Der Kreditmarkt wäre ohne jeden Puffer Spielball der Carrytrades und dies völlig unabhängig von der Solidität von Haushalts- und Geldpolitik. So erleiden aktuell alle EMs ihr Bonddesaster, insofern die US$ Carrytrades in die Rückabwicklung gehen. Nur als Beispiel:
Turkey 3yr government bond yield
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27.08.13 09:24
#233 #219 Verdient fast ein "Gut analysiert"
Trotz des eigenen Bias sollte man immer nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten. Schau Dir mal den Indikator 2011 an. Dort ging es in der Tat nach oben mit dem Kurs, nur halt nicht so hoch, wie die Bullen sich das wünschen.
Danach kam die große Klatsche, der tiefste Kurssturz seit 2008.
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auf der Makroebene: Die US sind als erste rein in die Krise und als erste wieder raus. Und markieren so den in diesem Zyklus am weitest fortgeschrittenen Markt. Andere Märkte hängen noch in Recession oder tendieren postrecessiv. Dies verdankt sich, unter anderem, den unterschiedlichen recessiven Triggern (Subprime, Euro, Piigs-Blase, EM-Blase), die zeitverzögert prekär wurden. Die Rückabwicklung der Krise sollte nach dem selben Muster erfolgen...
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Absolute bzw historisch extreme Levels für Sentimentindikationen sind relevant nur für den übergordneten Primärtrend. In Bestimmung sekundärer Trends (mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit) gilt hingegen der aktuelle Channel. Zur Einleitung einer massiven Korrektur bräuchte es ein Momentum, welches der grundsätzlich immer noch bullishen Marktpsychologie eins aufs freche Fresschen gibt. Für mich insofern stets eine prozyklische Option...
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Angehängte Grafik: obsglong.gif (verkleinert auf 85%)
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27.08.13 11:23
#238 Fill, zur Zeit scheint dein bullischer Trigger
Nicht nur Europa zu sein. dazu braucht es noch eine Beruhigung in Nahost und der Glaube, dass China wieder auf Kurs ist. Das gepaart mit Tapering dürfte den überzeugten Bullen gebären, die Voraussetzung für den finalen Anstieg.
Noch ist es nicht so weit und nichts wäre schöner für die Bullen, als vorher noch eine gesunde Marktkorrektur gesehen zu haben.
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der bullische 'Trigger' bewegt bereits den Markt und dabei bleibt es auch, solange letzterer kein Downmomentum entwickelt. Als 'News' wird er erst im Verlauf an die Oberfläche treten, Empathen werden möglicherweise etwas eher fündig...
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27.08.13 12:37
#240 Die inversen Folgen des schwarzen Schwans
Antifragilität:
'Rolf Dobelli: Nach dem Schwarzen Schwan haben Sie nun einen neuen Begriff in den Ring geworfen: "Antifragilität". Ein hässliches Wort.
Nassim Taleb: Ich brauchte ein Wort, um das Gegenteil von "Fragilität", also Zerbrechlichkeit, auszudrücken. Wenn ich Leute frage, was das Gegenteil von "zerbrechlich" sei, dann antworten Sie "stabil" oder "robust". Doch das Gegenteil von "positiv" ist nicht "neutral", sondern "negativ". Somit sollte das Gegenteil von "zerbrechlich" etwas sein, das an Schocks nicht nur nicht zerbricht, sondern davon sogar stärker wird. Ich nenne es antifragil. Fragile Dinge hassen Unruhe. Antifragile Dinge hingegen lieben das Chaos. Es erstaunt mich, dass bis heute niemand an Antifragilität gedacht hat.'
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27.08.13 12:51
#241 Wenn ich mir die Euwax ansehe, sind beide
Optionen zur Zeit möglich. Gerade geht der Markt runter und schon wird gelongt. Das kann auch schnell in die Hose gehen. Ebenso wird sofort geshortet, wenn es mal 100 Pünktchen nach oben geht.
