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Big Tech dominiert die Märkte




27.04.26 10:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Die Farce rund um Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran scheint kein Ende zu nehmen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Nachdem erst eine Waffenruhe nach der anderen verlängert worden sei, habe es zuletzt tatsächlich glaubhafte Anzeichen gegeben, dass die Gespräche in Islamabad zwischen den Konfliktparteien wieder aufgenommen würden. All dem habe Donald Trump jedoch am Wochenende ein Ende gesetzt, als er seine Unterhändler am Samstag zurückgepfiffen habe. Nach den Meldungen rund um einen erneuten Attentatsversuch auf die US-Regierung beim renommierten Dinner der White House Correspondents’ Association sei die Meldungslage rund um den Irankrieg jedoch in den Hintergrund gerückt - zumindest vorerst.

Für die Börsen sei all dies am Freitag noch nicht von Interesse gewesen. Vielmehr habe sich ein Anblick geboten, der die Anlegerschaft an alte Zeiten erinnert habe: Big Tech dominiere die Märkte. Getrieben von soliden Unternehmensergebnissen und einem allgemein wieder höheren Appetit auf die KI-Story hätten sowohl der S&P 500 als auch der NASDAQ 100 am letzten Handelstag der Woche ein abermaliges Rekordhoch erreicht. Abseits von Tech hätten sich auch Aktien aus dem Bereich Zyklischer Konsum großer Beliebtheit erfreut. Die restlichen Sektoren hätten eher am Abstellgleis gestanden.

Zum Auftakt der neuen Handelswoche setze sich die positive Stimmung vom Freitag in Asien fort. Makroseitig bleibe es heute und morgen ruhig, erst ab der Wochenmitte nehme der Datenkalender Fahrt auf, wobei der Fokus vor allem auf den BIP-Schätzungen liegen dürfte. In der Eurozone könne für das Aggregat ähnlich wie im Q4 2025 ein moderates Wachstum in Höhe von 0,2% p.q. ausgewiesen werden. Allerdings müsse bedacht werden, dass der Konflikt im Iran erst im letzten Monat dieses Quartals begonnen habe, weshalb der volle Effekt der aktuellen Spannungen eher in den Folgequartalen ersichtlich werden sollte; die tatsächliche Länge des Konflikts und die daraus resultierenden Marktdynamiken seien in diesem Kontext maßgeblich. Vor diesem Hintergrund seien auch die konstruktiven Q1-Wachstumsannahmen auf nationaler Ebene zu sehen, mit Prognosen von 0,1% für Deutschland, über 0,2% und 0,3% für Frankreich und Italien, bis hin zu 0,5% für Spanien. Auch für Österreich erscheine ein Wachstum von 0,2% realistisch.

In den USA sei ebenfalls von einem Aufschwung im Vergleich zum vierten Quartal 2025 (0,5% p.q., annualisiert) auszugehen. Dies komme jedoch wenig überraschend, da das BIP im letzten Quartal vom längsten Government-Shutdown der US-Geschichte verzerrt worden sei. Vor diesem Hintergrund erscheine der aktuelle BIP-Nowcast für das Q1 der Atlanta Fed in Höhe von 1,2% p.q. (annualisiert) für US-Verhältnisse relativ gering, was jedoch im Einklang mit den Erwartungen einer marginalen Abkühlung der Konjunktur in Richtung des Potenzialwachstums stehe. Abseits der BIP-Zahlen würden in dieser Woche auch die Notenbanksitzungen der EZB und der Fed im Fokus der Anlegerschaft stehen. Es werde in diesem Zusammenhang mit konstanten Leitzinsen dies- und jenseits des Atlantiks gerechnet.

An den Rohstoffbörsen komme das abermalige Scheitern der Iran-Gespräche nicht gut an. Das Barrel der Nordseesorte Brent habe sich bereits am Freitag den fünften Tag in Folge verteuert; am Morgen klettere der Ölpreis weiter über die Marke von 105 USD. Der Goldkurs habe ebenfalls mit Gewinnen ins Wochenende gehen können und liege auch am Morgen moderat im Plus. Der Bitcoin habe sich zuletzt am robustesten gezeigt und liebäugle mit der Marke von 80.000 USD.

Intel habe nicht nur solide Zahlen vorgelegt, sondern auch mit einem vielversprechenden Ausblick gepunktet. Die Aktie habe in der Spitze ein Kursplus von rund 26% erreicht - für die Anlegerschaft ein großer Moment, da dies das erste Allzeithoch seit dem Platzen der Dotcom-Blase bedeutet habe.
(27.04.2026/ac/a/m)







 
 
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