Deutschland - packts endlich an

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neuester Beitrag:  30.12.01 20:08
eröffnet am: 29.12.01 08:59 von: mod Anzahl Beiträge: 40
neuester Beitrag: 30.12.01 20:08 von: ruhrpottzocker Leser gesamt: 6883
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29.12.01 08:59 #1 Deutschland - packts endlich an
Durch Deutschland muss endlich ein Ruck gehen!

Kohl: "Aussitzen"

Schröder: "Ruhige Hand"


 http://www.deutschland-packts-an.de/  
29.12.01 09:02 #2 Durch Deutschland muss ein Ruck gehen o.T.
 
29.12.01 09:14 #3 Schirmherr Bundespräsident a.D. Roman Herzog o.
 
29.12.01 10:15 #4 Moin Mod
wie findest Du die Fernseh-Werbung dazu, die z. Zeit
des öfteren bei ntv läuft ?

Auch wenn der Ruck kommt, es liegt zuviel im Argen
in diesem, unserem Land.
Wenn ich nur an die Aktion 5000 x 5000 von VW denke.......  
29.12.01 11:07 #5 Der Ruck hilft nicht !
Warum nicht ?

Die breite (Mittelstands-)masse der Deutschen befindet sich in der Sich Zurücklehn-, Schnarch- und Bedienen lassen - Phase.

Die Nachkriegsjahrzehnte der Kreativität und des Aufbauenwollens sind vorbei. Der Deutsche ist satt und faul geworden. Überall war er auf Platz 1 oder wenigstens in der Spitzengruppe. Wirtschaftsmacht, 3 mal Fußball-Weltmeister, sogar die Wiedervereinigung hat er bekommen. Jetzt ruht er aus.

Wie denken die Umdiezwanzigjährigen ? Sie haben alles. Auto, Wohnung, Handy, Internet, manche sogar Aktien. Konsum ist Trumph. Leistung strengt an. Engagement ist verdächtig. Vor allem soziales Engagement. Lieber alles servieren lassen. Visionen gibt es keine mehr.
Das merkt man schon im Alltagsleben, bei Kleinigkeiten. Die Vision eines gelungenen Saturday Night Fevers scheitert häufig schon am Problem des anschließend Wieder-Nach-Hause-Kommens nach Alkoholgenuss. Laufen ? Eine ganze Stunde ? Man trage mich.  

Natürlich führt derartiges Anspruchsdenken dazu, dass es abwärts geht. Das merkt der Deutsche. Was tut er ? Nachdenken ? Nein ! Er sucht Schuldige. Er hat sie gefunden. Ausländer, Politiker setzen ihm zu. Jetzt will der Deutsche wieder den starken Macher, der alles für ihn regelt. Hauptsache ist, dass er sich nicht selber anstrengen muss. Selber nachzudenken, zu analysieren und sich zu engagieren ist zu anstrengend. Es ertönt der Ruf nach dem Ruck. Wo ist die Lokomotive, die alles in Bewegung setzt, mit den Schuldigen aufräumt ? Ausserdem muss unbedingt der Spritpreis gesenkt werden. Das ist für den Deutschen überhaupt das Wichtigste !

Der Ruck hilft also nicht. Der Deutsche muss selbst wieder aufbauen wollen. Er wird es auch. Das dauert aber noch etwas. Vergleichen wir das mal mit dem Fußball. Nach dem Abstieg erfolgt der Anreiz, wieder aufzusteigen. Der Deutsche ist aber noch nicht abgestiegen. Er ist erst nahe dran.

Wie immer gilt diese Einschätzung natürlich nicht für alle Deutschen. Sie gilt aber für die große Mehrheit.



   
29.12.01 11:30 #6 Du sprichst mir aus der Seele, ruhrpottzocker
Und wie auch Du kann ich sagen: das stimmt nicht für alle Deutschen. Aber für die Masse. Und wie an der Börse bestimmt die Masse den Trend, auch wenn der Trend - objektiv betrachtet und von allen fundamentalen Faktoren abgehoben - in die falsche Richtung geht.

