Brexit: Wo ist eigentlich das Problem?

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neuester Beitrag:  25.04.21 09:51
eröffnet am: 26.06.16 11:43 von: Karlchen_V Anzahl Beiträge: 229
neuester Beitrag: 25.04.21 09:51 von: Utagmysa Leser gesamt: 20144
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27.06.16 14:46 #76 #70 mathematisch ja ...
nur stellt sich die Frage, worin für GB der Mehrwert bestehen soll, wenn daraus LB werden wird?  
27.06.16 14:52 #77 Ein Land was ohnehin ...
sich kaum eine Platte über die EU gemacht hat, wird durch dieses Referendum derartig gespalten, dass es in seine Einzeilteile zu zerfallen droht und damit nach dem Referendum definitiv mehr Probleme auf dem Tisch liegen hat als vorher.

Da kann man Schönrednerei betreiben wie man will, GB hat sich damit auf die Verliererstraße gesetzt und weit mehr Probleme auf dem Tisch als die EU durch den Verlust von GB.  
27.06.16 15:11 #78 kiiwii (#62): Das Habsburger Reich war auch k.
aber es wurde von manchen so gesehen, trotz der für damalige Verhältnisse ausgesprochen liberalen Nationaltätenpolitik der Habsburger - sieh Dir mal die vielen nicht gerade originär deutsch-österreichischen, aber einflussreichen Namen in der Wiener Politik- und Geschäftswelt an. Und dieses "Völkergefängnis"-Denken war immerhin so verbreitet, dass es zum Ausbruch eines Krieges führte, der Europa in die bis dahin größte Katastrophe seiner Geschichte führte.

Die Ähnlichkeiten zwischen einem Mammut-Europa und dem Habsburger Reich liegen auf der Hand: In beiden Fällen handelt es sich um Nationalitätenstaaten, im Falle der EU sogar um einen noch größeren als im Falle des Habsburger Reiches. Jeder Nationalitätenstaat ist in der Gefahr, daran zu zerbrechen, dass manche seiner einzelnen Nationen sich von andern übervorteilt fühlen. Je größer der Nationalitätenstaat ist, umso größer ist naturgemäß diese Gefahr. Wenn das schon im Fall des vergleichsweise kleinen Habsburger Reiches zu einer solchen Katastrophe führte, wie soll das dann wohl im Falle eines EU-Mammut-Staates enden, der durch auswuchernde Bürokratie und unterentwickelte demokratische Kontrollen gekennzeichnet  ist?  
27.06.16 15:30 #79 Tony(#66), kiiwii(#50): Das hat Karlchen
eigentlich in #53 schon beantwortet. Natürlich kann man Abstimmungsregeln so fassen, dass qualifizierte Mehrheiten notwendig sind. Aber dann muss das in beide Richtungen wirken und diese Regeln müssen VOR der Abstimmung aufgestellt worden sein. Hinterher herumzumähren, ist wirklich nur ein Zeichen für schlechtes Verlieren.  
27.06.16 15:37 #80 Der Kurs des Pfund Sterling
ist stärker unter Druck als der Kurs des Euro, soweit ich sehe. Das sagt doch was drüber aus, wer beim Brexit das Problem hat? Wesentlich mehr die Briten als die EU, folglich.  
27.06.16 15:41 #81 kiiwii: Um ein Missverständnis zu vermeiden:
Ich bin alles andere als glücklich über den Brexit, und zwar aus dem Grund, den Du in #55 im ersten Satz geschrieben hast. Durch den Auszug der Briten wird die von mir befürchtete Entwicklung wahrscheinlicher. Aber das ist natürlich die etwas egoistische Sicht eines Kontinentaleuropäers. Die Briten haben offenbar die Hoffnung aufgegeben, diese Entwicklung in der EU noch aufhalten zu können. Dass ihnen das Hemd näher ist als der Rock, das kann man ihnen wohl kaum übel nehmen.

