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OpenAI-Sperrwelle: Auch Pro-Konten für 200 Dollar werden deaktiviert

Nutzer berichten von gesperrten Zugängen und automatischen Einspruchsablehnungen; OpenAI hat sich bislang nicht offiziell geäußert.

OpenAI-Sperrwelle: Auch Pro-Konten für 200 Dollar werden deaktiviert

Medienberichten zufolge hat OpenAI eine umfassende, automatisierte Sperrwelle gegen Konten seiner Dienste eingeleitet. Von den Deaktivierungen sind neben unentgeltlichen Profilen auch Kunden betroffen, die ein Pro-Abonnement für 200 US-Dollar im Monat nutzen.

Betroffene erhielten beim Versuch einer Anmeldung den Hinweis, dass ihr Konto gelöscht oder deaktiviert worden sei, häufig ohne vorangegangene Warnung per E-Mail. Durch die Blockade verloren zahlreiche Anwender den Zugriff auf ihre bisherigen Chatverläufe, Notizen und hinterlegten Arbeitsmaterialien.

Automatisierte Ablehnung von Beschwerden

Betroffene schildern erhebliche Schwierigkeiten bei dem Versuch, ihre Konten wieder freischalten zu lassen. Ein zahlender Pro-Kunde, dessen Konto mit dem Fehlerhinweis auf eine Deaktivierung gesperrt wurde, nutzte für den Zugang einen physischen Sicherheitsschlüssel und vermutete den Einsatz von VPN-Verbindungen über wechselnde Länder als Ursache.

Ein anderer Pro-Abonnent erhielt den Vorwurf einer Verbindung zu einem bereits früher gesperrten Konto; dessen Einspruch wurde nach rund einer Stunde abgelehnt.

Ein weiterer Nutzer, der ChatGPT seit rund vier Jahren abonniert hat, berichtete über eine erste Ablehnung innerhalb von Minuten und eine zweite automatisierte Zurückweisung seines ausführlichen Widerspruchs nach etwa einer Minute, gefolgt von rein vorgefertigten Standardantworten.

Der Kundendienst von OpenAI erklärte, Einzelfälle nicht im öffentlichen Forum zu behandeln. Betroffene sollten stattdessen die Verweise in Benachrichtigungen, das offizielle Einspruchsformular oder das Hilfezentrum verwenden. Medienberichten zufolge lehnte der Support jedoch die eingereichten Einsprüche ab, ohne konkrete Angaben zu den individuellen Ursachen der Sperrung zu machen.

Ursachen und technische Einschränkungen

Das Hilfezentrum von OpenAI verweist allgemein auf mehrere mögliche Gründe für Kontosperren. Dazu zählen Verstöße gegen Nutzungsrichtlinien, Versuche zur Umgehung von Schutzmechanismen, die unerlaubte Weitergabe von Zugängen oder Programmierschnittstellen sowie Auffälligkeiten bei Sicherheitsprüfungen und fehlende Verifizierungen. Auch Zugriffe aus Ländern, in denen die Dienste nicht offiziell angeboten werden, können demnach Deaktivierungen nach sich ziehen.

Als ein Auslöser der aktuellen Welle werden in Berichten häufige IP-Wechsel durch VPN-Dienste, Kontobeschränkungen pro Gerät oder Unregelmäßigkeiten bei der Zahlungsabwicklung vermutet. OpenAI hatte bereits zuvor Begrenzungen für bezahlte Konten pro Endgerät sowie pro Zahlungskarte eingeführt.

Nach vorliegenden Berichten konzentrierten sich Sperrungen unter anderem auf Nutzer in den Philippinen und der Türkei, auf vergünstigte Team-Tarife sowie auf Proxy- und Weiterleitungskonten, betrafen aber auch seit mehreren Monaten bestehende Kunden.

Auf der Statusseite von OpenAI wurden zeitgleich erhöhte Fehlerraten bei bestimmten US-Geschäftskreditkarten mit den Ziffernfolgen 544015, 546400, 543502, 543799, 512998 sowie teilweise 513989 verzeichnet. Das Unternehmen stufte diesen Vorfall als separates Problem des Zahlungskanals ein und sah keinen Zusammenhang mit den Kontodeaktivierungen.

Bis zum Redaktionsschluss lagen weder eine offizielle Stellungnahme von OpenAI noch Angaben zur Gesamtzahl der gesperrten Nutzerkonten vor. Das Unternehmen bereitet unterdessen weitere Anpassungen an seinen Regelwerken vor: Ab dem 20. November 2026 greift eine aktualisierte Nutzungsrichtlinie, die für Schnittstellen-Gateways von Drittanbietern und Modell-Router eine schriftliche Genehmigung verlangt.

Ab Dezember 2026 sollen sich zudem die Abonnementstufen Plus, Pro und Business bei ChatGPT und Codex ein gemeinsames Kontingent an Recheneinheiten teilen.

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