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Kolumnist: Miningscout.de

Firebird CEO: China bleibt bei Mangan der Maßstab




27.03.24 12:48
Miningscout.de

Der Westen will auch bei Mangan die Abhängigkeit von China reduzieren. Doch die Volksrepublik ist bei Kosten und Regulierung kaum zu schlagen. Außerdem ist die chinesische Nachfrage nach Mangan hoch und der Standort entsprechend attraktiv.


 



Firebird CEO Peter Allen ließ in einem Interview mit dem Branchendienst Fastmarkets wenig Interpretationsspielraum. ""Wir haben schnell erkannt, dass der logischste und vielversprechendste Weg, eine Sulfatanlage zu entwickeln, in China liegt". Das Manganerz für die Anlagen baut Firebird in Westaustralien ab.


Das Unternehmen hat dazu eine Vereinbarung mit China National Chemistry Southern Construction and Investment getroffen. Im Rahmen der Kooperation soll in der Provinz Hunan eine Mangansulfatanlage entstehen.


Firebird will Manganerz aus Westaustralien in China verarbeiten


Was Allen noch durchblicken ließ, dürfte den Befürwortern westlicher Lieferketten für Rohstoffe weniger gefallen. So habe Firebird die Produktion von Sulfat in Australien in Erwägung gezogen, diesen Plan aus Kostengründen jedoch rasch verworfen.


In China sind dem CEO zufolge geringere Anfangsinvestitionen notwendig. Zudem fallen die Betriebskosten geringer aus. Das ist auf dem Manganmarkt derzeit besonders relevant: Der Preis für Mangansulfat (32% Mn min, Batteriequalität, Festlandchina) liegt aktuell bei rund 650 USD pro Tonne und damit nur halb so hoch wie vor zwei Jahren.


Neben niedrigeren Kosten bietet China als Produktionsstandort auch mehr Geschwindigkeit. "Wir könnten theoretisch Ende des dritten Quartals dieses Jahres mit dem Bau beginnen und Ende nächsten Jahres mit der Produktion starten", meint Allen.


China sei aus regulatorischer Sicht günstiger. Da die Anlage in einem etablierten Chemiepark entstehen solle, sei ein Großteil der Umweltgenehmigungen bereits erteilt worden. Auch wenn noch einige Genehmigungen ausstünden, sei dies "nicht dasselbe Niveau wie beim Bau eines Chemiewerks in Australien".


"China aus regulatorischer Sicht günstiger": IRA reicht nicht aus


Mangan gilt im Westen als kritischer Rohstoff, die Abhängigkeit von China bei der Versorgung gilt als problematisch. Doch westliche Maßnahmen zum Aufbau sicherer Lieferketten reichen dem Firebird CEO zufolge nicht aus.


Allen verweist auf die Anforderungen des Inflation Reduction Acts (IRA), die Firebird mit der für China geplanten Produktion nicht erfüllen kann. Es gebe aber "in China einen sehr großen Markt". Über diesen großen Markt hinaus könne man zudem "andere Teile Asiens und möglicherweise auch Europa" beliefern.


Nicht nur Firebird rechnet mit einer steigenden Nachfrage nach Mangan auf dem chinesischen Markt, da Mangansulfat zunehmend in Lithiumeisenphosphat (LFP)-Anoden eingebaut wird, die in chinesischen Elektrofahrzeugen weit verbreitet sind. Die relativ geringe Energiedichte von LFP-Anoden kann durch den Zusatz von Mangansulfat erhöht werden.


"Wir erwarten eine große Welle von LFP, die in China in Lithium-Mangan-Eisen-Phosphat (LMFP) umgewandelt werden, was die Nachfrage nach Mangansulfat antreibt", so Allen.


China: Mangannachfrage steigt durch LMFP-Batterien stark

Fastmarkets-Analyst Robert Searle erwartet die kommerzielle Einführung von LMFP-Batterie-Elektrofahrzeugen "in naher Zukunft". Er prognostiziert ein starkes Wachstum mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 58 % bis 2034, wobei die Technologie LFP- und NCM-622-Chemie ersetzen dürfte.


Kurzum: Unternehmen können Mangan in China deutlich kostengünstiger weiterverarbeiten als in westlichen Ländern – daran ändert auch die vielerorts verfügbare staatliche Unterstützung nichts. Zudem finden Manganproduzenten in China einen wachstumsstarken Binnenmarkt für Mangan vor.


Dennoch scheint eine westliche Lieferkette für Mangan nicht unerreichbar. Manganese X etwa entwickelt mit dem Projekt Battery Holl eines der größten Manganvorkommen in Nordamerika. Derzeit arbeitet das Unternehmen an der Anbahnung von Abnahmeverträgen. Euro Manganese hat das Chvaletice-Projekt in Tschechien ins Visier genommen und will dort alte Abräumhalden aus einem stillgelegten Bergwerk wiederaufbereiten. Chvaletice ist das einzige größere Manganerzvorkommen in der EU.


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