Statt auf den Briten herumzuhacken, sollten wir deshalb lieber darüber nachdenken, warum die Briten diese Hoffnung aufgegeben haben. Und dann entsprechende Schlüsse ziehen.  
27.06.16 16:04 #82 ...
Rigomax hat die Sache vollkommen richtig dargestellt.
Wien war ausgesprochen konziliant ggü. den kleinen südslawischen Völkern. Hat dem Staat trotzdem nichts genutzt. Wenn es keine übergeordnete Identität gibt, die stärker ist als die lokale, tun Völker das, was sie in solchen Fällen immer tun: Sie versuchen, sich vom Hegemon zu befreien und ihre Eigenständigkeit wiederherzustellen.

Ein Realpolitiker bindet solche Befindlichkeiten in seine Rechnung mit ein.
Linke und Globalisierer tun das nicht, denn sie haben ein idologisches Programm, das da lautet: "Abschaffung der Nationen". Und das wird bis zum bitteren Ende durchgezogen.  
27.06.16 16:23 #83 Mal so ein britisches Käseblatt
British businesses have warned that Brexit will trigger investment cuts, hiring freezes and redundancies as the consequences of leaving the European Union threaten to destabilise markets further this week.

The survey by the Institute of Directors (IoD), which found that the majority of businesses believed Brexit was bad for them, comes amid fears that investors will wipe billions more pounds off share values on Monday morning, and signs that the pound, which hit a 30-year low on Friday, was coming under further pressure from trading in Asia. Sterling was down more than 1% as the Asian markets opened late on Sunday.

The IoD said a quarter of the members polled in a survey were putting hiring plans on hold, while 5% said they were set to make workers redundant. Nearly two-thirds of those polled said the outcome of the referendum was negative for their business. One in five respondents, out of a poll of more than 1,000 business leaders, were considering moving some of their operations outside of the UK.

https://www.theguardian.com/business/2016/jun/26/...hen-trade-reopens
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Es ist schwer bescheiden zu sein, wenn man so großartig ist wie ich(Muhammad Ali)
27.06.16 16:24 #84 79 - Rigomax, ja, volste Zustimmung; hatte auc.
keineswegs im Sinn, das asymetriusch oder gar nachträglich zu machen.
Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass Entscheidungen von solcher Tragweite (und das ist eine Verfassungsänderung ebenso wie in diesem Fall Beitritt/Austritt zu/aus einem Bündnis oder ähnlichem) mit anderen (qualifizierteren) Mehrheiten getroffen gehören als die Routinegesetzgebung  
27.06.16 16:25 #85 +l
27.06.16 16:28 #86 asymmetrisch nat.
27.06.16 16:34 #87 Auch lustig - der UKIP-Mann Farage
Als es noch nach einer Entscheidung zu Gunsten der Remain-Fraktion aussah, kündigte er an, eine weitere Abstimmung anzustreben. Ein so knappes Ergebnis sei nicht tragbar, anders als wenn es 33/66 ausgehen würde.

http://www.mirror.co.uk/news/uk-news/...nts-second-referendum-7985017

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Es ist schwer bescheiden zu sein, wenn man so großartig ist wie ich(Muhammad Ali)
27.06.16 16:51 #88 Um ein Verkehrsflugzeug zu bauen, braucht es
heute eben eine kritische Masse an Technologie-Potential. Das wird durch den Brexit geschwächt. Deshalb wird die Zukunft auf jeden Fall schwieriger. Europa hatte ja bisher schon Probleme, mit der Innovationsgeschwindigkeit mitzuhalten.
Für die nächsen paar Jahre wird es keinen Unterschied machen, aber danach ... Die Weichen für die Zukunft werden immer jetzt gelegt. Wenn ich sehe, was in den USA regelmäßig an Innovationen rausgehauen wird, übrigens auch militärisch. Drohnen ...

Tja, Killer-Drohnen gibt es, und wir haben dem nichts entgegenzusetzen. Nur als Beispiel.

