"Die Vorgängergesellschaft der Stella Entertainment AG war die Hegener + Glaser AG, welche auf den Vertrieb von Schachcomputern spezialisiert war. Gegründet wurde diese von Manfred Hegener und Florian Glaser im Jahre 1968.
Im Jahr 2000 wurde das gesamte operative Geschäft an den Großaktionär Saitek Elektronik Vertriebs GmbH für 4 Mio. DM verkauft. Dieser niedrige Kaufpreis war dadurch begründet, dass die Gesellschaft seit Jahren Verluste erwirtschaftet hatte.
Das Überleben konnte viele Jahre nur durch den Großaktionär gesichert werden. Durch den Verkauf entstand ein Mantel in Reinform, da die Bilanz im Wesentlichen nur aus liquiden Mitteln bzw. Eigenkapital bestand. So waren am Jahresende 2000 jeweils rund vier Mio. DM an Guthaben bei Kreditinstituten bzw. Eigenkapital vorhanden.
Neuer Großaktionär wurde noch im selben Jahr die DEAG Deutsche Entertainment AG, die Ende 2000 insgesamt 79,3 % der Aktien gehalten hatte. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Dezember 2000 wurde beschlossen, die Hegener + Glaser AG in Stella Entertainment AG umzufirmieren und 100 % der Anteile an der Broadway Musical Management GmbH (BMM) einzubringen. Dabei wurde eine relativ große gemischte Bar- und Sachkapitalerhöhung durchgeführt, welche die Zahl der ausstehenden Aktien auf 5,76 Mio. Stücke erhöht hat.
Das „neue Börsenleben“ war jedoch nur von sehr kurzer Dauer. Bereits im Jahr 2002 musste die BMM bzw. letztendlich auch die Stella Entertainment AG Insolvenz anmelden. Diese Krise beeinflusste auch die Ergebnisse der Großaktionärin DEAG, die erhebliche Abschreibungen vornehmen musste. Aber bis heute ist die DEAG an der insolventen Stella beteiligt.
Für eine mögliche Mantelverwertung müsste natürlich erst ein Insolvenzplan erstellt werden, der von der Gläubigerversammlung angenommen wird. Für die DEAG gibt es im Prinzip zwei Handlungsmöglichkeiten: Einerseits könnte der Mantel an einen Dritten verkauft oder andererseits auch im eigenen Konzern verwendet werden. In einem Interview erwähnte DEAG-Vorstandschef Schwenkow, dass ein Börsengang der DEAG Classics AG in den nächsten Jahren möglich sei, sofern ein Umsatzvolumen von mindestens 50 Mio. Euro erreicht werden könnte. Dieses IPO wäre natürlich auch über den Mantel der Stella denkbar. Allerdings sollte man dabei beachten, dass die letzte Börsenmanteltransaktion mit Stella nicht sonderlich erfolgreich verlaufen ist und die Anleger vielleicht nicht sonderlich begeistert auf eine nochmalige Reaktivierung des Mantels durch die DEAG reagieren.
Ein erfolgreiches Insolvenzverfahren mit anschließender Zuführung neuen operativen Geschäfts muss jedoch nicht in der nächsten Zeit vonstatten gehen. Insofern muss auch hier eventuell etwas Geduld mitgebracht werden, sofern es zu einer Reaktivierung der Stella Entertainment AG kommen sollte. Positiv zu werten sind die Tatsachen, dass die Gesellschaft über eine Notiz im Geregelten Markt verfügt und die DEAG ein großes Paket an Stella hält."
www.cold-ipo.com/Undervalued-Shares-MAR-D-200712.pdf - Seite 103f |