Die entscheidende Figur ist Kevin Kühnert, Chef der deutschen Jungsozialisten. Er soll Walter-Borjans 2018 persönlich getroffen haben, bei einer Veranstaltung, an der dieser sein Buch «Steuern – der grosse Bluff» vorstellte.
Wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet, sei es zu einem Gespräch an der Hotelbar gekommen. «Da sass einer, der nicht so spezifisch wusste, was er machen will. Für den es keine Option war, nicht politisch zu sein», erinnert sich Kühnert. Es wirkt fast so, als hätte der Jungsozialist schon da in Walter-Borjans ein Instrument gesehen, das man wieder verwenden könnte.
Im Sommer 2019 soll Esken Walter-Borjans den Vorschlag unterbreitet haben, gemeinsam für den Parteivorsitz zu kandidieren. Auch sie musste Kühnert schon positiv aufgefallen sein: Eine Frau, die wie er die grosse Koalition kritisierte, gegen Uploadfilter im Netz ist und das Geordnete-Rückkehr-Gesetz für abgelehnte Asylbewerber der Regierung nicht unterstützte. Eine Frau, die zwar kaum jemand kannte, aber die zweifellos eine Dissidentin war. Kühnert organisierte die Unterstützung der Juso, Walter-Borjans garantierte viel Unterstützung aus Nordrhein-Westfalen, dem mitgliederstärksten Landesverband der SPD. |