So long,
Calexa  
29.12.01 11:41 #7 @ruhrpott:: mind. 1 x gut analysiert o.T.
29.12.01 12:08 #8 Warum sollte man sich in einem Land,
in dem sich die Politik sogar um die Bepflanzung in Vorgärten kümmert noch engagieren?  
29.12.01 12:17 #9 Und Dr.Klinkerfassade "Spezi" Loddar Späth ist
auch dabei, damit wäre der Status Quo ja hergestellt. Ist die Trägergesellschaft ein Steuersparverein?  
29.12.01 12:37 #10 ruhrpottzocker..kann dir so nicht zustimmen..
..Die breite (Mittelstands-)masse der Deutschen befindet sich in der Sich Zurücklehn-, Schnarch- und Bedienen lassen - Phase....

@ ist eine Annahme die nicht belegt ist. Gerade der Mittelstand rackert wie blöde


Die Nachkriegsjahrzehnte der Kreativität und des Aufbauenwollens sind vorbei. Der Deutsche ist satt und faul geworden. Überall war er auf Platz 1 oder wenigstens in der Spitzengruppe. Wirtschaftsmacht, 3 mal Fußball-Weltmeister, sogar die Wiedervereinigung hat er bekommen. Jetzt ruht er aus.

@..unsere Mitbewerber schlafen nicht, der technische Vorsprung, den wir mal hatten ist dahin. Die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland sind nicht förderlich sondern ein Hemmnis.(Stammzellendiskussion, Transrapid, etc.)

...Wie denken die Umdiezwanzigjährigen ? Sie haben alles. Auto, Wohnung, Handy, Internet, manche sogar Aktien. Konsum ist Trumph. Leistung strengt an. Engagement ist verdächtig. Vor allem soziales Engagement. Lieber alles servieren lassen. Visionen gibt es keine mehr.


@ Wer soll das sein, die Umzwanzigjährigen? unsere Abiturienten, Studenten, die,
die eine Lehre abgeschlossen haben und ohne Job sind??

...Natürlich führt derartiges Anspruchsdenken dazu, dass es abwärts geht. Das merkt der Deutsche. Was tut er ? Nachdenken ? Nein ! Er sucht Schuldige. Er hat sie gefunden. Ausländer, Politiker setzen ihm zu. Jetzt will der Deutsche wieder den starken Macher, der alles für ihn regelt. Hauptsache ist, dass er sich nicht selber anstrengen muss. Selber nachzudenken, zu analysieren und sich zu engagieren ist zu anstrengend. Es ertönt der Ruf nach dem Ruck. Wo ist die Lokomotive, die alles in Bewegung setzt, mit den Schuldigen aufräumt ? Ausserdem muss unbedingt der Spritpreis gesenkt werden. Das ist für den Deutschen überhaupt das Wichtigste !

@ Tatsächlich..?, wo ist die Lokomotive..?, wo sind die Reformen für Steuer Gesundheit..seit 20 Jahren geschieht hier nichts..im Unterschied zum restlichen Europa, warum sind wir das Schlusslicht..?
Nicht weil wir faul und träge sind, sondern weil unfähige Politiker es nicht anders zu lassen..

...Der Ruck hilft also nicht. Der Deutsche muss selbst wieder aufbauen wollen. Er wird es auch. Das dauert aber noch etwas. Vergleichen wir das mal mit dem Fußball. Nach dem Abstieg erfolgt der Anreiz, wieder aufzusteigen. Der Deutsche ist aber noch nicht abgestiegen. Er ist erst nahe dran...

@ Gibt es noch einen schlechteren Platz als Schlusslicht in Europa??.

@ Das mit Trägheit und Faulheit des Mittelstandes oder der Umdiezwanzigjährigen zu
begründen, halte ich schlicht und ergreifend für falsch.



mfg
hjw


 
29.12.01 13:01 #11 Vielleicht lässt es mal einen Ruck in D,
wenn die anderen europäischen Länder den letzten
Wagen ganz abhängen. Die Politiker eines Landes
sind ein Abbild der Gesellschaft. Und da haben wir in
den letzten 12 Jahren wahrlich nichts zu bieten gehabt.

So eine Regierung wie SPD/Grüne zu haben ist ein Unglück.
Aber so eine Opposition wie die CDU zu haben, ist Pech im
Unglück.


