Kommt es in den Wintermonaten zu einer Rezession
und ist diese bereits in die Notierungen eingepreist? Diese Frage
stellt sich derzeit angesichts der Bewegung am Aktienmarkt in den
vergangenen Wochen. Erste Optimisten wagen sich aus der Deckung
und halten ein „soft landing“ für denkbar. Dabei wird die
Wirtschaftsentwicklung durch die steigenden Zinsen zwar
eingebremst, die driftet aber nicht ins Negative ab. Zumindest in
den USA zeigt sich die wirtschaftliche Entwicklung trotz
gestiegener Zinsen immer noch sehr robust. Hierzulande machen die
zum Wochenauftakt veröffentlichten Erzeugerpreise Hoffnung, dass
auch die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank bereits Früchte
tragen. Nach der Aktienmarktrally seit Anfang Oktober zeigen sich
die Anleger mittlerweile aber wieder vorsichtiger.
Corona in China
Dies mag unter anderem auch daran liegen, dass es durchaus noch
einige negative Einflussfaktoren gibt. So hat China erst am
Wochenende weitere Lockdowns beschlossen. Während das Thema Corona
hierzulande immer weniger eine Rolle spielt, bleibt es in China
brandaktuell. Nach einem Todesfall infolge einer Corona-Infektion
dürfte die Vorgehensweise in China weiterhin kompromisslos
bleiben. Dies wirkt sich einerseits sehr negativ auf die
wirtschaftliche Entwicklung in China aus. Im weiteren Verlauf hat
dies aber auch Auswirkungen auf die globale Konjunktur. Dieser
Einflussfaktor dürfte vorerst weiterhin belasten.
Mit dem steilen Anstieg seit Anfang Oktober sind viele Titel kurzfristig überhitzt und damit anfällig für einen kleinen Rücksetzer. Insgesamt bleibt die Richtung aus saisonaler Sicht aber weiterhin aufwärtsgerichtet. Damit würde sich ein kleiner Rücksetzer als attraktive Einstiegsgelegenheit im Hinblick auf eine Fortsetzung der saisonalen Rally zeigen. Interessanterweise trifft dies aktuell auch bei den Edelmetallen zu! Last but not least bietet es sich derzeit auch an, den Euro gegenüber dem US-Dollar im Auge zu behalten. Während die US-Notenbank bei weiteren Zinsanhebungen das Tempo reduzieren dürfte, sollte die Europäische Zentralbank die Inflation weiterhin mit klaren Signalen bekämpfen. Dies würde einen Anstieg der europäischen Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar unterstützen!
Viel Erfolg in der kommenden Börsenwoche
Stephan Feuerstein
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