Quelle: http://www.wdr.de/radio/wdr2/moma/440285.phtml Autor: Frank Wörner
Mindestlohn verhindert Entwicklung Der geplante Mindestlohn für die Post-Branche ist eine Katastrophe - für die Beschäftigten, aber auch für uns Verbraucher. Das klingt zwar alles immer ganz toll: Niemand soll zu Hungerlöhnen arbeiten, wer hart schuftet, soll auch entsprechend bezahlt werden. Für die Beschäftigten geht es aber nicht nur darum, ob sie einen hohen oder einen niedrigen Lohn bekommen. Es geht vor allem um die Frage, ob sie überhaupt ein eigenes Einkommen haben.
Post-Chef Klaus Zumwinkel hat einen genialen Coup gelandet: Seine gelbe Post hat mit der Gewerkschaft einen Mindestlohn ausgehandelt, der so hoch ist, dass er seinem Unternehmen nicht weh tut, gleichzeitig aber alle Konkurrenten verdrängt. Dass die Post keine Mehrwertsteuer abführen muss und deshalb von vornherein 19 Prozent mehr Geld in der Kasse hat als die private Konkurrenz, das verschweigt er!
Da geht es ja auch nicht um 9,80 Euro, nein, da geht es dann gleich um hunderte von Millionen Euro, die die Post allein durch die Mehrwertsteuer mehr verdient als die Konkurrenz.
Und die Politik? Die spielt brav mit. Immerhin beschäftigt die Post in Deutschland 150.000 Mitarbeiter - da kann man schon einmal in Kauf nehmen, dass bei den kleineren Konkurrenten ein paar tausend neu geschaffene Stellen wegfallen.
Am schlimmsten ist aber das Signal der Politik an die Postkonkurrenten: Wir retten das Monopol, koste es was es wolle. Wer braucht schon Wettbewerb! Die Post soll schließlich nicht das selbe Schicksal erleiden wie die Telekom, die nach der Liberalisierung plötzlich so viel Konkurrenz bekommen hat, dass sie die Preise für uns Verbraucher senken und besseren Service bieten musste.
Die neuen Konkurrenten der Post haben in den letzten Monaten und Jahren ein eigenes Zustell-Netz aufgebaut und tausenden Arbeitslosen eine Chance gegeben. Ihnen droht jetzt wieder die Arbeitslosigkeit - und das alles nur, weil die Post sich die Konkurrenz vom Hals halten will. ----------- gruß heckte |