Origin Energy Ltd Energieanbieter in Australien
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neuester Beitrag: 26.04.26 17:42
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| eröffnet am: | 29.04.22 08:56 von: | Reecco | Anzahl Beiträge: | 29 |
| neuester Beitrag: | 26.04.26 17:42 von: | MrTrillion3 | Leser gesamt: | 16190 |
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DIe Meldung weiter oben war noch aus 2023 - hab sie nur der Vollständigkeit halber mit eingestellt. Die hierunter hingegen ist von vorgestern:
Origin Energy expands clean power portfolio with $300m Yanco Delta wind farm acquisition
By Colin Hay - April 12, 2024
Origin Energy Ltd – Einschätzung zum Stand 26.04.2026
Origin Energy Ltd ist ein integrierter australischer Energieversorger mit Sitz in Sydney. Die Aktie wird an der Australian Securities Exchange unter dem Kürzel ORG gehandelt. Die ISIN lautet AU000000ORG5, die WKN 931678. Da der 26.04.2026 ein Sonntag ist, ist der letzte verfügbare Börsenschlusskurs der Schlusskurs vom Freitag, 24.04.2026: 12,77 AUD. Das entsprach einem Tagesplus von 2,57 %. (Market Index)
Origin ist kein klassischer, rein regulierter Netzversorger wie viele US-Utilities, sondern ein australischer „Gentailer“: Das Unternehmen verkauft Strom, Gas, LPG, Internet und Energiedienstleistungen an Haushalte und Unternehmen, besitzt bzw. kontrahiert Kraftwerkskapazitäten und hält eine bedeutende Beteiligung an Australia Pacific LNG. Im Geschäftsbericht 2025 nennt Origin 4,695 Mio. Kundenkonten, ein Erzeugungsportfolio von 7,6 GW, davon 3 GW gasbefeuerte Erzeugung sowie 1,7 GW eigene und kontrahierte erneuerbare Energien und Speicher; außerdem hält Origin 27,5 % an Australia Pacific LNG. (Origin Energy)
Das Portfolio besteht im Kern aus drei Werttreibern. Erstens: Energy Markets, also Strom- und Gasvertrieb, Beschaffung, Erzeugung, Speicher und Energiedienstleistungen in Australien. Zweitens: Integrated Gas, vor allem die Beteiligung an Australia Pacific LNG, einem großen LNG- und Gasprojekt in Queensland. Drittens: die Beteiligung an Octopus Energy in Großbritannien. Origin hält laut Geschäftsbericht 22,7 % an Octopus Energy; APLNG ist mit 27,5 % ebenfalls als wesentliche Beteiligung ausgewiesen. (Origin Energy)
Operativ ist Origin derzeit in einer Übergangsphase. Das Unternehmen verdient noch stark an Gas, LNG, konventioneller Stromerzeugung und Kundengeschäft, baut aber parallel Batteriespeicher, flexible Erzeugung und digitale Energieplattformen aus. Der zentrale Punkt ist Eraring, Australiens größtes Kohlekraftwerk. Origin hat im Januar 2026 angekündigt, Eraring nicht wie zuvor vorgesehen 2027, sondern bis April 2029 weiterzubetreiben. Begründet wurde das mit Versorgungssicherheit und dem langsameren Ausbau von Erneuerbaren, Speichern und Netzen. Reuters berichtet ebenfalls, dass Eraring mit 2.880 MW eine Schlüsselrolle für New South Wales spielt. (Origin Energy)
Finanziell war das Geschäftsjahr 2025 stark. Origin erzielte im FY25 einen statutarischen Gewinn von 1,481 Mrd. AUD und einen zugrunde liegenden Gewinn von 1,490 Mrd. AUD. Das zugrunde liegende Ergebnis je Aktie lag bei 86,7 australischen Cent. Die Dividende für FY25 betrug insgesamt 60 Cent je Aktie, vollständig frankiert, nach 55 Cent im Vorjahr. Das entsprach laut Unternehmen 86 % des bereinigten freien Cashflows. (Origin Energy)
Die Halbjahreszahlen 2026 waren gemischt, aber nicht schlecht. Origin meldete für HY26 einen statutarischen Gewinn von 557 Mio. AUD nach 1,017 Mrd. AUD im Vorjahreszeitraum, einen zugrunde liegenden Gewinn von 593 Mio. AUD nach 924 Mio. AUD und ein zugrunde liegendes EBITDA von 1,589 Mrd. AUD nach 1,926 Mrd. AUD. Gleichzeitig stieg der bereinigte freie Cashflow auf 705 Mio. AUD nach 518 Mio. AUD. Das ist wichtig: Der Gewinn fiel wegen niedrigerer integrierter Gas-Erträge und schwächerem Octopus-Beitrag, aber die Cash-Generierung war robust. (announcements.asx.com.au)
Die Segmententwicklung zeigt die Qualität, aber auch die Zyklik des Geschäfts. Energy Markets lieferte im ersten Halbjahr 2026 ein EBITDA von 860 Mio. AUD und profitierte von stärkeren Strommargen, Kostenkontrolle und Kundenzuwachs. Reuters berichtet, dass Origin die FY26-Guidance für Energy Markets auf 1,55 bis 1,75 Mrd. AUD angehoben hat. Gleichzeitig sank das Ergebnis im integrierten Gasgeschäft wegen niedrigerer realisierter LNG-Preise und geringerer Produktion deutlich. (Reuters)
