Was für ein fehlgeleitetes Verständnis der Meinungsfreiheit.Du begehst einen grundlegenden Fehler, weil du verkennst, dass auch die Ablehnung einer anderen Ansicht ohne weitere Diskursbereitschaft von der Meinungsfreiheit gedeckt ist.
Das hohe Gut der Meinungsfreiheit ist kein Abstraktum, sondern wird erst durch eine eigene Haltung ausgefüllt, weshalb die Ablehnung einer Meinung ein viel stärkeres Zeichen der Meinungsfreiheit ist.
Genau dagegen wenden sich "Rechte" und Rechtsextreme" immer wieder,wenn sie behaupten, dass alles, was nicht rechtswidrig sei, „müsse ertragen werden“, nur das „Recht dürfe das Kriterium des Sagbaren oder Nichtsagbaren“ sein.
Wie man zu einer solch abenteuerlichen Annahme kommt, wenn man annimmt, die Meinungsfreiheit könne sich nur dann entfalten, wenn man alles erträgt, was nicht rechtswidrig ist und wenn man Werturteile unterlässt??!!
Natürlich sind auch widerwärtige Kommentare von der Meinungsfreiheit gedeckt. Das gilt aber nicht minder dafür, die Widerwärtigkeit als eben solche zu bezeichnen. Auch eine scharfe Zurückweisung einer Äußerung kann ein starkes Zeichen von Meinungsfreiheit sein.
Die Meinungsfreiheit verpflichtet niemanden dazu, etwas zu ertragen oder sich auf einen Diskurs einzulassen.
Man darf diese nicht zu einer Pflicht zu einem passiven Erdulden und Ertragen all dessen, was nicht rechtswidrig ist, herunterschrumpfen.
Das hat weniger mit "linker Ideologie" zu tun,als mit einem gesunden Menschenverstand.
Aber genauso, wie man sich als Opfer darstellt und sich in die "rechte Ecke" gedrängt fühlt, so sagt man Personen die eben nicht jeden geschriebenen Mist und sei er noch durch das GG gedeckt, ertragen, schnell nach, dass sie einer "linken Ideologie" anhängen.
----------- "In schlechten Zeiten müsst ihr Schalker sein. In guten haben wir genug davon" ©Charly Neumann |