Kreise - US-Marktanteil von Schering-Präparat Betaferon sinkt [29 Jun 2004 - 15:50]
Berlin, 29. Jun (Reuters) - Der US-Marktanteil des Multiple-Sklerose(MS) Medikaments Betaferon des Berliner Pharmakonzerns Schering ist nach Angaben aus Branchenkreisen im letzten halben Jahr deutlich gesunken.
Scherings größter Umsatzträger habe in den USA derzeit nur noch einen Marktanteil von knapp über 18 Prozent, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus den Kreisen. Im letzten Quartal 2003 habe der Anteil noch bei 20,4 Prozent gelegen hieß es. Im ersten Quartal 2003 waren es danach nur noch 18,6 Prozent und diese Zahl habe sich in den vergangenen Monaten noch bis knapp über 18 Prozent reduziert. Schering selbst hatte für 2002 noch von einem Marktanteil von etwa 22 Prozent gesprochen, der auch im Frühjahr 2003 trotz harter Konkurrenz auf dem MS-Markt stabil geblieben sei. Im Jahr 2002 war der Schweizer Konzern Serono mit seinem MS-Präparat Rebif auf den Markt gekommen. Ein Schering-Sprecher wollte die Zahlen nicht kommentieren. Er sagte aber: "Es ist keine Überraschung, dass sich die Marktanteile bewegen, wenn ein neuer Wettbewerber auf den Markt kommt". Zudem sei Betaferon etwa in Japan, der Asien-Pazifik-Region sowie in Lateinamerika sehr erfolgreich.
Betaferon ist mit Erlösen von weltweit 770 Millionen Euro im Jahr 2003 mit Abstand das wichtigste Präparat des Konzerns. Zudem gilt Betaferon als eines der profitabelsten Präparate. Analysten der Schweizer UBS-Bank schätzen die Gewinnmarge auf 20 bis 30 Prozent. Sie wäre damit deutlich höher als die des Gesamtkonzerns von rund 14 Prozent. Da Schering diese Marge bis 2006 auf 18 Prozent schrauben will, setzt der Konzern vor allem auf margenstarke Produkte und auf den US-Markt, wo generell bessere Preise zu erzielen sind.
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