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Kolumnist: aktiencheck.de Redaktion

Emerging-Markets-Ausblick




19.03.26 08:41
aktiencheck.de Redaktion


 


EMERGING MARKETS UPDATE


 


  • Iran-Krieg stoppt Kursrallye von Emerging-Markets-Aktien
  • Schwellenländer-Anleihen: keine Panik, aber Zurückhaltung bei Anleger:innen
  • Lokalwährungsanleihen erleben seit Anfang März wieder erste Kapitalabflüsse seitens internationaler Investor:innen
  • Der starke Ölpreisanstieg wird von Aktienmärkten bislang recht gelassen weggesteckt
  • Iran-Krieg könnte je nach Ausgang und Verlauf zu Neuordnung der geopolitischen Landkarte im Mittleren Osten (und darüber hinaus) führen
  • Unabhängig von diesem Krieg und seinem Ausgang bleiben die langfristigen Wachstumschancen vieler Regionen (speziell Asiens) intakt

 


Die Schwellenländer-Aktien starteten 2026 mit kräftigen Kursanstiegen und übertrumpften dabei die entwickelten Aktienmärkte deutlich, wurden jedoch durch den Krieg zwischen den USA, Israel und Iran im März gebremst. Die Auswirkungen des Kriegs sind schwer einzuschätzen, da verschiedene Szenarien möglich sind, wobei besonders energieabhängige Schwellenländer betroffen sein könnten.



Die Straße von Hormus als iranisches Faustpfand.


 


Iran-Krieg stoppt Kursrallye


Der globale Schwellenländerindex legte (in US-Dollar) in den ersten beiden Monaten um fast 15 % zu. Zum Vergleich: Die entwickelten Märkte kamen im gleichen Zeitraum nur auf einen Zuwachs von rund 3 %. Anfang März setzte der Krieg der USA und Israels gegen den Iran diesen Kurszuwächsen jedoch erst einmal ein jähes Ende. Zugleich fielen die Kursreaktionen bislang aber relativ moderat aus. Der Index für die Schwellenländer-Aktienmärkte gab in den ersten beiden Märzwochen um rund 7 % nach, jener für die Industrienationen um rund 4 % (in Dollar gerechnet). Damit steht heuer bislang immer noch ein deutliches Plus für Schwellenländeraktien zu Buche.


Viele Investor:innen reduzierten Risiko bzw. stoppten erst einmal Käufe in riskanteren Vermögenswerten, wie beispielsweise Aktien und Anleihen der Schwellenländer (Emerging Markets). Von Panikreaktionen kann derzeit jedoch keine Rede sein.


Keine Panik, sondern abwartende Haltung


Die wirtschaftlichen und geopolitischen Auswirkungen des Krieges in der Golfregion sind schwer abzuschätzen, weil es sehr unterschiedliche Szenarien für die weitere Entwicklung gibt. Sie könnten aber im negativen Fall viele Schwellenländer überdurchschnittlich stark betreffen, vor allem jene Staaten, die sehr stark von Energieimporten aus den Golfstaaten sowie den Handelsrouten durch den Persischen Golf und das Rote Meer abhängig sind. Wenig überraschend reagierten die Aktienkurse und Währungen der verschiedenen Emerging Markets daher auch unterschiedlich stark auf die Ereignisse.


Straße von Hormus als iranisches Faustpfand


Stand Mitte März ist die Straße von Hormus faktisch durch den Iran gesperrt, der nur noch eine kleine Zahl von Schiffen die Meerenge passieren lässt. Zugleich sind die Ölpreise und in einigen Regionen auch die Gaspreise stark angestiegen. Volkswirtschaftlich ist dabei weniger das Ausmaß der Energiepreisanstiege die entscheidende Größe, sondern wie lange die Preise auf stark erhöhten Niveaus verharren werden.


Risiken für die Schwellenländer


Vor allem die großen Volkswirtschaften Chinas und Indiens sind sehr stark von Öl- und Gasimporten aus der Golfregion abhängig und sehen sich im Zuge des Iran-Kriegs auch erheblichen geopolitischen Herausforderungen gegenüber.


Für China, das ohnehin schon mit unzureichender Binnennachfrage, geringer Profitabilität vieler Unternehmen und anhaltender Wachstumsschwäche kämpft, kommt das alles andere als gelegen. Allerdings ist anzumerken, dass China sehr große strategische Ölreserven aufgebaut hat und bislang offenbar auch weiterhin iranisches Öl beziehen kann.


Indien wäre bei einer anhaltenden Blockade der Straße von Hormus daher wohl schneller in Bedrängnis als China, könnte aber einen Teil der wegfallenden Importe vermutlich mit russischem Öl kompensieren.


Lateinamerika wiederum ist deutlich weniger unmittelbar gefährdet und Länder wie Brasilien und Kolumbien könnten als Ölexporteure sogar von den gestiegenen Ölpreisen profitieren.


In Zentral- und Osteuropa besteht eine hohe Sensibilität gegenüber Energiepreisen und Transportkosten. Im Falle stärkerer Inflationsanstiege könnten sich die Notenbanken gezwungen sehen zu handeln. Auch diesbezüglich bleibt aber die Dauer der Energiepreisverwerfungen entscheidend.


Südostasien als Zentrum vieler globaler Lieferketten, nicht zuletzt im Halbleiterbereich, dürfte weniger durch höhere Ölpreise, als durch logistische Probleme und steigende Transportkosten leiden, falls die Handelsrouten nach Europa längere Zeit unterbrochen werden.


 


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Dieser Text richtet sich an Medienvertreter. Die darin enthaltenen Angaben dienen, trotz sorgfältiger Recherchen, lediglich der unverbindlichen Information, basieren auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Zeitpunkt der Ausarbeitung und können jederzeit von der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH ohne weitere Benachrichtigung geändert werden. Eine vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftigen Entwicklungen eines Fonds. Die Inhalte dieser Unterlage stellen weder ein Angebot, eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung noch eine Anlageanalyse dar.


 


Die Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. ist ein europäischer Asset Manager. Mit 47,9 Mrd. Euro Assets under Management per Ende Februar 2026 ist sie die größte Fondsgesellschaft innerhalb der RBI Group. Das Unternehmen ist in wichtigen europäischen Märkten vertreten und wird von Ratingagenturen und Wirtschaftsmedien immer wieder für die hohe Qualität der Fonds ausgezeichnet. Die Raiffeisen KAG ist Gründungsmitglied der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative (www.raiffeisen-nachhaltigkeit.at). Mehr Informationen finden Sie unter www.raiffeisenfonds.at und www.investment-zukunft.at


 


 


 


 








 

 

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