Investitionen: Deutschland weniger attraktiv 24.09.2008 19:00:00
Während das Volumen ausländischer Direktinvestitionen weltweit auf ein Rekordniveau steigt, verliert Deutschland an Attraktivität als Investitionsstandort. Noch 2006 waren so viele Investitionen nach Deutschland geflossen wie seit dem Höhepunkt der New Economy-Blase nicht mehr. Im vergangenen Jahr sank diese Zahl jedoch. Dies geht aus dem Weltinvestitionsreports der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) hervor. Weltweit erreichte das Volumen von Auslandsinvestitionen jedoch das Rekordniveau von 1,8 Billionen US-Dollar. Das sind 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese stammen zum größten Teil aus Übernahmen und Fusionen, aber auch aus Investitionen von Private-Equity-Gesellschaften und Hedgefonds. Zunehmend spielen auch Staatsfonds eine Rolle als Auslandsinvestoren. Hauptgeber und –nehmerland bleiben weiterhin die USA vor Großbritannien und Frankreich. 233 Milliarden Dollar wurden in den Vereinigten Staaten investiert. 314 Milliarden Dollar flossen aus den USA als Direktinvestitionen ins Ausland. UNCTAD-Prognose: Rückgang von zehn bis 20 Prozent Die Autoren des UNCTAD-Berichts gehen aufgrund der aktuellen Finanzmarktkrise und der Abschwächung der Konjunktur von einem Rückgang der Direktinvestitionen im kommenden Jahr aus. Grund dafür ist der „Wegfall kreditfinanzierter Transaktionen“, erläutert Thomas Jost, Mitautor des Berichts. Dadurch würden vor allem große Übernahmen eingeschränkt. Die UNCTAD geht Jost zufolge in den kommenden beiden Jahren von einem Rückgang von zehn bis 20 Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2007 aus. Jost spricht zwar von einem „starken Einbruch“, man müsse jedoch „nicht in Panik verfallen, denn die Investitionsflüsse in den ersten beiden Quartalen 2008 waren immer noch höher als im starken Jahr 2006“. |