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Die Börsen im Rauschzustand




27.04.26 12:17
LAIQON AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - In der Vergangenheit, und verstärkt vor allem auch im letzten Jahr, mussten wir feststellen, dass sich die Investoren aufgrund der zunehmenden Verschuldung gewisser Länder immer mehr von den zentralen Märkten abgewendet haben und teilweise auch aus den FIAT-Währungen geflohen sind, so Adrian Daniel, Senior Portfoliomanager SPSW Capital GmbH, Tochtergesellschaft der LAIQON AG.

Das biete zwar gewisse Opportunitäten für aktive Manager, zeige aber auch, dass der zentrale Fokus auf die USA in gewisser Weise infrage gestellt werde - was möglicherweise wiederum auch die Schwäche des US-Dollar erkläre. Nach Auffassung von Adrian Daniel beginne damit gerade ein neues Regime - das "SPEED"-Regime.

Was bedeute "SPEED"-Regime?

Die Abkürzung "SPEED" stehe zum einen für die Beschleunigung bei der Entwicklung verschiedener struktureller Trends. Tagtäglich beschäftigen wir uns in unserer Arbeit mit der Analyse struktureller Veränderungen, und bei einigen Trends ist auffällig, dass sich die Geschwindigkeit ihrer Entwicklung deutlich beschleunigt hat, so Adrian Daniel, Senior Portfoliomanager SPSW Capital GmbH. Dazu zähle der Kampf um kritische Ressourcen, aber auch um die Vorherrschaft bei der künstlichen Intelligenz. Bei Letzterer bemerke man ja zuletzt auch eine deutliche Beschleunigung der Investitionen. Andererseits beschreibe "SPEED" aber auch einen Rauschzustand an den Kapitalmärkten, der durch die geopolitisch erzwungene, expansive Geldpolitik ausgelöst worden sei. Die Börsen würden gezwungenermaßen durch immer mehr Liquidität seitens der Notenbanken angeheizt, da einige Staaten bereits relativ stark verschuldet seien und somit auch eine günstigere Finanzierung benötigen würden.

Adrian Daniel, Senior Portfoliomanager SPSW Capital GmbH, habe sich erlaubt, dieses entstehende Regime anhand einer Karikatur zu verbildlichen, in der sich die führenden Chefs ausgewählter Länder in einer Art Tanz um Stühle herum bewegen würden - angelehnt an die "Reise nach Jerusalem". Im Hintergrund sehe man die Notenbanker den Takt vorgeben. Die Illustration sei eine Anspielung auf das Vertrauen der Anleger in die Schuldentragfähigkeit gewisser Länder, denn eines dieser Länder könnte dieses Vertrauen verlieren - versinnbildlicht durch den Stuhl, der dem Verlierer bei der "Reise nach Jerusalem" genommen werde.



Comeback der aktiv gemanagten Strategien?

In den letzten Jahren habe die Dominanz passiver Produkte immer weiter zugenommen. Nun habe sich das Sentiment gegenüber der Dominanz einiger Indices aber gedreht und Adrian Daniel, Senior Portfoliomanager SPSW Capital GmbH, halte es durchaus für möglich, dass die vielen Unsicherheiten in der aktuellen Lage zu einem Comeback der aktiven Strategien führen würden. Insbesondere auch deshalb, weil man habe feststellen müssen, dass mit der Verschuldungssituation auch eine Abkehr der Investoren von bestimmten FIAT-Währungen einhergegangen sei. Die zentrale Fokussierung der Aktienmärkte auf die USA werde also in gewisser Weise infrage gestellt und einige Investoren sähen dadurch auf fundamentaler Basis keine ausreichende Abbildung der Volkswirtschaft mehr gegeben. Das könnte zu einem bestimmten Grad möglicherweise auch die Schwäche des US-Dollar erklären. Aus diesem Grund werde auch der MSCI World als globales Aktieninvestment zunehmend kritisiert, da er zu rund drei Viertel aus Nordamerika bestehe. Diese Situation könne aktiven Investoren natürlich Opportunitäten bieten.

