GeneScan zeichnen




13.07.00 00:00
GoingPublic-Online

Die GeneScan Europe AG (WKN 586150) kommt laut GoingPublic-Online am 21. Juli als erstes Unternehmen aus der "grünen" Biotechnologie an den Neuen Markt. Vom 13. bis zum 19. Juli können die Aktien in einer Spanne von 35,50 bis 39,50 Euro gezeichnet werden, so die IPO-Experten.

Insgesamt werden den Wertpapier-Fachleuten zufolge bis zu 2.704.603 Aktien ausgegeben, von denen 1.842.103 Aktien aus einer Kapitalerhöhung und 600.000 aus dem Besitz der Altaktionäre stammen. Die übrigen 262.500 Aktien würden von den Altaktionären im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption zur Verfügung gestellt. Nach Ausübung des Greenshoe würden sich rund 39,8 % der Aktien im Free Float befinden. Die Baden-Württembergische Bank AG fungiere als Konsortialführer. Daneben befänden sich die Schmidt Bank und die Concord Effekten im Konsortium. ConSors unterstütze den Börsengang als Sales Agent.

GeneScan gehe auf die 1992 gegründete Birsner und Grob GmbH zurück. Die Technologie des Freiburger Unternehmens erlaube es, genetische Veränderungen in Lebensmitteln zu entdecken. Auch krankheitserregende Bakterien könnten identifiziert werden, um so beispielsweise die Genießbarkeit von Speisen oder Trinkwasser zu prüfen. Dazu würden auf eine pfenniggroße Plattform rund 500 biochemische Moleküle aufgebracht, die als Meßpunkte dienten. Die Reaktion der Biomoleküle auf die zu untersuchenden Proben wie Tomatenpüree oder auch Milchprodukte werde mittels Fluoreszenz analysiert. Neben diesen sogenannten Biochips biete Genescan auch Schnelltestsysteme und verschiedene Beratungsdienstleistungen an. Derzeit beschäftige das Unternehmen rund 220 Mitarbeiter.

Der stark umkämpfte Markt für Biochips werde nach Schätzungen von Frost bis zum Jahr 2005 auf ein Volumen von etwa 6 Mrd. US-$ wachsen. 1999 habe GeneScan bei einem Umsatz von 5,2 Mio. Euro einen Verlust von 2,3 Mio. Euro erzielt. Im laufenden Jahr würden Erlöse von 12,7 Mio. Euro erwartet. Bedingt durch höhere Forschungsaufwendungen solle der Verlust auf 3,7 Mio. Euro steigen. Für 2001 seien Umsätze von 25,7 Mio. Euro und ein Verlust von 2,2 Mio. Euro geplant. Mit dem Erreichen der Gewinnschwelle rechne GoingPublic Research im Jahr 2002. Amerikanische Gesellschaften wie Affymetrix, Hyseq und Incyte, aber auch die deutsche MWG Biotech gehörten zu den Wettbewerbern. Allerdings entwickelten diese Unternehmen Biochips für den Bereich der Humandiagnostik. GeneScan habe sich mit der Konzentration auf die Analyse von Lebensmitteln ein spezifisches Know-how erarbeiten können. Dieses Alleinstellungsmerkmal verschone die Freiburger derzeit noch von direkter Konkurrenz.

Die Phantasie der GeneScan-Aktie basiere darauf, daß sich das Unternehmen technologisch und in einer global ausgerichteten Organisation im sich gerade erst entwickelnden Biochip-Markt gut positioniert habe. Mit einem Emissions-KUV für das Jahr 2001 auf Basis des oberen Endes der Bookbuilding-Spanne von 9 sei die GeneScan-Aktie aber sicher kein Schnäppchen. Das Unternehmen habe jedoch gute Chancen, schnell in diese Bewertung hineinzuwachsen. Anlegern, die nicht auf den "schnellen Biotech-Euro" aus seien, sei GeneScan zur Zeichnung empfohlen.








 
 
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