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ING Groep Quartalszahlen Q3: Sattes Plus bei den Zinserträgen

Alber bestätigt die Kaufempfehlung für ING trotz verfehlter Gewinnerwartungen und senkt das Kursziel auf 33 Euro.

ING Groep Quartalszahlen Q3: Sattes Plus bei den Zinserträgen
Bild: Raiffeisen Bank International AG

Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, rät in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der ING Groep N.V. (ISIN: NL0011821202, WKN: A2ANV3, Ticker: INN1) weiterhin zu kaufen.

Digitalisierung: ING habe eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung des Bankgeschäftes. Von den 41 Millionen Kund:innen würden 39% ihre Geschäfte primär über mobile Kanäle abwickeln. In sechs von neun Märkten habe ING den ersten Platz beim sogenannten "Net Promoter Score" erreicht, der die Kundenzufriedenheit messe.

Ertragsentwicklung: Die Erträge seien im Q3 2026 gegenüber dem Vorjahr um 13,4% auf EUR 4,34 Mrd. angestiegen, während sich die Kosten um lediglich 3,6% auf EUR 3,12 Mrd. erhöht hätten. Die Aufwands-/Ertragsquote habe sich folglich um einen Prozentpunkt auf 50,1% verbessert. Die Nettozinsmarge habe sich im Jahresvergleich von 1,37% auf 1,47% erhöht. Die Nettozinserträge hätten um satte 15,0% auf EUR 4,26 Mrd. zugelegt und die Provisionserträge um 9,3% auf EUR 1,27 Mrd.

Kreditqualität: Die Dotierungen zu Kreditrisikovorsorgen seien im Jahresvergleich um 23,6% auf EUR 403 Mio. gestiegen. Die Risikokosten insgesamt hätten gegenüber dem Vorquartal (Q2) geringfügig von 19 auf 21 Basispunkte des insgesamt ausständigen Kreditvolumens zugenommen, befänden sich damit aber noch immer auf einem moderaten Niveau.

Ergebnisentwicklung & Rentabilität: Unter dem Strich hätten die Niederländer im Berichtsquartal einen Gewinn von EUR 1,85 Mrd. eingefahren (Q2 2026: EUR 1,95 Mrd.; Q3 2025: EUR 1,79 Mrd.). Der von ING zusammengestellte Analystenkonsens habe hierfür bei EUR 1,97 Mrd. gelegen. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE) habe im Berichtsquartal bei 16,3% und in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres bei 15,6% gelegen.

Kapitalisierung: Die Kernkapitalquote (CET1) habe per Ende des Berichtsquartals 13,3% betragen (Q2: 13,1%) und liege somit im soliden Bereich bzw. deutlich über dem von der Aufsicht geforderten Minimum (11,1%). Damit habe das Institut einen ausreichenden Puffer für künftige regulatorische Anpassungen bzw. Verschärfungen sowie bei einer allfälligen Verschlechterung der Kreditqualität.

Ausblick 2026: ING habe seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigt und erwarte weiterhin Gesamterträge von mehr als EUR 24,5 Mrd., davon rund EUR 5 Mrd. an Provisionserträgen. Die operativen Kosten würden in einer Bandbreite von EUR 12,6 bis 12,8 Mrd. (2025: EUR 12,6 Mrd.) erwartet. Die Eigenkapitalrendite (RoTE) solle über 15% liegen, während weiterhin eine harte Kernkapitalquote von rund 13% angestrebt werde. Neben der Dividende (Zwischenausschüttung am 14. Januar) wolle man bis spätestens 26. April 2027 an die Aktionäre EUR 1,65 Mrd. über Aktienrückkäufe zurückführen.

Ausblick 2027: Bei Erträgen von über EUR 26 Mrd. (davon EUR 5,3 bis 5,5 Mrd. Provisionserträge) und operativen Kosten von rund EUR 13 Mrd. solle die CET1-Quote bei etwa 13% gehalten und der RoTE auf über 16% gesteigert werden.

ING profitiere wie seine Mitbewerber von einer soliden Entwicklung der Zins- und Provisionserträge. Während das Kreditgeschäft dank intakter Konjunktur von einer robusten Kreditnachfrage und geringen Ausfällen profitiere, würden die Gebühreneinnahmen nicht zuletzt dank der regen Handelstätigkeit der Kund:innen im Wertpapiergeschäft sprudeln. In Anbetracht der kaum spürbaren Auswirkungen der geopolitischen Krisenherde auf das Geschäft der europäischen Banken und der soliden konjunkturellen Entwicklung gehe Alber von anhaltend guten Ergebnissen im Sektor sowie bei ING aus.

Insofern bestätige Alber seine KAUF-Empfehlung für die ING-Aktie. Das Kursziel von EUR 33,00 (zuvor: EUR 34,00) basiere auf einem Dividend-Discount-Modell und die Zahlen auf Konsensschätzungen. (Analyse vom 05.11.2026)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

5. Zwischen RBI oder einer mit ihr verbundenen juristischen Person und dem Emittenten war in den vorangegangenen 12 Monaten eine Vereinbarung über die Erbringung von Wertpapierdienstleistungen gemäß Anhang I Abschnitte A (Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten) und B (Nebendienstleistungen) der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Kraft bzw. ergab sich in diesem Zusammenhang die Verpflichtung zu einer Zahlung oder zum Erhalt einer Entschädigung; wobei eine Offenlegung nur dann erfolgt, wenn dadurch die Vertraulichkeit von Geschäftsinformationen nicht verletzt wird.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

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