abgestraft worden waren. Die Dow Jones Verlierer Sherwin-Williams, Merck und Home Depot zeigen die Kehrseite: Wer am Montag auf sinkende Zinsen und billigeres Öl gesetzt hatte, wurde heute von steigenden Anleiherenditen und einem robusten Arbeitsmarkt eingeholt. Dass der Dow Jones fällt, während Nasdaq und S&P 500 steigen, ist kein Zeichen von Panik, sondern einer Rotation, die eine Atempause einlegt. Die eigentliche Richtungsentscheidung fällt in der Nacht: Die Zwischenwahlen bestimmen über die Fiskalpolitik und damit über die Zinsen, AMD liefert das nächste Urteil über den KI-Boom. Der nächste Dow Jones Check dürfte spannend werden.
Redaktion, aktiencheck.de
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