Der Tracking-Error als Alpha-Chance

Üblicherweise werde ein hoher Tracking-Error mit Risiko verbunden, gerade von institutionellen Anlegern. Für viele sei er ein Ausdruck des Abweichungsrisikos zu einer bestimmten strategischen Allokation. Die starke Konzentration der globalen Indices könnte allerdings auch dazu führen, dass man sich zu sehr in seiner Positionierung konzentriere. Deshalb sehe Adrian Daniel, Senior Portfoliomanager SPSW Capital GmbH, in einem hohen Tracking-Error eine Chance, sich bewusst vom Mainstream zu differenzieren und damit in seiner Positionierung einzigartig zu sein. In gewisser Hinsicht könne diese Abweichung auch als Grad dafür angesehen werden, wie aktiv die Manager seien. In seiner globalen Aktienstrategie habe Daniel beispielsweise in den vergangenen Jahren sogar einen zweistelligen Tracking-Error etabliert.

Die Potenziale Asiens

Während die Dominanz der USA vielerseits kritisiert werde, sehe Adrian Daniel in Asien enormes Wachstumspotenzial. In den letzten Jahren habe die Region aufgrund der technologischen Errungenschaften, die sie hervorgebracht habe, enorm an Bedeutung gewonnen. Mit Blick auf die Halbleiterindustrie führe mittlerweile kein Weg mehr an Korea oder Taiwan vorbei, und in Sachen Robotik und Automatisierung seien wiederum Japan und China zentral.

Doch nicht nur beim Thema künstliche Intelligenz würden sich Asien und die USA einen Wettstreit um die globale Führungsrolle liefern. Auch beim Konsummarkt könne man eine Verschiebung weg von den USA und hin zu Asien beobachten - insbesondere Richtung Indien, Indonesien und Vietnam. Das seien Regionen, die von einer jungen Konsumergeneration und sehr starken Populationen gekennzeichnet seien. Damit bilde sich nun ein Gegengewicht zum US-amerikanischen Konsummarkt, der historisch im Fokus der Anleger gestanden habe. Und auch bei den seltenen Erden finde ein Wetteifern zwischen Asien und Amerika statt.

Der Wettlauf um kritische Rohstoffe

An Beispielen wie dem Ukrainekrieg oder auch der Situation in Grönland und Venezuela sehe man, dass der Hunger nach entsprechenden Ressourcen wachse. Zudem gerate die strategische Sicherung kritischer Rohstoffe auch zunehmend ins Visier der Politik. Für diese Entwicklung sei auch Adrian Daniel, Senior Portfoliomanager SPSW Capital GmbH, Tochtergesellschaft der LAIQON AG, für seine Anleger positioniert, denn zukünftiges Wachstum werde nur mit der Sicherung bestimmter kritischer Rohstoffe möglich sein.

Asien nehme hier erneut eine Vormachtstellung ein und insbesondere China habe bei den seltenen Erden eine sehr gute Ausgangslage. Da diese für die Produktion vieler Schlüsseltechnologien und Rüstungsgüter notwendig seien, besitze China eine dominante Stellung in diesem Wettlauf, und dadurch sei Asien natürlich hervorragend positioniert.

Fazit: Die Investmenttrends mit den größten Wachstumspotenzialen bis 2030

Neben der Erschließung und Sicherung kritischer Ressourcen zähle zu den größten Wachstumstrends allem voran natürlich das Thema künstliche Intelligenz. Besonders stark liege der Fokus dort aktuell auf Unternehmen, die die entsprechende Infrastruktur für LLM's (Large Language Models) zur Verfügung stellen würden. Aber auch bei den Konsummärkten sehe man momentan eine klare Verschiebung in Richtung Asien, an der Adrian Daniel, Senior Portfoliomanager SPSW Capital GmbH, Tochtergesellschaft der LAIQON AG, in seinen Strategien partizipieren wolle.

Zusammengefasst dürften also die folgenden strukturellen Wachstumstrends in den nächsten Jahren die Entscheidenden sein:

• Sicherung und Produktionsausbau kritischer Rohstoffvorkommen
• Stärkere Nutzung von KI im Dienstleistungssektor
• Nutzung von KI für Robotik/Automatisierung
• Verschiebung der Konsumnachfrage in die EM bzw. Asien (27.04.2026/ac/a/m)








 
 
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