Kolumnist: Miningscout.de

USA erklären Kupfer und Graphit zu kritischen Rohstoffen




05.08.23 09:16
Miningscout.de

Kupfer und Nickel gelten als annähernd kritisch, Graphit sogar kurz- und mittelfristig als kritisch: Die neue Critical Raw Materials Liste des US-Energieministeriums ist erschienen. Zwei bekannte Metalle wurden wegen abnehmender Bedeutung dagegen gestrichen.


 



Das US-Energieministerium (DOE) hat am Montag mit dem Critical Materials Assessment 2023 die Liste der als kritisch eingestuften Rohstoffe aktualisiert. Auch Kupfer und Graphit finden sich nun darauf. Es ist das erste Mal, dass Kupfer durch eine US-Bundesbehörde als kritisch eingestuft wird.


Die endgültige Liste umfasst der Mitteilung des Ministeriums zufolge Aluminium, Kobalt, Kupfer, Dysprosium, Elektrostahl, Fluor, Gallium, Iridium, Lithium, Magnesium, Naturgraphit, Neodym, Nickel, Platin, Praseodym, Terbium, Silizium und Siliziumkarbid.


DOE-Bericht: Graphit kurz- und mittelfristig kritisch

In einem detaillierten Bericht nimmt das Ministerium zu der Situation bei den einzelnen Rohstoffen Stellung.


  • Aluminium, Kupfer, Nickel und Silizium wurden von "kurzfristig unkritisch" auf "annähernd kritisch" in der mittelfristigen Perspektive hochgestuft. Der Bericht betont die Bedeutung dieser Rohstoffe und Materialien für die Elektrifizierung. Vor allem im Zeitraum von 2025 bis 2035 sieht das Ministerium Engpässe auf dem Kupfermarkt – und steht damit nicht allein.
  • Rohstoffe, die in Batterien für Elektrofahrzeuge und stationäre Speicher verwendet werden -darunter Kobalt und Lithium – gelten als kritisch. Das gilt nun auch für Naturgraphit (in Abgrenzung zu synthetischem Graphit). Graphit gilt sowohl kurz- als auch langfristig als kritisch.
  • Metalle der Platingruppe, die in Wasserstoffelektrolyseuren verwendet werden, wie Platin und Iridium, sind aufgrund der wachsenden Bedeutung von Wasserstofftechnologien nun ebenfalls kritisch. Nicht mehr als kritisch werden dagegen Palladium und Rhodium eingestuft. Der Grund: Die mittelfristig abnehmende Bedeutung von Katalysatoren.
  • Seltenerdmaterialien wie Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium, die in Magneten in Elektrofahrzeugmotoren und Windturbinengeneratoren zum Einsatz kommen, sind weiterhin kritisch – aber in unterschiedlichem Maße. Dysprosium wird häufiger in hochwertigen Magneten eingesetzt, Terbium dient als Substitut – deshalb ist Dysprosium etwas kritischer als Terbium. Praesodym wird mittelfristig als kritisch, kurzfristig als annähernd kritisch eingestuft.
  • Gallium – für das China jüngst Ausfuhrbeschränkungen erließ – wird in LEDs, Magneten und Halbleitern verwendet und gilt weiterhin als kritisch.
Steuergutschriften aus Inflation Reduction Act

Die DOE-Liste kritischer Materialien ist entscheidend für die Berechtigung zu Steuergutschriften im Rahmen des Inflation Reduction Acts. Dieser sieht vor, dass Steuergutschriften erhältlich sind, wenn ein bestimmter Anteil der etwa in E-Autos verbauten Rohstoffe aus den USA oder einem Land mit Freihandelsabkommen stammt.


Ganz überraschend kam die Aufnahme von Kupfer nicht. Das Ministerium hatte vorab einen Entwurf veröffentlicht, zu dem der Lobbyverband Copper Development Association (CDA) bereits Anfang Juni gratuliert hatte. Zudem werden für den Kupfermarkt Defizite prognostiziert, weil zu wenige neue Projekte an den Start gehen und die Erzgehalte neuer Projekte sinken.


CDA CEO Andrew G. Kireta hatte damals noch weitergehende Schritte gefordert. "Während sich die Liste der kritischen Materialien des DOE nur auf die Bedeutung für Energietechnologien konzentriert, wissen wir, dass Kupfer für die allgemeine wirtschaftliche und nationale Sicherheit der USA von entscheidender Bedeutung ist."


Die CDA werde sich deshalb weiter um die Aufnahme von Kupfer auf die offizielle USGS-Liste kritischer Mineralien bemühen – und könne sich dabei auf überparteiliche Unterstützung verlassen.


Die Liste des Ministeriums ist nicht mit der des US Geological Survey zu verwechseln. Das Ministerium interessiert sich für "Schlüsselmaterialien mit hohem Risiko einer Versorgungsunterbrechung, die für saubere Energietechnologien von wesentlicher Bedeutung sind".


Das USGS dagegen definiert kritische Rohstoffe als solche, die – fernab von den Energierohstoffen – "für die wirtschaftliche oder nationale Sicherheit der USA von wesentlicher Bedeutung sind und deren Lieferkette anfällig für Störungen ist".


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