„Wie soll sich die AfD entradikalisieren? […] Die Mitglieder zerfleischen sich doch schon gegenseitig. Was erwarten die Konservativen davon? Dass Fanatismus an der Macht lieblich zu schnurren beginnt? In den Runden von Maischberger, ja. Aber doch nicht in der Bundesregierung.“[32] Das Buch wirft einen Blick in die Zukunft und versucht zu ermitteln, "wie die Dinge enden werden".[33] Ruch vergleicht dabei die Wehrhaftigkeit der Weimarer Republik mit der wehrhaften Demokratie von heute. Dabei urteilt er, die Weimarer Republik habe entgegen ihres Rufes wehrhafter gegen die NSDAP agiert als die Bundesrepublik derzeit gegen die AfD: „Die Weimarer Demokratie hat, was sie wesentlich von uns unterscheidet, gegen die NSDAP gekämpft. Trotzdem ging sie unter. Dieses Fanal sollte unser Superioritätsgefühl beunruhigen, statt es zu unterfüttern. Weimar leistete erbittert Widerstand.“[34] Die Süddeutsche Zeitung hielt das Buch für eine „letzte Warnung vor der Katastrophe“ und beschreibt es als „Weckruf der Stunde“, der geschrieben sei „für eine sträflich phlegmatische Gesellschaft, die allzu lange zugeschaut hat und nun mit weit aufgerissenen Augen vor dem politischen Desaster“ stehe.[35] Im Tagesspiegel erläuterte Ruch seinen Befund einer wehrhafteren Weimarer Demokratie so: „Die damalige Zeit hat nicht nur die klügsten Köpfe in den Natur- und Geisteswissenschaften hervorgebracht. Sie hatte auch brillante Politiker. Einer meiner Liebsten ist Karl Stützel, der damalige bayerische Innenminister, der drohte: ‚Verlassen Sie sich darauf, gegen die Nazis werden wir schießen, wenn es eines Tages erforderlich sein wird.‘ […] Wir haben von der Weimarer Republik eine Karikatur im Kopf, die es uns leicht macht, auf sie herabzuschauen. Die Wirklichkeit sah anders aus. Unsere Überheblichkeit resultiert aus historischem Unwissen.“[36] https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Ruch 33200221 |