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Kolumnist: Miningscout.de

Battery Swaps: Noch mehr Batteriemetalle benötigt?




30.12.23 13:09
Miningscout.de

Die Batterie nicht aufladen, sondern einfach tauschen: Was Stellantis nun in Madrid erprobt, könnte die Nachfrage nach Batteriemetallen deutlich erhöhen. Der Durchbruch der Battery Swaps ist in Asien längst beschlossene Sache. In Europa und Nordamerika könnte die Technologie vor allem in den Städten zum Einsatz kommen.


 



In China sind Batteriewechselstationen längst Alltag: Ein Elektroauto fährt mit entleertem Akku eine solche Station an und fährt nach wenigen Minuten mit gewechselter, voller Batterie wieder davon. In Europa galt die Technologie lange als undenkbar. Doch nun setzt auch der Hersteller Stellantis mit seinen 14 Marken (Peugeot, Opel, Fiat…) auf das Modell, das "Weiterfahren in 5 Minuten" verspricht.


Stellantis probt Battery Swaps in Madrid


Losgehen soll es schon 2024 – zunächst mit einem Modellversuch in Madrid. Die dazu notwendige Technologie wurde gemeinsam mit dem Wechselstations-Anbieter Ample entwickelt. In der spanischen Hauptstadt sollen nun 100 im Carsharing-Modell eingesetzte Elektroautos des Modells Fiat 500 auf das Wechselsystem umgestellt werden. Stellantis hebt einen für Carsharing wichtigen Vorteil des Batteriewechsels gegenüber konventioneller Ladeinfrastruktur hervor: Die höheren Einsatzzeiten, die nicht mehr durch Ladevorgänge unterbrochen werden.


Künftig könnte sich der Batteriewechsel auch auf die Preispolitik des Konzerns auswirken. So ist offenbar die Einführung eines Wechsel-Abos geplant, das Käufer von E-Fahrzeugen buchen können. Im Gegenzug fallen dann die Anschaffungskosten niedriger aus. Stellantis betont, dass sich Batteriewechselsysteme ohne grundlegende Änderungen bei den Produktionsprozessen integrieren lassen.


Battery Swaps: Höhere Nachfrage nach Lithium und Co?


Das Konzept der "Battery Swaps" ist in Asien, insbesondere in China und Taiwan, weit verbreitet. In Stationen des Herstellers Nio – die vereinzelt auch in Europa anzutreffen sind – können Autobesitzer ihre Fahrzeuge in die Station fahren, wo 13 Batterien zur Verfügung stehen, die im Voraus reserviert werden können. In der Station wird die Batterie an der Unterseite des Fahrzeugs ferngesteuert ausgetauscht. Der Vorgang dauert weniger als fünf Minuten.


Anders funktioniert es an den Stationen des 2/3-Rad-Herstellers Gogoro in Taiwan. Diese werden manuell bedient: Anwender können geladene Akkus entnehmen. Jeweils 30 Stück sind auf Lager. Für E-Autos bietet sich eine manuelle Bedienung aufgrund der Größe der Akkus nicht an.


Battery Swaps wirken sich sehr deutlich auf die Nachfrage nach Batteriekapazität aus – und damit auch auf die Nachfrage nach Batteriemetallen wie Lithium oder Nickel. Der Branchendienst Fastmarkets geht davon aus, dass bis 2033 mehr als 117 Gigawattstunden (GwH) an Batteriekapazität für den Batterietausch benötigt werden könnte – Tendenz steigend.


Vor allem in Asien arbeiten Unternehmen mit Hochdruck am Ausbau von Batterietauschstationen. So dürften laut Fastmarkets Betreiber wie Nio, CATL, Aulton, GAC und ein Joint Venture zwischen Geely und Livan die Entwicklung von Tauschstationen auf dem dynamisch wachsenden Markt anführen.


Batterietausch in Europa und Nordamerika vor allem in den Städten

In Europa und Nordamerika wird eine langsamere Entwicklung erwartet. Zum einen hinken diese Märkte bei der Elektromobilität ohnehin hinterher, so dass traditionelle Ladeinfrastruktur für Anwender attraktiver ist. Zum anderen sind auch die bisherigen Anbieter und Entwickler von Battery Swaps primär in Asien ansässig. "Solange diese Marken in Europa und Nordamerika nicht stärker nachgefragt werden, wird es keinen nennenswerten Anstieg beim Swapping geben", prognostiziert Fastmarkets.


Jedenfalls keinen Anstieg in der breiten Fläche. Der Batterietausch kann in dicht besiedelten Städten durchaus Vorteile bieten. "Wir gehen davon aus, dass die Stationen in Europa in absehbarer Zeit in dicht besiedelten Städten zum Einsatz kommen werden. Da Nio seine Flotte von Batteriewechselstationen in Europa aufbaut, gehen wir davon aus, dass auch andere Unternehmen diesem Beispiel folgen werden, da das Vertrauen in die Infrastruktur wächst", konkretisiert der Branchendienst.


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