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Rohstoffmarkt bleibt angespannt




12.10.22 11:15
OFI Asset Management

Paris (www.aktiencheck.de) - Zusätzlich zur Zinsentwicklung belastet die Situation in China, dem größten Verbraucher von Metallen weltweit, den Markt, so Benjamin Louvet, Manager des OFI Financial Investment Energy Strategic Metals Fonds bei OFI Asset Management.

Die chinesische "Null-COVID"-Politik dämpfe weiterhin das Wachstum und gleichzeitig sei der Immobilienmarkt angeschlagen und zeige kaum Anzeichen einer Erholung. In dieser Situation werde sich die Regierung wahrscheinlich darauf konzentrieren, die Lage zu stabilisieren. Investoren würden keine massiven Stützungsmaßnahmen für den Immobiliensektor erwarten, da das Ziel sei, den Schuldenabbau voranzutreiben und Projekte fertigzustellen. Auch die "Null-Covid"-Maßnahmen der chinesischen Regierung dürften angesichts des bevorstehenden Winters und der langsam ansteigenden Impfrate der Bevölkerung nur sehr allmählich gelockert werden.

Vor diesem Hintergrund seien im dritten Quartal die Preise aller Industriemetalle gefallen. Aluminium und Kupfer seien mit Rückgängen um 11,6% und 8,5% am stärksten betroffen gewesen, was auf die enge Verbindung zwischen der Nachfrage und der globalen Wirtschaftstätigkeit zurückzuführen sei. Auch die Short-Positionen in diesen Metallen hätten ein historisch hohes Niveau erreicht, da Anleger versuchen würden, sich gegen Risiken des Wirtschaftsrückgangs abzusichern. Die Preise von Nickel und Zink hätten um 7% und 6% nachgegeben, während Blei als defensiver Marktwert profitiert habe.

Die Edelmetalle hätten unter dem starken Anstieg der Realzinsen und des Dollars gelitten: Gold sei im dritten Quartal um 8,5%, Silber um 7,2% und Platin um 4,3% gefallen. Lediglich Palladium habe mit 13,4% ein Kursplus verzeichnet. Das sei vor allem auf die Erholung der Verkäufe im Automobilsektor zurückzuführen, insbesondere in China.

Auch wenn es sich bei den Preisrückgängigen wohl um eine kurzfristige Entwicklung handele, bleibe der physische Markt nach wie vor angespannt. Die Lagerbestände würden auf einem historischen Tiefstand verharren, insbesondere bei Industriemetallen. Die ausbleibende Erholung deute darauf hin, dass der Rückgang der physischen Nachfrage zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausreiche, um einen erheblichen Überschuss zu erzeugen. Beispiel Kupfer: Das chinesische Konjunkturprogramm, das seit diesem Frühjahr umgesetzt werde, die Konzentration auf den Infrastruktursektor sowie die Beschleunigung der Energiewende hätten im Lande zu einem Nachfrageschub geführt, der den Nachfragerückgang aufgrund der Schwäche des Bausektors mehr als ausgleiche.

Eine nur geringfügige Verbesserung der Wirtschaftslage würde zu Angebotsengpässen führen und die strukturelle Herausforderung der Energiewende wieder zum Vorschein bringen, was einen Wiederanstieg der Preise für strategische Metalle zur Folge hätte. Ein diversifizertes Portfolio sei dann wichtiger den je. (12.10.2022/ac/a/m)








 
 
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