Triple Witching, kräftige Ausschläge und ein schwergewichtiger Verlierer – der Dow Jones hatte am Freitag einiges zu verdauen. Am Ende hielt der Index jedoch die wichtige 48.000er-Marke und schloss die Woche im Plus. Entscheidend war ein Kräftemessen innerhalb des Index: schwache Konsumwerte auf der einen, starke Finanz- und Tech-Schwergewichte auf der anderen Seite.
Triple Witching und Sektorrotation
Der Handelstag stand ganz im Zeichen des sogenannten Triple Witching. An diesem Termin laufen gleichzeitig Aktienoptionen, Index-Futures und Index-Optionen aus. Das sorgt typischerweise für hohe Umsätze und teils erratische Kursbewegungen – genau das war auch diesmal zu beobachten.
Gleichzeitig kam es zu einer deutlichen Sektorrotation zurück in „risk-on“-Bereiche. KI- und Halbleiterwerte lagen klar vorn und zogen auch Tech-Schwergewichte im Dow wie Microsoft und Salesforce mit. Insgesamt blieb der Dow zwar hinter S&P 500 und Nasdaq zurück, profitierte aber von solider Nachfrage nach Finanz- und Industriewerten und konnte so die Woche oberhalb von 48.000 Punkten beenden. Der Schlussstand lag bei 48.134,89 Zählern, was einem Tagesplus von 0,38 % entspricht.
Die Treiber im Index: Nike bremst, Goldman zieht
Im Tagesverlauf entwickelte sich im preisgewichteten Dow ein regelrechter Zahlenwettkampf zwischen Verlierern und Gewinnern.
Auf der negativen Seite stand vor allem Nike. Die Aktie brach zweistellig ein, nachdem das Unternehmen zwar die Gewinnerwartungen im zweiten Geschäftsquartal übertraf, gleichzeitig aber eine deutliche Schwäche im wichtigen Markt China meldete. Die Umsätze in Greater China gingen um 17 % zurück, zusätzlich belastete ein Rückgang der Bruttomarge um 300 Basispunkte – unter anderem wegen Zolleffekten. Für einen preisgewichteten Index wie den Dow wirkt ein solcher Rückgang eines Einzelwerts überproportional.
Auch der Häusermarkt hinterließ Spuren. Home Depot gab im Zuge leicht steigender US-Staatsanleiherenditen nach. Höhere Renditen verteuern Finanzierungen und drücken häufig auf die Stimmung bei bau- und wohnungsnahen Werten. Sherwin-Williams folgte dem schwächeren Housing-Sektor und schloss ebenfalls im Minus.
Auf der anderen Seite standen mehrere Schwergewichte, die den Index stützten:
- Goldman Sachs legte deutlich zu und leistete als hochpreisige Aktie einen besonders großen Beitrag zum Dow-Anstieg. Der Kursanstieg glich den Punkteverlust durch Nike nahezu aus.
- Nvidia profitierte von anhaltendem Optimismus rund um KI und Halbleiter. Rückenwind kam dabei auch von der Nachricht, dass Oracle das US-Geschäft von TikTok managen soll – eine Meldung, die Tech- und Cloud-Werte insgesamt stützte.
- Boeing setzte seine Erholung fort, da der Markt den Lieferzielen für 2026 zunehmend Vertrauen schenkt.
Die Mischung aus schwachen Konsum- und Housing-Werten auf der einen und starken Finanz- und Tech-Titeln auf der anderen Seite erklärt, warum der Dow zwar stieg, aber hinter den stärker wachstumsgetriebenen Indizes S&P 500 und Nasdaq zurückblieb.
Technisches Bild: Aufwärtstrend intakt
Aus technischer Sicht bleibt das Umfeld für den Dow freundlich. Der Index bewegt sich weiterhin komfortabel über seinen mittelfristigen Durchschnittslinien. Zum 50-Tage-Durchschnitt besteht ein Aufschlag von rund 1,5 %, zum 200-Tage-Durchschnitt sind es gut 8 %. Damit ist der mittelfristige Aufwärtstrend klar bestätigt.
