Der Inflation Reduction Act wirkt: Die USA importierten zuletzt weniger Lithiumzellen und -batterien aus China. Gut ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes gibt es jedoch auch Kritik an unklaren Regelungen. Derweil wird in Washington schon am nächsten Subventionsgesetz gearbeitet.
Der Inflation Reduction Act (IRA) trat am 16. August 2022 in Kraft. Das Gesetz zielt darauf ab, die Abhängigkeit der USA von China in als kritisch eingestuften Bereichen zu verringern. Das Gesetz sieht u.a. Steuergutschriften vor. So gibt es etwa 7.500 USD für den Kauf eines Elektroautos – sofern das Fahrzeug die im IRA genannten Bedingungen erfüllt. Die Bedingungen sehen vor, dass verbaute Rohstoffe zu festgelegten Anteilen aus den USA oder einem Land mit Freihandelsabkommen stammen müssen. Auch für die Verarbeitung von Rohstoffen gibt es solche Anforderungen.
USA importieren weniger Batterien aus China
Bislang geht ohne China in manchen Bereichen nichts. Nach Angaben der US International Trade Commission importierten die USA im Jahr 2022 fast 154.000 Lithiumzellen und -batterien aus der Volksrepublik – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 109.000 Einheiten im Jahr 2021 und mehr als eine Verdopplung der Importmenge des Jahres 2019 (71.000).
Die IRA verbietet jedoch die Verwendung kritischer Mineralien und Batteriekomponenten von "besorgniserregenden ausländischen Unternehmen". Das sind Unternehmen mit Sitz in China, Russland, Nordkorea und dem Iran. Und tatsächlich scheint das Gesetz Wirkung zu zeigen: Von Januar bis Mai dieses Jahres gingen die US-Importe von Lithiumzellen und -batterien aus China deutlich zurück.
Livent, Albemarle und Co. bauen Lieferketten auf
Jordan Roberts, Batterierohstoffanalyst beim Branchendienst Fastmarkets, geht von einer Verschiebung des Marktes aus – kurzfristig vor allem zugunsten von Chile und Argentinien, mittelfristig "möglicherweise" auch zugunsten der Europäischen Union, Japan, Südkorea und Australien.
Roberts verweist auf konkrete Lieferketten, die durch US-Unternehmen aufgebaut werden. So beziehe das in Pennsylvania ansässige Unternehmen Livent künftig Carbonat aus seinen Betrieben in Argentinien und verarbeite es in Bessemer City in North Carolina weiter. Albemarle werde Carbonat aus Chile importieren und ebenfalls in North Carolina – in Kings Mountain – zu Hydroxid und Spezialchemikalien raffinieren. Mit Chile besteht ein Freihandelsabkommen.
Kritik an unklaren Regelungen
Grundsätzlich scheint der IRA also die gewünschte Wirkung zu entfalten. Roberts zufolge müssen Regierung und Behörden klarstellen, ob und wie sich Unternehmen mit ausländischen Anteilseignern sowie US-Unternehmen, die in Ländern wie China tätig seien, für IRA-Steuergutschriften qualifizieren könnten.
Lisa Zarlenga von der Steuerkanzlei Steptoe & Johnson etwa berichtet von erheblichem Beratungsbedarf. "Manchmal haben wir es mit Technologien oder Komponenten zu tun, die nicht genau in eine bestimmte Definition passen (…)". Zarlenga weist auch darauf hin, dass für einige Gutschriften bestimmte Lohn- und Ausbildungsniveaus erfüllt werden müssten. Andernfalls könne ein großer Teil der Vergünstigungen entfallen.
"IRA für Seltene Erden": Neues Gesetz ist bereits auf dem Weg
Mit dem Rare Earth Magnet Manufacturing Production Tax Credit Act ist ein weiteres Gesetz zur Förderung der heimischen Produktion bereits auf dem Weg, wenngleich sowohl die Zustimmung des Repräsentantenhauses als auch eine Mehrheit im Senat erreicht werden müssen. Die Chancen dafür stehen aber nicht schlecht: Eingebracht wurde der Gesetzentwurf durch die Abgeordneten Eric Swalwell (Demokraten) und Guy Reschenthaler (Republikaner).
Der Entwurf sieht Steuergutschriften für Seltenerdmagnete vor, die in den USA produziert werden. Bis zu 30 USD pro Kilogramm soll es geben – auch abhängig davon, woher die verwendeten Rohstoffe stammen.
Derzeit werden keine Seltenerdmagnete in den USA produziert. Dies könnte sich jedoch rasch ändern: Die benötigten Rohstoffe stehen zur Verfügung. MP Materials (NYSE: MP, WKN: A2QHVL, ISIN US5533681012) betreibt die Mine Mountain Pass an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada, die einst die weltweit wichtigste Abbaustätte für seltene Erden war.
Wir hatten im April darüber berichtet: Bereits 2019 wurden rund 15 % des weltweiten Marktangebots von Seltenerdkonzentrat in der Mine produziert. Noch in diesem Jahr soll eine Raffinerieanlage vor Ort in Betrieb gehen. MP Materials investiert zudem 700 Millionen USD in den Bau einer Magnetfabrik in Texas.
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