Bekanntes Problem bei vorläufigen Zahlen ist in der Regel ja, daß viele Dinge die unschön gelaufen sind dort nicht erwähnt werden und man sie erst mit den endgültigen Zahlen erfährt. Ist also meist eine "gefilterte" Mitteilung. Von daher sollte man bei vorläufigen Zahlenmeldungen mehr darauf achten was vielleicht noch nicht gesagt wird als was gesagt wird ;) So fehlt z.B. wieviel Geld auch in Q.4 23 weiter verbrannt wurde, nachdem seit dem IPO Geld verbrennen die Hauptbeschäftigung bislang war. Es fehlen Aussagen zum EPS, EBIT, zum aktuellen Liquiditäts- & Schuldenstand, zum FreeCashflow, etc. Alles Dinge die bei dem Laden seit langer Zeit leider hochgradig unschön sind. Wäre da klare Verbesserung zu sehen, dann hätte man das in der aktuellen PR-Meldung wohl schon untergebracht. Sehe da also eher noch einige ungünstige Dinge kommen bei den endgültigen Zahlen. Der Kurs ist ja nicht grundlos so hochgradig desaströs gelaufen seit dem völlig überpreisten Abzock-IPO. Wenn Firmen ständig nur von EBITDA und noch schlimmer von "bereinigtem " EBITDA ( = noch mehr geschönte Zahlen) reden und alles am liebsten verschweigen würden was nach dem "B" noch kommt auf den weiteren Bilanzebenen, dann sind das in 99% der Fälle Buden bei den das Geschäft weiter nicht so richtig läuft und man daher nur mit diesen halbgaren Zahlen auf der untersten Ebene wedelt, weil da eben noch die wenigsten Belastungen enthalten sind. Wenn man Zahlen nur lang genug "bereinigt" dann ist irgendwann der Umsatz = bereinigte Gewinn vor allem ;) Was jedenfalls jetzt schon negativ auffällt ist die EBITDA Marge, die nur am unteren Rand des Prognosekorridors erreicht wurde. Umsatzanstieg nur durch Verramschung? Also das ist wenig solide und sicher nicht der Weg, um hier mal deutliche Profitabilität auf alles Ebenen zu erreichen. Dafür müßte man deutlich mehr hochwertige /-preisige Produkte ohne größere Rabatte verkaufen.
Und jetzt auch noch die frische Meldung, daß man den Konsortialkredit verlängert hat zu deutlich schlechteren Konditionen:
https://www.ariva.de/news/...g-bevorstehende-verlngerung-des-10551053 "...Die Konditionen werden an die gegenwärtige Marktlage angepasst. Insbesondere wird sich die Zinsmarge von gegenwärtig 1,5 % bis 2,5 % p.a. (abhängig vom Bruttoverschuldungsgrad) auf 2,75% bis 6,75% p.a. (abhängig vom Nettoverschuldungsgrad) ändern. .... Der anfängliche Zinssatz beträgt damit rückwirkend ab 1. Januar 2023 5,75% p.a. plus EURIBOR. Ferner werden die Zusicherungen an die makroökonomischen Randbedingungen angepasst und die Zusicherung betreffend den Bruttoverschuldungsgrad bis einschließlich 31. März 2024 ausgesetzt. Neue Zusicherungen (covenants) betreffend Mindest-EBITDA und Mindestliquidität werden aufgenommen. Die Bike24 Holding AG und andere wesentliche Konzerngesellschaften werden marktübliche Transaktionssicherheiten unter dem Darlehensvertrag bestellen...."
Damit wird man künftig deutlich mehr Zinsen als bisher zahlen müssen, was sich auch belastend auf die Marge durchschlagen dürfte ab dem laufenden Jahr. Außer man agiert mit Blender-Zahlen auf EBITDA Ebene , worin dann die real belastenden zahlungswirksamen Zinszahlungen noch nicht enthalten sind.
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