dpa-AFX: POLITIK: Plutonium wird auch in deutschen AKWverwendet BERLIN (dpa-AFX) - Wie im Reaktor 3 des japanischen Atomkraftwerks Fukushima werden auch in deutschen AKW Mischoxid-Brennelemente (MOX) mit hochgiftigem Plutonium eingesetzt. Das geht aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor.
Das Plutonimum in Fukushima wurde nach dem Atomunfall im Boden um das AKW festgestellt. Plutonium erhöht die Energieproduktivität, ist aber auch weit gefährlicher als die normalen Uran-Brennelemente.
In der Regel bleiben MOX-Brennelemente wie Uranbrennelemente für vier Zyklen, also etwa für rund vier Jahre, im Kern, betont die Parlamentarische Umwelt-Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser (CDU).
Folgende Atommeiler haben laut Bundesregierung Genehmigungen für den Einsatz von MOX-Brennelementen - in Klammern die jeweils letzte Nachladung: Neckarwestheim I (1992) und II (2003), Philippsburg II (2006), Unterweser (2006), Grohnde (2004), Brokdorf (2009), Emsland (2009), Grafenrheinfeld (2007), Isar 2 (2009) sowie Gundremmingen B (2009) und C (2009).
'Solange die Atomkraftwerke in Deutschland noch am Netz sind, sollte der Einsatz von MOX-Brennelementen aus Sicherheitsgründen verboten werden', forderte der Energieexperte der Grünen, Hans-Josef Fell, am Dienstag. Der Einsatz von MOX-Brennelementen in deutschen Atomkraftwerken erhöhe durch das hochgiftige Plutonium das Sicherheitsrisiko und die Verseuchungsgefahr um ein Vielfaches, betonte Fell./ir/DP/chs |