Diageo startet unter dem neuen CEO Dave Lewis offenbar eine deutliche Portfolio-Bereinigung. Im Fokus steht ein möglicher Verkauf der China-Beteiligung, nachdem das Unternehmen bereits sein afrikanisches Biergeschäft veräußert hat. Kann die Veräußerungspolitik die hohe Verschuldung und das schleppende Volumenwachstum tatsächlich stabilisieren?
Was hinter dem Schritt steckt
Berichten zufolge prüft Diageo den Verkauf seiner 63%-Beteiligung an dem in Shanghai gelisteten Baijiu-Hersteller Sichuan Swellfun und arbeitet dafür mit Goldman Sachs und UBS zusammen. Der Anteil hat angesichts sinkender Verkäufe in China und eines sich verändernden regulatorischen Umfelds an Attraktivität verloren. Zuvor hatte Diageo seine 65%-Beteiligung an East African Breweries an Asahi verkauft – ein klares Zeichen für Lewis’ Strategie, das Portfolio zu verschlanken und sich von weniger passenden Assets zu trennen.
Hintergrund sind strukturelle Probleme: Nachfrageverlagerungen, Inflation und Handelszölle belasten Margen in wichtigen Märkten. Gleichzeitig lasten hohe Vorräte in Nordamerika auf den Umsätzen; dort meldete Diageo zuletzt einen Rückgang der organischen Nettoumsätze.
Zahlen, Risiken, Ausblick
Die Aktie notiert heute bei 18,75 € und liegt damit deutlich unter ihrem Jahreshoch. Wichtige Eckdaten auf einen Blick:
- Geplanter Prüfpunkt: 63%-Beteiligung an Sichuan Swellfun, Bewertung rund £2 Mrd.
- Bereits realisiert: Verkauf der 65%-Beteiligung an East African Breweries für £1,7 Mrd.
- Operative Probleme: US-Organic-Sales zuletzt minus 4,1% und ein hoher Lagerbestand in Nordamerika.
- Bilanz: Netto-Fremdkapital rund 21,8 Mrd. USD; Bewertungskennzahl bei etwa 13,4x erwarteten Gewinnen (gegenüber einem 10-Jahres-Durchschnitt von 20,8x).
- Kostenprogramm: Das „Accelerate“-Programm zielt auf rund 625 Mio. USD an Effizienzgewinnen.
- Renditefaktor: Dividendenrendite liegt bei circa 4,7%, über dem FTSE‑100‑Durchschnitt.
Analysten zeigen sich geteilt: Einerseits macht die niedrige Bewertung die Aktie für Value-Investoren interessant, andererseits bleiben viele Beobachter bei einer neutralen Haltung, bis belastbare Fortschritte bei Schuldenabbau und Volumenerholung sichtbar sind.
Konkrete Risiken sind die Umsetzung der Verkäufe (Timing, Preis) sowie das anhaltende schwache Absatzverhalten bei jüngeren Konsumenten. Externe Faktoren wie Zölle auf Tequila und kanadischen Whisky verschärfen die Margensituation in profitablen Märkten.
Am Ende hängt viel von der Verwendung der Mittel ab: Ein Teil der Erlöse aus Afrika könnte zur Schuldenreduktion dienen oder für Aktienrückkäufe eingesetzt werden — beides würde die Bilanz und das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital beeinflussen.
Fazit und Terminplan
Kurzfristig bleibt die Lage datengetrieben: Die Zwischenjahreszahlen Ende Januar sind ein Schlüsselereignis. Anleger werden dort insbesondere auf drei Punkte achten:
1. Konkrete Angaben zu den Restrukturierungskosten und Fortschritten beim „Accelerate“-Programm;
2. Eine mögliche Anpassung der Jahresprognose für organische Umsätze;
3. Klare Aussagen zur Verwendung der Erlöse aus jüngsten und möglichen weiteren Verkäufen (Schuldenabbau vs. Kapitalrückführung).
Gelingt der Verkauf von China-Assets zu marktgerechten Konditionen und fließen Mittel gezielt in Bilanzstärkung, könnte das den Druck von der Aktie nehmen. Bleiben Erlöse und Volumendynamik aus, dürfte die Aktie weiter unter Druck stehen.
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| GB0002374006 | 851247 | 26,61 € | 15,60 € | |
| Handelsplatz | Letzter | Veränderung | Zeit |
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16,955 € | -0,96% | 21:16 |
| Düsseldorf | 16,865 € | -0,65% | 19:32 |
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| Frankfurt | 17,055 € | -1,67% | 08:54 |
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