Die Preise für Lithiumcarbonat sind zuletzt wieder gestiegen – insbesondere in China, wo Produktionsstörungen in einem wichtigen Hub im Raum stehen. Die meisten Analysten glauben jedoch noch nicht an eine Trendwende. Bei den Aktienkursen von Albemarle, SQM und Ganfeng Lithium könnte diese aber bereits eingesetzt haben.
Die Lithiumpreise sind 2023 regelrecht abgestürzt, weil die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen hinter den Erwartungen zurückblieb. Das neu auf den Markt tretende Angebot fand kurzfristig keine ausreichende Nachfrage. Doch nun könnte es erste Anzeichen für eine Bodenbildung geben.
Lithiumpreise in China legen um 20 % zu
Der Spotpreis für Lithiumcarbonat in China ist wieder auf den höchsten Stand seit Dezember gestiegen. Auch die Handelsaktivität am Terminmarkt legte zuletzt deutlich zu – an der Guangzhou Futures Exchange im letzten Monat um mehr als 20 %. Ein Grund dafür sind Spekulationen über Produktionsstörungen in einem wichtigen Hub.
Wie ein Blick auf Kursdaten von Asian Metal zeigt, ist der Preis für Lithiumcarbonat (99,2 %) mit Lieferung nach China in den letzten zwei Monaten um rund 20 % gestiegen. Der Preis für Lithiumcarbonat (99,5 %) legte um rund 18 % zu. Auch die Preise in Europa und den USA stiegen zuletzt, wenngleich der Anstieg mit rund 5 % weniger stark ausfiel als in China.
Zuletzt hatten mehrere Großunternehmen sich zu den Lithiumpreisen geäußert. Der weltgrößte Produzent Albemarle etwa hält die aktuellen Preise für nicht nachhaltig. SQM treibt den Ausbau der Produktion voran, auch Rio Tinto rechnet – bei hoher Volatilität – mit steigenden Preisen.
Kurzfristig dürfte die EV-Nachfrage nicht allzu weit über den Erwartungen liegen. Zu nachhaltig steigenden Preisen könnte es allenfalls kommen, wenn Angebot aufgrund der niedrigen Preise vom Markt genommen wird. Solche Schließungen gab es bereits. So hatte etwa Core Lithium einige Betriebe mit Verweis auf die Preisrückgänge eingestellt.
Lithium: UBS und Goldman Sachs glauben noch nicht an Trendwende
Die Investmentbank UBS konstatiert in einem aktuellen Bericht, dass der Lithiummarkt weiterhin von einem Überschuss gekennzeichnet sei. "Der Lithiummarkt balanciert sich neu, die Industrie drosselt Produktion und Projekte", konstatiert der Bericht.
Es seien Fortschritte in Richtung eines Marktgleichgewichts zu erkennen. Diese Fortschritte könnten sich jedoch als vorübergehend erweisen, sollte sich die Preiserwartungen zu stark und zu schnell verbessern.
Auch Goldman Sachs glaubt noch nicht an ein Ende des Bärenmarktes. Eine diesbezügliche Interpretation der jüngsten Preissteigerungen sei angesichts der weiterhin beträchtlichen Überschüsse verfehlt.
Die ersten Lithiumaktien jedenfalls scheinen wieder einzuspringen. Albemarle etwa kostete am 5. März noch 109,40 USD und wird aktuell für 126,83 USD gehandelt. Deutlich dynamischer hat sich die SQM Aktie zuletzt entwickelt. Wurden am 13. Februar noch 39,60 USD bezahlt, kostet das Papier aktuell 50,89 USD. Die Ganfeng Lithium Aktie war am 14. Februar noch für 2,35 EUR erhältlich und kostet jetzt 3,25 EUR. Damit haben sich die großen Lithiumproduzenten erheblich von ihren Tiefs entfernt.
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