Griechenland macht ernst mit der Krypto-Besteuerung. Das Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das Gewinne aus Bitcoin und anderen Token künftig mit 10 Prozent belastet. Für Anleger im Land ändert sich damit ab Januar 2027 einiges.
Bitcoin: Athen schreibt die Steuer fest
Das Parlament beschloss eine Steuer auf Kryptogewinne; Erträge aus Staking und Lending werden mit 15 Prozent belastet.

Was das Gesetz regelt
Wer im Jahr netto bis zu 500 Euro Gewinn macht, bleibt steuerfrei. Wird die Schwelle überschritten, greift der Satz auf den gesamten Gewinn, nicht nur auf den übersteigenden Teil. Ein Anleger mit 600 Euro Nettogewinn zahlt demnach 60 Euro.
Steuerpflichtig ist nicht nur der Verkauf von Bitcoin gegen Euro. Auch wer Kryptowerte für Waren oder Dienstleistungen ausgibt, kann einen Veräußerungsvorgang auslösen. Anleger brauchen deshalb lückenlose Transaktionsnachweise zu Anschaffungskosten und Verkaufswerten.
Erträge aus Staking, Krypto-Lending und DeFi gelten als Zinseinkünfte und werden mit 15 Prozent besteuert. Verluste über 500 Euro lassen sich fünf Jahre vortragen. Zudem öffnet das Gesetz ein zwölfmonatiges Fenster, in dem sich bislang nicht erklärte Krypto-Einkünfte ohne Verspätungszuschläge nachmelden lassen.
Offene Fragen bei Token-Tausch
Athen will den Tausch einer Kryptowährung in eine andere nicht besteuern. Der beschlossene Wortlaut ist dafür allerdings womöglich nicht eindeutig genug. Der Wissenschaftliche Dienst des Parlaments wies darauf hin, dass die Formulierung "gegen Entgelt" auch Token-Tausch erfassen könnte. Er empfahl eine ausdrückliche Ausnahme und klarere Regeln für Stablecoins.
Das Finanzministerium kündigt Vorgaben zu Transparenz und Steuerprüfungen für die kommenden Wochen an. Wie viel die Steuer einbringt, hat die Regierung nicht beziffert. Viele griechische Anleger handeln über ausländische Plattformen, der Markt lässt sich schwer vermessen.
Bankenkrise als Argument für Selbstverwahrung
Parallel dazu gewinnt in der Szene ein anderes Thema an Fahrt. In Paraguay sperrte die Digitalbank Ueno rund drei Millionen Kunden von ihren Konten aus. Tausende gingen auf die Straße, Präsident Santiago Peña steht vor einem Amtsenthebungsverfahren.
Bitcoin-Befürworter nutzen die Lage für ihr Kernargument. JAN3-Gründer Samson Mow erklärte, ein breit verfügbares Bitcoin-Netz als paralleles System könnte die Folgen von Bankenpleiten abmildern. Aave-Gründer Stani Kulechov schrieb, Bitcoin sei "jetzt wichtiger denn je".
Auch die Sicherheit rund um Krypto-Karten rückt ins Blickfeld. Gnosis Pay meldete einen Datenabfluss in einem Altsystem, Kundengelder blieben unberührt. Das System soll am 20. Dezember abgeschaltet werden, bis dahin gilt 3D Secure für Online-Zahlungen verpflichtend. Zuvor hatten bereits Revolut und andere Anbieter ähnliche Vorfälle gemeldet.
Konkret wird es für Griechenland zum Jahreswechsel: Am 1. Januar 2027 treten die neuen Steuersätze in Kraft, die Präzisierung zum Token-Tausch dürfte bis dahin folgen.
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