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Wichtige Marken im Überblick:
- Unterstützung: Die Zone um 48.000 Punkte wurde im Tagesverlauf getestet und hielt. Sie fungiert kurzfristig als zentrale Untergrenze.
- Widerstand: Auf der Oberseite trifft der Dow im Bereich um 48.300 Punkte auf Angebot. Ein Ausbruch darüber würde den Weg in Richtung neuer Allzeithochs öffnen.
- Momentum: Der RSI liegt mit 62,4 Punkten im bullischen Bereich, ohne bereits in eine Überhitzung zu laufen.
- Niveau: Vom 52-Wochen-Hoch bei 48.704 Punkten ist der Dow nur knapp 1 % entfernt, vom Tief im April trennen ihn fast 28 %.
Auch die Volatilität bleibt moderat. Die 30-Tage-Volatilität liegt auf annualisierter Basis bei rund 11 %, was zu dem Bild eines grundsätzlich stabilen, aber klar aufwärtsgerichteten Marktes passt.
Makrofaktoren: Zinsen, Inflation, Japan
Auf der Makroseite wirkte am Freitag ein ganzes Bündel an Faktoren:
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Anleiherenditen: Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe stieg leicht auf 4,15 %. Dies spiegelte eher die höhere Risikobereitschaft der Anleger wider als neue Inflationssorgen. Für Banken wie Goldman Sachs ist ein solches Umfeld grundsätzlich positiv, weil die Erwartungen an die Zinsmargen steigen. Für zinssensitive Branchen wie den Häusermarkt (Home Depot, Sherwin-Williams) wirkt es dagegen bremsend.
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Inflation: Die Marktteilnehmer verarbeiteten weiterhin die schwächer als erwartete US-Inflationsrate für November (CPI bei 2,7 %). Die Daten stärken die Erwartung, dass die US-Notenbank im Jahr 2026 mit Zinssenkungen beginnen kann. Das stützt wachstumsorientierte Segmente wie Technologie und KI.
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Globale Notenbanken: Während die US-Börsen zulegten, war die Stimmung international verhaltener. Ein Zinsanstieg der Bank of Japan sorgte für einen festeren Yen und Bewegungen an den Devisenmärkten. Diese globale Divergenz zeigt, dass nicht alle Märkte im Gleichschritt laufen – die USA profitieren aktuell besonders von der Kombination aus moderater Inflation und anhaltendem Wachstumsoptimismus.
Ausblick: Santa-Rally und Chartmarken
Mit dem Triple-Witching-Tag im Rücken richtet sich der Blick nun auf die letzten Handelstage des Jahres. Statistisch ist die sogenannte „Santa-Claus-Rally“ – eine erhöhte Tendenz zu steigenden Kursen in den letzten fünf Handelstagen – ein bekanntes Phänomen. Für den Dow sind die Rahmenbedingungen dafür grundsätzlich gegeben:
- Die Unterstützung bei 48.000 Punkten hat im turbulenten Verfallshandel gehalten.
- Der Index notiert nahe seinem Rekordbereich, aber noch nicht in einer klar überkauften Zone.
- Makroseitig stützen die Aussicht auf niedrigere Zinsen 2026 und eine robuste Tech-Nachfrage.
Kurzfristig dürfte entscheidend sein, ob der Dow die Hürde um 48.300 Punkte überzeugend überwinden kann. Gelingt dieser Ausbruch bei gleichzeitig intakter Unterstützung nach unten, wäre aus aktueller Sicht ein Anlauf in Richtung 48.500 Punkte in den verbleibenden Handelstagen des Jahres ein realistisches Szenario.
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 49.142,15 | 49.223,86 | -81,71 | -0,17% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| US2605661048 | 969420 | 50.504 | 39.749 | |
| Handelsplatz | Letzter | Veränderung | Zeit |
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49.140,35 | -0,17% | 19:09 |
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| Antw. | Thema | Zeit |
| 313732 | QV ultimate (unlimited) | 21.04.26 |
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