Die Dividende ist für Einkommensinvestoren interessant, aber nicht so berechenbar wie bei einem streng regulierten Versorger. Für FY25 zahlte Origin 60 Cent je Aktie vollständig frankiert, und für HY26 wurde erneut eine vollständig frankierte Zwischendividende von 30 Cent je Aktie beschlossen, zahlbar am 27.03.2026. Bezogen auf den Schlusskurs von 12,77 AUD am 24.04.2026 ergibt eine annualisierte Dividende von 60 Cent eine Rendite von rund 4,7 % vor australischen Franking-Effekten. Für deutsche Anleger ist wichtig: Das australische Franking-System ist nicht dasselbe wie eine deutsche Steuergutschrift; die Bruttobetrachtung der Dividende ist daher vorsichtig zu behandeln. (Origin Energy)
Bei der Bewertung ist Origin zum Stand 24.04.2026 nicht offensichtlich billig. Auf Basis des FY25-Unterlying-EPS von 86,7 Cent und einem Kurs von 12,77 AUD liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis grob bei 14,7. Für einen australischen Versorger mit LNG-Exposure, Kohleauslauf, Speicherinvestitionen und Octopus-Beteiligung ist das nicht überzogen, aber auch kein klarer Schnäppchenpreis. Die Marktkapitalisierung liegt grob um 22 Mrd. AUD, je nachdem welche Aktienzahl man zugrunde legt; das ist eine Näherung auf Basis des Kurses und der im Geschäftsbericht genannten gewichteten Aktienzahl. (Origin Energy)
Die Analystenkursziele sprechen ebenfalls nicht für eine stark unterbewertete Aktie. MarketScreener nennt für Origin einen Konsens „Hold“, 9 Analysten, ein durchschnittliches Kursziel von 12,34 AUD, ein Hoch von 14,30 AUD und ein Tief von 10,00 AUD. Beim Schlusskurs von 12,77 AUD liegt der Kurs also bereits leicht über dem durchschnittlichen Kursziel. Das ist kein Beweis für Überbewertung, aber ein klares Signal: Der Markt preist bereits viel Stabilität und Transformationsfantasie ein. (MarketScreener)
Die langfristigen Aussichten über 5 bis 15 Jahre sind ordentlich, aber nicht risikofrei. Positiv ist, dass Origin in einem Markt arbeitet, in dem Elektrifizierung, Batteriespeicher, flexible Stromerzeugung, Datenplattformen und dezentrale Energielösungen strukturell wichtiger werden. Origin besitzt Kundenbeziehungen, Erzeugungsflexibilität, Gaspositionen, Speicherprojekte und über Octopus einen Anteil an einer schnell wachsenden internationalen Energie- und Softwareplattform. Octopus wuchs laut Origin im FY25 auf 7,6 Mio. Kunden bzw. 14 Mio. Kundenkonten in Großbritannien und stark in weiteren Märkten; die Kraken-Plattform soll laut Geschäftsbericht auf 100 Mio. kontrahierte Accounts vor 2027 zusteuern. (Origin Energy)
Der zweite langfristige Pluspunkt ist die Batteriespeicher-Strategie. Origin baut am Standort Eraring einen sehr großen Batteriespeicher aus. Nach Unternehmensangaben soll die Eraring-Batterie über alle Stufen 700 MW / 3.160 MWh erreichen und im Schnitt 4,5 Stunden Speicherdauer liefern. Das ist strategisch sinnvoll, weil Australiens Strommarkt mit viel Solar- und Windenergie mehr flexible Kapazität braucht. (Origin Energy)
Die Risiken sind aber erheblich. Erstens bleibt Origin stark von politischen und regulatorischen Entscheidungen im australischen Energiemarkt abhängig. Strompreise, Verbraucherentlastungen, Kohleausstieg, Gasregulierung und Versorgungssicherheit sind politisch hochsensibel. Zweitens hängen APLNG und LNG-Handelserträge an Rohstoffpreisen, Fördermengen, Verträgen und Kosten. Drittens muss Origin erhebliche Investitionen in Speicher, Flexibilität und Energiewende stemmen. Viertens ist Eraring ein zweischneidiges Schwert: Die Verlängerung bis 2029 stabilisiert Versorgung und kurzfristige Erträge, erhöht aber auch die politische, ökologische und operative Angriffsfläche. (Reuters)
Meine Einschätzung: Origin Energy ist ein qualitativ interessantes, aber nicht rein defensives Energieunternehmen. Es ist defensiver als ein reiner Rohstoffproduzent, aber zyklischer und politisch exponierter als ein klassischer regulierter Netzbetreiber. Die Dividendenrendite von rund 4,7 % ist attraktiv, die Bilanz wirkt nicht gestresst, und die Energiewende kann Origin langfristig nutzen, wenn Speicher, Kundenplattformen und Octopus/Kraken tatsächlich Wert schaffen. Gleichzeitig ist der Kurs nach dem Anstieg auf 12,77 AUD nicht mehr niedrig, und das durchschnittliche Analystenkursziel liegt darunter. (Market Index)
Für ein langfristiges Dividendendepot wäre Origin Energy aus meiner Sicht eher ein Beimischungswert als ein Kernversorger. Wer gezielt Australien, LNG-Cashflows, Batteriespeicher und Energiewende-Optionalität im Depot haben will, kann Origin beobachten oder moderat gewichten. Wer maximale Planbarkeit, regulierte Cashflows und sehr stetige Dividendenerhöhungen sucht, findet bei klassischen Netz- und Versorgeraktien wahrscheinlich passendere Titel. Das Chance-Risiko-Profil ist solide, aber nicht risikolos: gute Cashflows heute, interessante Transformation morgen, aber klare Abhängigkeit von Energiepreisen, Politik, APLNG und der Umsetzung der Speicherstrategie.
Autor: ChatGPT
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