Mit rein "ökonomistischen" Motiven und plattem Materialismus kommt man da nicht wirklich weiter. Da geht es auch um Identität, Stolz, Anerkennung, Lebensgestaltung, Gefühl für Prioritäten, Gefühl im öffentlichen Diskurs zu kurz zu kommen, sich ständig mit Dingen im öffentlichen Diskurs konfrontiert zu sehen, wo man sich null repräsentiert fühlt oder mit der eigenen Haltung quasi als Abziehbild alles Schlechten, Überkommenen, Uncoolen usw. dazustehen. (Deshalb auch das "Endlich mal die Wahrheit!"-Gefühl, wenn einer den eigenen Vorbehalten gegen die "Moderne" Zucker gibt.) Also ziemlich "unmaterielle" Dinge. Ökonomisch gesehen geht es wenn, dann eher um den Angst vor Abstieg als darum, tatsächlich ganz unten zu stehen als um den Neid gegenüber den Superreichen. Der Vergleich mit den Superreichen (die es immer schon gab) spielt für einen Großteil der Menschen in ihrem Alltagsleben nicht wirklich eine Rolle. Es wird irgendwie abstrakt als ungerecht angesehen. Das ist auch ein Thema, klar. Aber eben nicht das, was die Leute wirklich in die Arme eines Trump (oder Erdogan oder Putin) treibt. ----------- Alles ist relativ. |