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Ausblick 2026: Wo der Exit-Stau bei Private Equity Chancen bietet




11.12.25 15:17
Neuberger Berman

New York (www.aktiencheck.de) - Auch wenn die Transaktionsaktivitäten wieder zunehmen: Die Liste der Private-Equity-Unternehmen, die einen Exit anstreben, ist lang. Anthony D. Tutrone, Global Head of Alternatives bei Neuberger Berman, erläutert in seinem Ausblick für 2026, inwiefern sich für Investoren daraus Chancen ergeben, welche Rolle künstliche Intelligenz an den privaten Märkten spielt und welche Trends den Private-Debt-Markt prägen.

Eine Herausforderung seien die verhaltenen Ausschüttungen infolge der eingeschränkten Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M&A) sowie Börsengänge, die zu längeren Haltedauern der Vermögenswerte und einem schwierigeren Fundraising-Umfeld geführt hätten. Die Transaktionsaktivitäten nähmen zwar wieder zu. Es werde aber voraussichtlich mehrere Jahre dauern, bis der Rückstau an Private-Equity-Portfoliounternehmen, die einen Exit anstreben, abgebaut sei. Positiv sei, dass dieses Umfeld weiterhin Chancen für Anbieter von Liquidität für Private-Equity-Sponsoren und ihre Investoren schaffe. Secondaries, Kapitallösungen und Co-Investments in Eigenkapital würden nach Ansicht von Anthony D. Tutrone potenziell attraktive Chancen über mehrere Jahre bieten.

Unterdessen nähmen verschiedene strukturelle Veränderungen konkrete Formen an. Dazu zählten die Deglobalisierung, ein potenziell weniger positives makroökonomisches Umfeld sowie die rasante Einführung künstlicher Intelligenz. Das bereite den Boden für eine größere Renditestreuung an den privaten Märkten. In diesem Umfeld werde die Auswahl der Investments noch entscheidender sein. Manager, die sich mit fundiertem Fachwissen und ausreichend Ressourcen der Wertschöpfung in ihren Portfoliounternehmen widmeten, würden am erfolgreichsten sein. Angesichts des langfristigen und flexiblen Charakters von privatem Kapital im Vergleich zu den traditionellen Märkten erwarte Anthony D. Tutrone außerdem, dass die Private Markets eine wichtige Rolle bei der Finanzierung des massiven Ausbaus der KI-bezogenen Infrastruktur spielen würden. Eine weitere, möglicherweise noch tiefgreifendere Veränderung sei der immer bessere Zugang zu den privaten Märkten für vermögende Privatanleger sowie Retail-Investoren. Nachdem der ELTIF in weiten Teilen Europas diesen Markt geöffnet habe, werde dies nun auch durch neue Regelungen des US-Arbeitsministeriums vorangetrieben, dank derer betriebliche Altersvorsorgepläne in die Private Markets investieren dürften.

Im Bereich Private Debt hätten Direktkreditgeber weiterhin einen bedeutenden Anteil am Markt für Leveraged Lending gegenüber syndizierten Krediten traditioneller Banken. Anthony D. Tutrone gehe davon aus, dass der Private-Debt-Markt weiter wachsen werde. Direktkreditgeber hätten gezeigt, dass sie eine schnellere Abwicklung, flexiblere Konditionen und höhere Zuverlässigkeit bieten würden. Wie im Bereich Private Equity erwarte er jedoch auch hier eine zunehmende Streuung der Renditen, da sich der Wettbewerb verschärfe. Die Auswahl der Manager bleibe entscheidend.

Investment-Implikationen – Key Takeaways:

Private Equity: Bereitstellung von Liquidität für erstklassige Sponsoren durch Midlife-Co-Investments, GP-geführte Continuation Fonds und maßgeschneiderte hybride Kapitallösungen.

Private Debt: Bevorzugung disziplinierter Direktkreditgeber in einem zunehmend umkämpften Markt. (11.12.2025/ac/a/m)








 
 
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