Naja, dafür haben wir die Windräder. Die stehen dann vor der Küste und machen den US-Flugzeugträgern Angst.  
27.06.16 16:56 #89 Im Moment läuft die Debatte im Unterhaus
...live auf BBC  
27.06.16 16:57 #90 #87 Die Populisten aller Länder wissen eben
wie sie aus jeder Situation für sich das Optimale herausholen und das blöde Stimmvolk jubelt ihnen auch noch zu!
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Es ist nicht ausgeschlossen, dass mein Text auch eine Spur von Ironie enthält.
27.06.16 17:03 #91 die Debatte ist ein Genuss - das Haus ist voll .
setzt, und die Abgeordneten verhalten in einer Weise diszipliniert, daß wir viel über Debattenkultur dazulernen können...

schaut es euch an  
27.06.16 17:05 #92 nun kommt der Ruf nach vorgezogenen Neuwah.
27.06.16 17:15 #93 Und der Ruf nach einer neuen Abstimmung in
Schottland. Da bin ich aber neugierig, ob dann für den Fall einer Abspaltung auch nach höheren Quoten gerufen wird, und ggfs. ob das vor oder nach der Abstimmung geschieht. *g*
 
27.06.16 17:39 #94 #79
da gebe auch ich dir recht, die Rahmenbedingungen sollten vor einem Referendum festgelegt werden.

Interessant wäre es zu wissen, wie es sich im Falle verhalten würde, sollte ein EU-Austritt seitens des Parlaments beschlossen werden. Ob dafür nur eine einfache Mehrheit genügen würde?

Letztendlich müssen die Briten damit leben, das Rad wird sich sicherlich weiterdrehen und die Horrorszenarien höchstwahrscheinlich ausbleiben.
Eine Verbesserung der Situation jedenfalls ist mit dem Brexit in GB bislang nicht ansatzweise erkennbar und erwartbar, im Gegenteil, die Wahrscheinlichkeiten einer Verschlechterung durch Abspaltung von z.B. Schottland sind hoch.

Andererseits scheint der Nationalstolz diese Verschlechterungen wert zu sein und dies gilt es zu akzeptieren und zu respektieren. Den 48,x% wird dies sicherlich deutlich schwerer fallen als uns, die da von Außen über das Schicksal Anderer diskutieren und urteilen.  
27.06.16 17:43 #95 #93 ...
wohl eher nicht, denn wenn 52% der Briten 48% vor vollendete unwiderrufbare Tatsachen stellen, wird man sicherlich nicht erwarten können, dass nun andere Maßstäbe angesetzt werden.

Wobei selbst die qualifizierte Mehrheit in Schottland momentan erreichbar wäre, d.h. Schottland die 2/3 Mehrheit sicherlich zustande bekäme.  
27.06.16 17:44 #96 Grosses Problem
Formel 1

Mehrzahl der Teams sind aus UK oder operieren von dort.

http://www.formel1.de/news/business/2016-06-27/...-ungewisser-zukunft  
27.06.16 17:44 #97 angenommen ...
ein solches Ergebnis würde in Dtl. zu einem EU-Austritt führen, dann wäre dies für mich ein Grund stark darüber nachzudenken aus Dtl. auszuwandern.  
27.06.16 17:46 #98 bisher sind nur 2 oder 3 Dinge deutlich geword.
1. Die "Leaver" wollen nicht wirklich raus; sie wollen weiterhin volle Partizipation am Single Market, aber sie wollen nichts mehr an Brüssel zahlen.

2. Cameron wiederholt immer wieder, daß alles nur von einer neuen Regierung und einem neuen PM verhandelt werden könne.

3. Den meisten Abgeordneten geht jetzt erst ein Licht auf, was der Austritt bedeuten und was er sie wirklich kosten könnte...  
27.06.16 17:48 #99 Interessant auch, daß in UK lebende Polen nach.
Referendum angepöbelt werden und man sie aufgefordert hat, abzuhauen...
Das Land habe "Leave" beschlossen...  
27.06.16 18:00 #100 die unselige Merkel will es mit ihrem
breiten Hintern wieder aussitzen. Katastrophe programmiert!


http://www.spiegel.de/politik/deutschland/...en-merkel-a-1099993.html  
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