sachsenpaule, Zbigniew Brzezinski war der Sicherheitsberater unter Carter. Und der hat ein interessantes Buch geschrieben: The great Chessboard. Würde ich mal lesen. Dieser Brzezinski hat selbst 1998 in einem Interview mit dem französischen Le Nouvel Observateur berichtet, dass Carter die Direktive zur Unterstützung der Mujahedin schon am 3. Juli 1979 unterschrieb. Die Sowjets waren aber erst ab Heiligabend 1979 in Afghanistan. Brezezinskis Plan war es, die Sowjets in eine "afghanische Falle" zu locken.
Ich denke, du verstehst die Bedeutung von "Schachbrett". Man will dem anderen immer ein paar Züge voraus sein, und sich selbst in eine gute Angriffsposition bringen.
Was nun den 11. September betrifft: Nach Meinung des französischen Figaro traf sich die CIA noch im Juli 2001 also zwei Monate vor den Anschlägen auf die Twin Towers mit Bin Laden. http://www.guardian.co.uk/waronterror/story/....html#article_continue Das ist ja auch naheliegend. Der Typ wurde über Jahrzehnte unterstützt. Wie auch immer seine mentalen Wandlungen in der Zeit waren, natürlich würde ich auch als CIA versuchen, diesen Kontakt zu halten. Und als Politiker würde ich versuchen, diesen Kontakt für meine Interessen zu instrumentalisieren. Von Scholl-Latour wissen wir, dass die Meinung der Mujahedin über die USA schon immer negativ war, auch als sie von dort noch Waffenhilfe in Millionenhöhe erhielten. Aber sie waren die Figuren in einem Stellvertreterkrieg und holten mit Stingers russische Hubschrauber vom Himmel und schwächten letztlich das russische Imperium. Mal angenommen, ich wäre die Regierung eines Landes, das sich nicht scheut, mit Lügen Kriege z.B. in Vietnam, Grenada oder dem Irak zu beginnen, von denen mindestens zwei Tausende meiner eigenen Landsleute das Leben kosteten - hätte ich große mentale Probleme, die moslemische Bergguerilla in ein paar Flugzeuge zur Durchsetzung meiner geostrategischen Ziele zu drapieren?
Das sind natürlich nur ein paar Gedanken. Ich würde sie aber nicht als völlig unwahrscheinlich ansehen, schon gar nicht nach der Denkschrift von Wolfowitz Project for the New American Century, in der er eine Beschleunigung der Erreichung der us-amerikanischen Ziele durch ein "katalysierendes Ereignis" wie ein "neues Pearl Harbor" möglich sah. "Further, the process of transformation, even if it brings revolutionary change, is likely to be a long one, absent some catastrophic and catalyzing event––like a new Pearl Harbor." |