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Kolumnist: Miningscout.de

Bergbau: Australien stuft Nickel als kritisches Metall ein und senkt Lizenzgebühren




20.02.24 15:25
Miningscout.de

Australien stuft Nickel als kritisches Metall ein und will so den strauchelnden Produzenten unter die Arme greifen. Gleichzeitig senkt Westaustralien die Lizenzgebühren für Nickelbetriebe. Der Grund ist der anhaltende Preisverfall auf dem Nickelmarkt, der aktuellen Prognosen nach auch in den kommenden Jahren nicht enden dürfte.


 



Wie das australische Ministerium für Ressourcen am Freitag mitteilte, hat Ministerin Madeleine King Nickel zur Liste der kritischen Mineralien hinzugefügt. Damit können Nickelproduzenten auf Commonwealth-Finanzierungen in Milliardenhöhe zuzugreifen. 


Zugang zu Finanzierungen und Zuschüssen

Konkret stehen den Unternehmen Finanzierungen im Rahmen der Critical Minerals Facility in Höhe von 2,6 Milliarden USD sowie Zuschüsse für kritische Mineralien aus dem International Partnerships Program in Höhe von 26 Millionen USD zu.


Änderungen an der Liste der kritischen Mineralien sind dem Ministerium gestattet, wenn es wesentliche Änderungen in der Technologie, im Handel, in den inländischen Kapazitäten oder bei geopolitischen Entwicklungen gibt.


Der Preisverfall am Nickelmarkt ist aus Sicht des Ministeriums Grund genug, Nickel als kritisch einzustufen. So verweist das Ministerium darauf, dass seit der letzten Aktualisierung der Liste (die erst Mitte Dezember stattfand), sechs in Betrieb befindliche Nickelanlagen den Betrieb entweder heruntergefahren oder in den Wartungsmodus überführt hätten.


"Erhebliche strukturelle Herausforderungen"

Madeleine King betonte, die Nickelindustrie stehe vor "erheblichen strukturellen Herausforderungen". Diese könnten nicht über Nacht gelöst werden. Mineralien wie Nickel seien jedoch für die angestrebte Energiewende unverzichtbar.


Hoffnung auf bald wieder steigende Nickelpreise macht die Ministerin nicht. King verweist auf Prognosen, denen zufolge der Nickelpreis bis 2024 relativ niedrig bleiben werde. Dies gelte "wahrscheinlich auch noch mehrere Jahre lang, bis der Nickelüberschuss auf dem Markt korrigiert ist".


In der Zwischenzeit seien australische Nickelbetriebe durch die Marktsituation gefährdet. Das Ministerium wolle die Situation deshalb "proaktiv angehen" und begründet damit auch die Aufnahme von Nickel in die Liste der kritischen Mineralien.


Indirekt spricht die Pressemitteilung auch eine Grundsatzfrage des Marktes an: Wird Nickel, dass nicht in Indonesien und damit unter höheren ESG Standards produziert wird, auf dem Markt mit einer Prämie gehandelt?


Prämie für "grünes" Nickel?

King verweist dazu auf Gespräche mit den USA, Kanada und der EU. Diese sollten "sicherstellen, dass sich die hohen Standards, die beim australischen Bergbau und der Produktion von Nickel und anderen kritischen Mineralien gelten, in der künftigen Preisgestaltung auf internationalen Märkten widerspiegeln". Ob der Zugang zu den überschaubaren Finanzierungs- und Zuschussvolumina allein dafür ausreicht?


Westaustralien jedenfalls verkündete nur einen Tag nach der Entscheidung des Ressourcenministeriums Lizenzgebührenerleichterungen für Nickelproduzenten. Der westaustralische Premierminister Roger Cook kündigte ein Programm an, mit dem Unternehmen für einen Zeitraum von 18 Monaten ein 50-prozentiger Rabatt auf Lizenzgebühren eingeräumt werden soll, wenn der Nickelpreis unter 20.000 USD pro Tonne liegt. Der Rabatt soll allerdings über einen Zeitraum von 24 Monaten nachgezahlt werden.


Der Premierminister will damit Arbeitsplätze schützen – und vor allem die Rolle Westaustraliens in der Lieferkette für EV-Batterien aufrechterhalten. Die Region soll nach dem Willen der Regierung "ein globales Zentrum für die Verarbeitung von Batteriemineralien werden".


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