40 Mio. t Lithium in einem Vulkankrater: Das Vorkommen in den USA könnte den Markt für das Batteriemetall verändern. Geologen sprechen von einem neuen Typ Lagerstätte mit besonders günstigen Eigenschaften.
Sind damit in den USA alle Lithiumfragen geklärt? In einem Vulkankrater im Grenzbereich der Bundesstaaten Oregon und Nevada lagern offensichtlich Tonsteine mit einem Lithiumgehalt von 20-40 Mio. t. zu diesem Ergebnis kommt eine in der Fachzeitschrift "Science Advances" veröffentlichte Studie.
Zum Vergleich: Bislang gelten die landesweiten Reserven Boliviens als größtes nationales Vorkommen. Das südamerikanische Land hatte seine Lithiumreserven kürzlich auf 23 Mio. t taxiert. In der dortigen Salzwüste lagern 10,2 Mio. t.
Die McDermitt Caldera – eine Caldera ist eine kesselförmige Struktur vulkanischen Ursprungs – ist Geologen zufolge die älteste einer Reihe von Calderas, die vom Yellowstone-Hotspot entstanden sind. Dem aktuellen Forschungsstand zufolge entstand vor 19 Millionen Jahren ein Lavadom, der vor rund 16,4 Mio. Jahren einstürzte.
Zu diesem Zeitpunkt fand der letzte Ausbruch statt. Geologen gehen davon aus, dass die Eruption Mineralien aus dem Boden an die Oberfläche geschleudert hat, wodurch lithiumreicher Smektit-Ton zurückblieb. Daraufhin bildete sich in der Caldera ein See, in dem Ablagerungen, darunter mafische Laven, entstanden.
"Dritte Art von Lithiumquelle"
Dass in der Region große Mengen Lithium lagern, ist nicht neu – auch die Thacker Pass Mine von Lithium Americas und die McDermitt Mine (Cordero Mine) von Jindalee Resources Ltd befinden sich in der Gegend. Beide Projekte zusammen werden auf ca. 5,1 Millionen Tonnen Lithiumressourcen in der gemessenen und angezeigten Kategorie taxiert.
Einer der Autoren der Studie ist Tom Benson, der als Vizepräsident Exploration in den Diensten von Lithium Americas steht. Er äußerte gegenüber Medien, bereits 2012 mit der Untersuchung der McDermitt Caldera begonnen zu haben. Auch bei Thacker Pass befinden sich die Sedimente Benson zufolge direkt an der Oberfläche.
Es gibt geologische Besonderheiten. Die Vorkommen in dem Vulkan sind weder Pegmatiten noch Greisen-Adern zuzuordnen – den beiden wesentlichen Quellen für das Batteriemetall im Hartgestein. Die zweite bislang wesentliche Quelle sind Evaporit-Solen.
Bei dem Vorkommen in der McDermitt-Caldera handelt es sich offenbar um einen dritten Typ: Vulkansedimente, die mit Zentren silizischen Vulkanismus verbunden sind. Die Studie spricht von "einem Phänomen, das bisher nicht identifiziert wurde".
Anouk Borst, Geologin an der KU Leuven Universität – selbst nicht an der Studie beteiligt – äußerte gegenüber dem Magazin "Chemistry World", es scheine sich um eine mehrstufige Umwandlung von lithiumhaltigem Smektit zu Illit zu handeln, bei der hydrothermale Flüssigkeiten die Tone mit Kalium, Lithium und Fluor anreichern.
Es könnte der ideale Punkt sein, an dem die Tone nahe der Oberfläche erhalten blieben, so dass nicht zu viel Gestein abgebaut werden müsse, die Tone aber zugleich noch nicht verwittert seien. Das "sehr, sehr bedeutende Vorkommen" könne "die Dynamik von Lithium weltweit verändern, in Bezug auf Preis, Versorgungssicherheit und Geopolitik."
Flache Lagerstätten mit hohen Gehalten
Die am 30. August bei Science.org veröffentlichte Studie "Hydrothermale Anreicherung von Lithium in Illit-haltigen Tonsteinen der Intracaldera" sekundiert, es handle sich bei diesem Typ Vorkommen "in der Regel um flache Lagerstätten mit hoher Tonnage und einem geringen Abfall-Erz-Abraumverhältnis".
Die Sedimente im südlichen Teil der McDermitt Caldera enthalten demnach "extrem hohe Lithiumgehalte" von bis zu 1 % des Gewichts. Damit ist die Konzentration mehr als doppelt so hoch wie in anderen Lagerstätten.
Sollten sich die Schätzungen bestätigen, hätte der Fund langfristig tatsächlich Einfluss auf den Lithiummarkt. Zuletzt schätzten Produzenten wie Albemarle, dass die globale Nachfrage im Jahr 2030 um 500.000 t über dem Angebot liegen könnte.
Es ist den USA zuzutrauen, eine Lücke dieser Größenordnung mit dem gewaltigen Vorkommen zu schließen. Schon allein aus geopolitischen Gründen dürften dafür große Anstrengungen unternommen werden.
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