Scheichs in Kauflaune -Sainsbury

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neuester Beitrag:  26.04.26 18:22
eröffnet am: 02.10.07 10:06 von: FloS Anzahl Beiträge: 5
neuester Beitrag: 26.04.26 18:22 von: MrTrillion3 Leser gesamt: 7413
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02.10.07 10:06 #1 Scheichs in Kauflaune -Sainsbury
Qatar prüft die Bücher der zweitgrößten Supermarktkette.

Wenn alles in Ordnung ist, dann werden unsere Scheichs mal wieder einen schönen
Shoppingausflug starten und sich diese Firma einverleiben, bzw Anteile erwerben.


Wenn man bedenkt, dass sich durch ÖL dort unten täglich 1,2 Milliarden Dollar Gewinn einspielen lassen, dann sollten wir evtl. auch noch auf weitere Übernahmekandidaten achten.



Gruß
FloS  

Bewertung:

02.10.07 10:16 #2 Infos
Habt ihr evtl. weitere Informationen, die o.g. Info ergänzen, bzw. festigen.

Meine Quelle ist die Börse-Online Nr. 40.  

Bewertung:

13.01.09 20:12 #3 Britischer Konsumstreik...
13.01.09 20:13 #4 Löschung

Moderation
Zeitpunkt: 13.01.09 20:51
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar: Werbung

 

 
26.04.26 18:22 #5 GB00B019KW72 - J Sainsbury plc

J Sainsbury plc und die Aktie – Einschätzung zum 26.04.2026

J Sainsbury plc ist nach Tesco einer der großen britischen Lebensmittelhändler. Die Aktie ist in London unter SBRY notiert; die ISIN lautet GB00B019KW72, die WKN A0B6G0. Die letzte verfügbare Börsennotierung vor dem Stichtag Sonntag, 26.04.2026, ist der Schlusskurs vom Freitag, 24.04.2026: rund 344,5 Pence je Aktie. Da der 26.04.2026 ein Sonntag ist, gibt es für diesen Tag keinen regulären Londoner Börsenschlusskurs. (londonstockexchange.com)

Das Unternehmen ist kein reiner Supermarktbetreiber mehr, sondern ein breiter britischer Einzelhandelskonzern mit klarem Schwerpunkt auf Lebensmitteln. Zum Portfolio gehören Sainsbury’s Supermärkte, Sainsbury’s Convenience Stores, Online-Lebensmittelhandel, Argos für General Merchandise und Elektronik, Habitat für Wohnen, Tu für Bekleidung, Nectar als Loyalty- und Datenplattform, Nectar360 als Retail-Media-/Werbeplattform sowie Rest- und Partneraktivitäten aus dem früheren Finanzdienstleistungsgeschäft. Sainsbury’s nennt selbst rund 600 Supermärkte, mehr als 850 Convenience Stores, über 1.100 Argos-Abholpunkte, rund 24 Mio. aktive Nectar-Nutzer und etwa 140.000 Beschäftigte. (corporate.sainsburys.co.uk)

Strategisch ist Sainsbury’s derzeit deutlich auf „Food First“ beziehungsweise „Next Level Sainsbury’s“ ausgerichtet: mehr Fokus auf Lebensmittel, Preiswürdigkeit, Eigenmarken, Frische, bessere Nutzung der Flächen, Digitalisierung, Nectar-Daten und Kostenprogramme. Die Gesellschaft will bis März 2027 insgesamt 1 Mrd. GBP Kosteneinsparungen aus dem aktuellen Strategieprogramm erreichen; nach eigenen Angaben waren bis zu den jüngsten Ergebnissen rund 680 Mio. GBP davon bereits realisiert. (corporate.sainsburys.co.uk)

Operativ sieht das Bild gemischt, aber insgesamt solide aus. Für das Geschäftsjahr 2025/26 meldete Sainsbury’s Retail Sales ohne Mehrwertsteuer und ohne Fuel von 29,992 Mrd. GBP, einen Retail Underlying Operating Profit von 1,025 Mrd. GBP und Retail Free Cashflow von 574 Mio. GBP. Der Lebensmittelumsatz stieg um 5,2 %, Argos um 0,7 %, während Fuel wegen niedrigerer/geringerer Kraftstofferlöse um 8,2 % fiel. Der operative Einzelhandelsgewinn ging trotz Umsatzwachstums um 1,1 % zurück, vor allem wegen Kosteninflation, Preiswettbewerb und Investitionen in Preis, Service und Qualität. (corporate.sainsburys.co.uk)

Die Marge bleibt damit typisch für den Lebensmittelhandel niedrig. Aus den genannten Zahlen ergibt sich eine Retail-Underlying-Operating-Marge von nur rund 3,4 %. Das ist kein Makel, sondern Branchenrealität: Lebensmitteleinzelhandel ist ein Volumengeschäft mit sehr dünnen Margen, hoher operativer Hebelwirkung und starkem Preisdruck. Der Free Cashflow von 574 Mio. GBP entspricht rund 56 % des Retail Underlying Operating Profit; das ist ordentlich und für die Dividendenfähigkeit wichtiger als der reine Umsatzanstieg.

