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London (www.aktiencheck.de) - In der vergangenen Woche standen die handelspolitischen Entwicklungen im Mittelpunkt, so Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.
US-Präsident Donald Trump habe Kanada und Mexiko Zölle in Höhe von 25 Prozent angedroht. Da die Volkswirtschaften dieser Länder in Schlüsselsektoren wie der Automobilindustrie und dem Energiesektor eng verflochten seien, bestehe das Potenzial für weitreichende wirtschaftliche Störungen.
Die Einführung solcher Zölle würde einen Angebotsschock bedeuten, der sich negativ auf das Wachstum auswirken und gleichzeitig die Inflation anheizen würde. Ihre Implementation sei aufgrund von Zugeständnissen in Bezug auf die Grenzsicherheit und die Fentanylimporte um einen Monat verschoben worden. Es erscheine RBC BlueBay Asset Management aber selbstgefällig, daraus zu schließen, dass die Bedrohung nun vollständig abgewendet sei.
Man habe immer wieder von Trump gehört, dass er Zölle als Mittel zur Erhöhung der Einnahmen und zur Umlenkung von Investitionen und Produktionskapazitäten in die USA sehe, um das Land wieder ‚groß zu machen‘. Daher gehe RBC BlueBay Asset Management davon aus, dass sowohl Mexiko als auch Kanada in gewissem Umfang Zölle auferlegt würden - wenn auch für ihr ‚gutes Verhalten‘ weniger als 25 Prozent.
Die Prognose der handelspolitischen Entwicklungen werde jedoch durch die sprunghafte Natur des US-Präsidenten erschwert. Offenbar sei selbst Finanzminister Scott Bessent nicht in Trumps Zollpläne eingeweiht gewesen, als diese am vergangenen Wochenende veröffentlicht geworden seien.
Klarer scheine, dass die Europäische Union (EU) das nächste Ziel von Trumps Zollangriffen sein werde. Man habe das Gefühl, als könnten jederzeit EU-Zölle in Höhe von 25 Prozent angekündigt werden. Diese könnten vermutlich auf etwa 10 Prozent gesenkt werden, sofern die EU keine Vergeltungsmaßnahmen ergreife und sich verpflichte, sowohl die Verteidigungsausgaben zu erhöhen als auch mehr Energie und landwirtschaftliche Erzeugnisse aus den USA zu kaufen.
Es sei jedoch nicht klar, ob die EU bereit sei, auf solche Forderungen einzugehen. Trump habe in dieser Woche haarsträubende Behauptungen über die Übernahme des Gaza-Streifens und die Vertreibung der Palästinenser aufgestellt. Man habe in den europäischen Hauptstädten das Gefühl, dass Trump ein unberechenbarer, unzuverlässiger Partner und ein Rüpel sei, dem jemand die Stirn bieten müsse.
Es wäre einfacher für die EU, einen solchen Standpunkt aus einer Position der Einigkeit und Stärke heraus einzunehmen. Die Realität sei aber, dass die Wirtschaft nach wie vor schwach sei und die politischen Trends in den einzelnen Mitgliedstaaten in eine eher nationalistische Richtung zeigen würden.
Heute stünden die US-Arbeitsmarktdaten an, gefolgt von den Verbraucherpreisen in der kommenden Woche. Es habe jedoch den Anschein, dass die Wirtschaftsdaten im Moment gegenüber Nachrichten aus dem Weißen Haus etwas in den Hintergrund treten würden. Aus der bisherigen Gesprächen von RBC BlueBay Asset Management mit politischen Entscheidungsträgern ergebe sich folgendes Bild: Die US-Regierung glaube, Zölle als eine Art Verbrauchssteuer für die US-Konsumenten positionieren zu können - wenn auch als eine, von der die inländischen Produzenten befreit seien.
Schließlich erhebe Europa eine Mehrwertsteuer auf US-Waren, die auf dem Kontinent verkauft würden. Diese verschaffe den nationalen Regierungen Steuereinnahmen. Die USA würden daher argumentieren, warum sie die Steuerlast nicht auf die gleiche Weise umlegen sollten. Vor diesem Hintergrund gebe es derzeit keine Umsatzsteuer auf US-Bundesebene.