Timchen  
29.12.01 15:21 #12 Der Ruck muss durch eine radikale Veränderung
der Wirtschhaftspolitik eingeleitet werden. Jetzt auf einzelne Bevölkerungsgruppen einzuhauen (faule Jugend, Mittelstand ...)hilft nicht weiter.Die heutige Situation war vorhersehbau. Bereits Anfang der 80 er Jahre haben wir BWL-Studenten die Situation vordiskutiert und vorhergesehen, wenn nicht radikal wirtschaftspolitisch gegengesteuert würde. Die Gründe lagen bereits damals offen auf dem Tisch: u.a. die gewollte !wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung der Schwellenländer - als Beispiel Korea - . Es war vorhersehbar, dass damit die deutsche Schwerindustrie nicht mehr konkurrenzfähig sein würde. Der Witz dabei ist, dass wir es unglaublich gut verstanden haben, diese ,wie es so schön heisst, sozialverträglich abzubauen - siehe Stahlproduktion,Bergbau,Schiffbau.In dieser Zeit wurden auch die Gesetze zum Vorruhestand geboren, was dazu geführt hat, dass bis heute kaum noch Menschen über 55 Jahren beschäftigt sind. Und jetzt kommt der Hauptgrund unseres Dilemas  :  unsere wirtschaftsfachleute haben damals ebenfalls darauf hingewiesen, dass die Gegensteuerung nur durch Weiterentwicklung und För-
derung unseres - damals führenden - know hows erfolgen muss. D.h. Investitionen in Forschung und Entwicklung, Entwicklung neuer technischer Produkte, und dass am besten in immer kürzerer Zeit, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Ziel : leben durch Verkauf von know-how, weniger durch Produktion.
Erste Ansätze waren Anfang der 80 er Jahre auch vorhanden: Statt bau von U-Booten, Verkauf von Bauplänen von U-Booten z.B. an Südafrika -zerstört durch unsere nicht Wirtschaftspolitiker- , Bau von Chipfabriken - Anfang/Mitte der 80 er ! von Siemens im vom Abbau der Schwerindustrie gebeutelten Norddeutschland-.
Siemens war mal führend auf diesem Sektor ! -kaputt geredet von Standortfragen
durch nicht Wirtschaftspolitiker. Die Diskussion der damals bereits vorhandenen Schwebebahn kennen wir heute noch.usw.usw.  -silicon valley lässt grüssen-
Das ist die Lage. Ob wir da wieder herauskommen werden, hängt von unserer Wirtschaftspolitik ab. Es ist zu hoffen, dass diese sich spätestens jetzt ändert
- auf jeden Fall brauchen wir dazu unsere " faule ??" Jugend.  
29.12.01 16:13 #13 Der Fisch fängt immer am Kopf zuerst an
zu stinken  
29.12.01 17:52 #14 Antworten
@flexo:
Eben weil sich nur sehr wenige engagieren, kümmert sich die Politik auch um die Bepflanzung der Vorgärten. Das wird umso stärker je weniger sich engagieren.

@motorman:
na ja analysiert, sagen wir mal, angemerkt.

@hjw und positiver:
Ich fühle mich ehrlich geehrt, dass ihr beiden so ausführlich auf meine Zeilen eingegangen seid.
Ich glaube, wir liegen eigentlich gar nicht weit auseinander. Die Kürze der Ausführung führt halt oft zu Mißverständnissen.
Einige Erläuterungen:
Ich will nicht auf einzelne Bevölkerungsgruppen einschlagen. Ich will das genaue Gegenteil. Gemeinsam haben wir Fehler gemacht.
Ich fühle mich auch der Jugend stark verbunden. Viele arbeiten sehr hart. Dennoch gibt es dieses Anspruchsdenken. Und nicht nur in der Jugend.

Zentrales Thema ist die Rolle der Politik. Und da bin ich unerbittlich. Auf die Politik zu schimpfen, ist für mich eine ganz billige Ausrede. These: Die Bürger bekommen die Politiker, die sie verdienen. Sind die Politiker schlecht, liegt es an den Bürgern - an allen. Das lasse ich mir nicht ausreden. Ich weiss sehr gut, wovon ich jetzt schreibe. Wollen entschlossene, keine Mühe scheuende Bürger etwas ändern, ist das kein Problem. Ich behaupte, mit 20 Entschlossenen knackt man jeden SPD-Unterbezirk im Ruhrpott. Noch leichter geht es bei der FDP. Nur um 2 Beispiele zu nennen. Aber das ist natürlich mühselig. Und Mühseliges wird gerne anderen überlassen.

