In den vergangenen Jahren importierte Deutschland rund die Hälfte seines Kerosin- und ein Drittel seines Dieselbedarfs. Ein Teil dieser Lieferungen stammte aus Raffinerien am Persischen Golf, die derzeit vom Weltmarkt abgeschnitten sind, oder aus asiatischen Ländern, die ihr Rohöl vom Golf bezogen und denen nun der Nachschub fehlt.
Gleichzeitig produzieren deutsche Raffinerien deutlich mehr Ottokraftstoff als nachgefragt wird. Ein Teil davon wird - unter anderem in die USA - exportiert. In Europa verkaufen die Hersteller Super- und Normalbenzin zuletzt sogar unter ihren Herstellungskosten. Der Börsen-Referenzpreis für Benzin in Nordwesteuropa fiel zeitweise unter den Rohölpreis. Während Diesel und Kerosin knapp geworden und die Margen für die Raffinerien entsprechend in die Höhe geschossen sind, zahlen die Hersteller bei jedem Liter Super drauf.
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