Das Risiko in diesem politischen Kalkül der USA bestehe jedoch darin, dass man davon ausgehe, dass andere Akteure keine wirksamen Gegenmaßnahmen ergreifen könnten. Dieser Gedanke könnte jedoch falsch sein. Kanada habe scheinbar schon eine Liste mit möglichen Gegenzöllen. Das führe möglicherweise zu einer weiteren Eskalation und damit größeren wirtschaftlichen Schwierigkeiten auf beiden Seiten der Grenze. (07.02.2025/ac/a/m)
US-Präsident Donald Trump habe Kanada und Mexiko Zölle in Höhe von 25 Prozent angedroht. Da die Volkswirtschaften dieser Länder in Schlüsselsektoren wie der Automobilindustrie und dem Energiesektor eng verflochten seien, bestehe das Potenzial für weitreichende wirtschaftliche Störungen.
Die Einführung solcher Zölle würde einen Angebotsschock bedeuten, der sich negativ auf das Wachstum auswirken und gleichzeitig die Inflation anheizen würde. Ihre Implementation sei aufgrund von Zugeständnissen in Bezug auf die Grenzsicherheit und die Fentanylimporte um einen Monat verschoben worden. Es erscheine RBC BlueBay Asset Management aber selbstgefällig, daraus zu schließen, dass die Bedrohung nun vollständig abgewendet sei.
Man habe immer wieder von Trump gehört, dass er Zölle als Mittel zur Erhöhung der Einnahmen und zur Umlenkung von Investitionen und Produktionskapazitäten in die USA sehe, um das Land wieder ‚groß zu machen‘. Daher gehe RBC BlueBay Asset Management davon aus, dass sowohl Mexiko als auch Kanada in gewissem Umfang Zölle auferlegt würden - wenn auch für ihr ‚gutes Verhalten‘ weniger als 25 Prozent.
Klarer scheine, dass die Europäische Union (EU) das nächste Ziel von Trumps Zollangriffen sein werde. Man habe das Gefühl, als könnten jederzeit EU-Zölle in Höhe von 25 Prozent angekündigt werden. Diese könnten vermutlich auf etwa 10 Prozent gesenkt werden, sofern die EU keine Vergeltungsmaßnahmen ergreife und sich verpflichte, sowohl die Verteidigungsausgaben zu erhöhen als auch mehr Energie und landwirtschaftliche Erzeugnisse aus den USA zu kaufen.
Es sei jedoch nicht klar, ob die EU bereit sei, auf solche Forderungen einzugehen. Trump habe in dieser Woche haarsträubende Behauptungen über die Übernahme des Gaza-Streifens und die Vertreibung der Palästinenser aufgestellt. Man habe in den europäischen Hauptstädten das Gefühl, dass Trump ein unberechenbarer, unzuverlässiger Partner und ein Rüpel sei, dem jemand die Stirn bieten müsse.
Es wäre einfacher für die EU, einen solchen Standpunkt aus einer Position der Einigkeit und Stärke heraus einzunehmen. Die Realität sei aber, dass die Wirtschaft nach wie vor schwach sei und die politischen Trends in den einzelnen Mitgliedstaaten in eine eher nationalistische Richtung zeigen würden.
Heute stünden die US-Arbeitsmarktdaten an, gefolgt von den Verbraucherpreisen in der kommenden Woche. Es habe jedoch den Anschein, dass die Wirtschaftsdaten im Moment gegenüber Nachrichten aus dem Weißen Haus etwas in den Hintergrund treten würden. Aus der bisherigen Gesprächen von RBC BlueBay Asset Management mit politischen Entscheidungsträgern ergebe sich folgendes Bild: Die US-Regierung glaube, Zölle als eine Art Verbrauchssteuer für die US-Konsumenten positionieren zu können - wenn auch als eine, von der die inländischen Produzenten befreit seien.
Schließlich erhebe Europa eine Mehrwertsteuer auf US-Waren, die auf dem Kontinent verkauft würden. Diese verschaffe den nationalen Regierungen Steuereinnahmen. Die USA würden daher argumentieren, warum sie die Steuerlast nicht auf die gleiche Weise umlegen sollten. Vor diesem Hintergrund gebe es derzeit keine Umsatzsteuer auf US-Bundesebene.
Das Risiko in diesem politischen Kalkül der USA bestehe jedoch darin, dass man davon ausgehe, dass andere Akteure keine wirksamen Gegenmaßnahmen ergreifen könnten. Dieser Gedanke könnte jedoch falsch sein. Kanada habe scheinbar schon eine Liste mit möglichen Gegenzöllen. Das führe möglicherweise zu einer weiteren Eskalation und damit größeren wirtschaftlichen Schwierigkeiten auf beiden Seiten der Grenze. (07.02.2025/ac/a/m)
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