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Alles muss raus! Qimonda zum Dessert Vom Zukunfts-Betrieb zur Reste-Rampe: Jetzt kommen auch die letzten Schüsseln in den Ausverkauf
DRESDEN - Beim pleitegegangenen ehemaligen Chip-Riesen Qimonda muss jetzt wirklich alles raus: Nach Büropflanzen, Schreibtischen und Aktenordnern werden nun auch Teller und Töpfe verscherbelt. Mittlerweile hat der Qimonda-Shop sogar richtige Stammkundschaft. Für die riesigen Gebäude gibt es aber noch keinen Nachnutzer.
Nur noch klägliche 93 von ehemals 3000 Mitarbeitern kümmern sich bei Qimonda um den Ausverkauf von allem, was nicht niet- und nagelfest ist. Jetzt können Interessierte auch Teller, Dessertschalen, Besteck, Tabletts und sogar Brotkörbe aus der ehemaligen Kantine kaufen - in diesem Fall auch Privatleute. „Wir haben noch einiges an Material zu verkaufen. Daher ist der Qimonda-Shop weiterhin immer dienstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet“, so Matthias Brunner, Sprecher von Insolvenzverwalter Michael Jaffé. Mit Preissenkungen und günstigen Paketlösungen soll möglichst alles schnell verkauft werden. Mittlerweile haben schon über 2000 Menschen im Qimonda-Shop auf dem Werksgelände eingekauft. „Erstaunlicherweise haben wir auch richtige Stammkunden, die immer wieder vorbeikommen“, so Brunner. So lange Aufwand für den Shop und Ertrag in einem vernünftigen Verhältnis stehen, soll der Shop geöffnet bleiben.
Die ursprünglichen Ziele des Shops seien schon weit übertroffen worden. Der Insolvenzverwalter ist sehr zufrieden. Seit der Pleite hat Jaffé durch den Verkauf von Maschinen und Büro-Einrichtung circa 110 Millionen Euro eingenommen. Etwa 30 Prozent der insgesamt 600 Maschinen seien bereits verkauft. Derzeit läuft wieder eine Auktion mit über 100 einzelnen Positionen. „Wir merken, dass es der Branche besser geht“, so Brunner optimistisch.
Ziel sind leere Räumlichkeiten für potenzielle Nachnutzer. „Die Verhandlungen laufen“, so Brunner. ----------- „Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.“
Curt Goetz |