Kolumnist: Börse Stuttgart AG

Exporte steigen, Produktion fällt




09.04.26 12:03
Börse Stuttgart AG


Die deutsche Industrie sendet widersprüchliche Signale: Während die Exporte im Februar 2026 laut Statistischem Bundesamt kalender- und saisonbereinigt um 3,6 Prozent zulegten, sank die reale Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Getragen wurde das Exportplus vor allem von den Ausfuhren in EU-Staaten, die um 5,8 Prozent zulegten. Insgesamt schloss die Außenhandelsbilanz mit einem Überschuss von knapp 20 Milliarden Euro. Auch auf der Produktionsseite gab es Lichtblicke: Die energieintensiven Industrien und die Automobilproduktion legten jeweils deutlich zu.


Dem gegenüber stehen spürbare Schwachstellen. Die Exporte in die USA – den wichtigsten Einzelabnehmerstaat – gingen um 7,5 Prozent zurück. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, warnt: „Wenn die Ausfuhren in den wichtigsten Abnehmerstaat deutscher Güter rückläufig sind, ist dies jedenfalls kein gutes Signal." Rückgänge im Baugewerbe, bei Datenverarbeitungsgeräten und in der Pharmaindustrie belasteten die Gesamtproduktion. Gitzels Fazit: „Die Industrieproduktion ist weiterhin mit angezogener Handbremse unterwegs.“ Der starke Anstieg der Rüstungsaufträge werde sich erst in einigen Monaten positiv in den Daten niederschlagen, so der Volkswirt weiter.


 


Die brüchige Waffenruhe im Iran-Krieg bestimmt das Geschehen an den Märkten. Am Anleihemarkt sind die Renditen im Wochenverlauf spürbar zurückgekommen – zehnjährige Bundesanleihen rentieren bei 2,92 Prozent, nachdem sie vergangene Woche noch bei über 3,00 Prozent gelegen hatten. Der Bund-Future notiert bei 125,87 Punkten (Vorwoche: 125,46 Punkte). Die Hoffnung auf sinkende Ölpreise dämpfte die Inflationssorgen, doch Brent notiert wieder bei rund 98 US-Dollar – nach Luftangriffen Israels auf die mit dem Iran verbündete Hisbollah Miliz hat der Iran den Öltankerverkehr durch die Straße von Hormus erneut gestoppt. Der DAX zeigt sich nach der Erholungsrally vom Vortag rund 1,15 Prozent leichter bei 23.800 Punkten.


 


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