@mod:
Schlimm finde ich den Spruch vom Fisch. Der ganze Fisch fault vor sich hin. Wenn er nichts zu seiner Gesundung tut, wird es schlimmer. Diese Erkenntnis ist Voraussetzung für eine Besserung.



 
29.12.01 17:59 #15 Nachtrag
Ich halte es nicht für richtig, alles zu verteufeln, was die Politiker in den letzten Jahren beschlossen haben. Auf einigen Gebieten wurden deutliche Fortschritte erzielt. Bezüglich der politischen Kultur möchte ich auch nicht unbedingt mit anderen Ländern tauschen.

Das Fehler, zum Teil schwere Fehler begangen wurden, bestreite ich nicht. Schlimm finde ich Versäumnisse, das Wegdrängen und Nichtbehandeln von Problemen. Dann sind mir Entscheidungen lieber, die falsch sind, aber korrigiert werden können.

Der Anstoß zur Problemdiskussion muss aber immer von unten erfolgen. Und das ist auch gut so.      
29.12.01 20:20 #16 @ruhrpottzoker
brauchst Dich nicht geehrt fühlen, Deine Zeilen sind es wert, etwas ausführlicher darauf einzugehen.Und in der Tat liegen wir nicht weit auseinander. Natürlich ist die Politik die zentrale Frage. Aber nicht in gänze und beschränke mich deshalb auch auf unsere Wirtschaftspolitik.Deiner o. a. These widerspreche ich deshalb : ich glaube nicht, dass die Bürger eine schlechte Wirtschaftspolitik vorfinden, weil sie sie durch ihre Wahl so verdient haben.
Das wäre zu einfach und würde bedeuten, dass Wirtschaftspolitik den gleichen Stellenwert hat wie kommunalpolitische Politik über Vorgärten.  
29.12.01 20:31 #17 @positiver
Wirtschaftspolitik ist Teil der gesamten Politik. Diese wird in allererster linie von den Bürgern durch ihr Verhalten beeinflusst. Ist sie schlecht, liegt es an den Bürgern. Sie haben genügend Gelegenheit, in ihrem Sinne zu beeinflussen, wollen es aber zur Zeit nicht, weil das mühselig ist. Sich dann auch noch zu beschweren und rumzujammern, halte ich nach wie vor für nicht korrekt.    
29.12.01 20:38 #18 @ RPZ
Ich weiß nicht, ob ich dich richtig verstanden habe. Was uns alles aus der Tasche gezogen wird ist korrekt und wir sollen nicht jammern.
Meinst du das so ?
Z  
29.12.01 21:15 #19 Da kann ich nicht mitreden.
Mir wird nichts aus der Tasche gezogen. Hätte ich das Gefühl, würde ich mich dagegen wehren. Ich würde nicht jammern.

Jeder kann mit seinem Engagement mit dazu beitragen, wofür das vom Bürger gezahlte Geld ausgegeben wird. Auch über die Höhe entscheidet der Bürger. Natürlich sind sich nicht alle Bürger darüber einig, was sinnvoll ist und was nicht. Aber dafür haben wir ja auch verschiedene Parteien, deren Richtungen vom (engagierten) Bürger sehr leicht beeinflussbar sind. Aber wie gesagt: das ist mühselig.

An den bösen, schwarzen Mann, der Geld klaut, glaube ich nicht.    
29.12.01 21:17 #20 Alles klar , reicht ! o.T.
29.12.01 21:28 #21 ein freundliches...:-)) o.T.
 
29.12.01 21:48 #22 RPZ 1954? blaueugig o.T.
29.12.01 21:56 #23 ICH WEISS JETZT, WER SCHULD HAT AN A.
Das sind die

A N A L Y S T E N    !!!!!!!!!!!!!!!!!!  
29.12.01 22:06 #24 RPZ
als aktiver so..

sei ährlich!

ruhrpottzocker, nimm du dat Kind un ich dat Schierm - et fängt am Regen!  

 

 
30.12.01 00:46 #25 ...
Wenn keiner weiß, was geschehen soll, sagen alle: Es muss etwas geschehen.
       Helmut Qualtinger  
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