Ich argumentiere jedoch nie auf der gleichen Ebene wie Du Fill, da ich nicht das ganz Große Bild handel, sondern nur auf Sicht von 2-3 Monaten. Dabei sehe ich natürlich auch, dass die Hausse noch Bestand hat, dazu gehören jedoch auch entsprechende Korrekturen. Das dies eine Spekulation ist liegt in der Natur der Börse und ein mögliches Scheitern ist eine Option.
Das kann man jedoch wirklich nur Retro beurteilen.
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Longen im fallenden Markt ist ein oft betriebener Sport, schau auf die Euwax-Historie. Das Schöne: Longen ist im Anfangsstadium, also ohne Kursbestätigung eines Bodens, trendbestätigend (nach unten). Denn der Markt kann erst drehen, wenn die Maximalzahl an Bullen geschlachtet ist und ihre Longs beginnt notzuverkaufen.
Der Witz an der Börse ist eben, dass jeder versucht schlauer als der Rest zu sein. Daher wird jeder Dip gelongt. Wie gesagt, eher bärisch als bullisch zur Zeit (am Kurstop).
beim Traden auf 3 Monatssicht der Seitwärtsmarkt und - nicht zu vernachlässigen - die temporären Divergencen unter den Märkten (zB Dow vs Dax). Erst wenn sich ein starker Trend durchsetzt, kommst Du in die Performance - idR nach einer Reihe vergeblicher Anläufe, die alle was kosten. Auch Zap könnte davon ein Lied singen...
Was die Euwax betrifft, denke ich, dass die von Dir beschriebene Antizyklik sich als Indikation weitestgehend rauskürzt...
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Angehängte Grafik: rising-rates.png (verkleinert auf 87%)
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27.08.13 16:33
#245 Richtig, fill (das mit dem Lied)
Das Problem eines Seitwärtsmartkes ist, dass Sentimenttrigger oftmal nicht funktionieren, weil die Masse sich eben oft selbst narrt. Kaum sehen die Leute den Ausbruch bleibt er aus und umgekehrt.
Insofern ist es richtig, dass man einen Seitwärtsmarkt auch unter Sentigesichtspunkten sehr schlecht timen kann.
Die Aufgabe ist es also, die Richtung des kommenden Ausbruches zumindest zu erahnen. Und da leistet die SentimentAnalyse eben hervorragendes, denn sie mißt die Überzeugung der Käufer. Ein Ausbruch fällt ja nicht vom Himmel sondern ist sentimenttechnisch vorgetriggert. Ist die Masse sehr bullisch und bleibt es auch bei Tests des Seitwärtstiefs, dann MUSS der Ausbruch nach oben erfolgen, weil auf lange Sicht die Verkäufer fehlen.
Zur Zeit ist es aber umgekehrt: Die Überzeugung läßt seit Monaten immer weiter nach. Insofern fehlt jetzt nur noch der Trigger, um den Durchbruch nach unten wahr zu machen. Dass es Syrien sein könnte, das konnte aber niemand ahnen.
Ifo und Dax sind im Prinzip im Gleichklang. Damit korrelieren Ifo-Tops mit Dax-Tops. Die IFO-Prognosen kann man als Strichverlängerung interpretieren, nicht besser als die jedes Hobbybörsianers.
Fazit: Die heutige Ifo-Jubelmeldung ist bärisch zu interpretieren wenn nicht von neuem Daxhoch bestätigt.
Fakt ist, dass mit der Niedrigzinspolitik die Deflationsneigung zunimmt und Überschuldungssituationen nicht mehr weginflationiert werden können. Dadurch steigt der Pleitedruck.
27.08.13 18:00
#248 Ja, das Lied kann ich auch singen!
Der letzte Anstieg der deutschen Aktien war leider höher als bei den Amis, so dass es für einen Gewinn eng wird. Momentum haben wir ja gerade, nun muss man genau beobachten wie weit es gehen könnte, oder wann es zu einer Bodenbildung kommt.
Wenn es nicht klappt, kann man selbst bei dieser Ausgangslage mit einem blauen Auge davon kommen, wenn die nächsten Schritte besser getimt sind.
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