Positiv ist, dass Sainsbury’s im Kerngeschäft Marktanteile gewinnt. Kantar meldete für Dezember 2025 einen Marktanteil von 16,3 %, nach 16,0 % im Vorjahr; Reuters nannte zuletzt für Sainsbury’s einen Anteil von 15,6 % am britischen Lebensmittelmarkt. Der genaue Wert hängt vom Zeitraum und der Messmethode ab, aber die Richtung ist klar: Sainsbury’s hat im UK-Grocery-Markt wieder Momentum, während insbesondere Asda und Morrisons strukturell schwächer wirken und die Discounter weiter Druck machen. (kantar.com)

Argos bleibt der schwierigere Teil des Konzerns. Das Geschäft liefert Reichweite, Online-Kompetenz, Same-Day-/Click-&-Collect-Fähigkeiten und Cross-Selling in Sainsbury’s-Filialen. Gleichzeitig ist General Merchandise zyklischer als Lebensmittel, stärker von Konsumlaune, Elektronikzyklen und Aktionsdruck abhängig und margenseitig weniger berechenbar. Für 2025/26 wuchs Argos nur um 0,7 %, und Sainsbury’s selbst verweist auf ein weiterhin gedämpftes General-Merchandise-Umfeld. (corporate.sainsburys.co.uk)

Die Bilanz ist nicht frei von Lasten, aber beherrschbar. Hargreaves Lansdown bezifferte die Nettoverschuldung inklusive Leasingverbindlichkeiten nach den jüngsten Zahlen mit rund 5,7 Mrd. GBP, nach 5,8 Mrd. GBP zuvor. Das ist für einen filial- und immobilienlastigen Händler keine Kleinigkeit, aber der laufende Cashflow, die Defensive des Lebensmittelgeschäfts und der Rückzug aus dem kapitalintensiven Bankgeschäft verbessern die Struktur. (Hargreaves Lansdown)

Der Ausstieg aus dem klassischen Bankgeschäft ist aus Aktionärssicht sinnvoll. Sainsbury’s verkauft beziehungsweise überträgt Kernbankaktivitäten an NatWest und das Argos-Finanzierungsportfolio an NewDay; Ziel ist ein weniger kapitalintensives Partnermodell. Sainsbury’s hatte bereits angekündigt, aus dem Bankrückzug überschüssiges Kapital von mindestens 250 Mio. GBP zurückführen zu wollen. Im April 2026 wurde zudem eine neue Partnerschaft mit NatWest angekündigt, bei der Finanzprodukte mit Nectar-Vorteilen verknüpft werden sollen. (corporate.sainsburys.co.uk)

Die Dividende ist einer der Hauptgründe, warum die Aktie für Einkommensinvestoren interessant ist. Für 2025/26 wurde eine Gesamtdividende von 13,7 Pence je Aktie vorgeschlagen, nach 13,6 Pence im Vorjahr; zusätzlich gab es im Zuge der Banktransaktionen eine Sonderausschüttung von 11 Pence je Aktie und weitere Aktienrückkäufe. Bezogen auf den Kurs von 344,5 Pence ergibt die normale Jahresdividende von 13,7 Pence eine laufende Dividendenrendite von rund 4,0 %; die Sonderdividende darf man nicht als dauerhaft wiederkehrend behandeln. (investegate.co.uk)

Bei den Kurszielen ist das Bild nicht eindeutig. Yahoo Finance nennt für SBRY eine durchschnittliche 12-Monats-Zielschätzung von etwa 355,85 Pence, mit einer Spanne von 290 bis 395 Pence. TradingView nennt ähnliche Größenordnungen mit einem Durchschnitt um 356 Pence und einer Spanne von 310 bis 395 Pence. MarketBeat lag dagegen mit einem Konsens von 330 Pence niedriger. Daraus folgt: Der Analystenkonsens sieht aktuell kein riesiges Kurspotenzial; die Aktie ist nach dem Kursanstieg der letzten zwölf Monate eher fair bis leicht ambitioniert bewertet. (finance.yahoo.com)

Für 2026/27 ist der kurzfristige Ausblick vorsichtig. Sainsbury’s erwartet laut aktueller Berichterstattung einen Underlying Operating Profit von 975 Mio. bis 1,075 Mrd. GBP; Reuters schreibt, diese Spanne liege unter Markterwartungen von rund 1,1 Mrd. GBP und sei durch Unsicherheiten für Konsumverhalten und Kosten belastet. Hargreaves Lansdown nennt ebenfalls eine Guidance im Bereich von rund 1,0 bis 1,1 Mrd. GBP sowie mindestens 0,5 Mrd. GBP Retail Free Cashflow. (Reuters)

Meine Einschätzung: Sainsbury’s ist ein qualitativ ordentlicher, aber nicht überragender defensiver Konsumwert. Die Stärken liegen im großen UK-Lebensmittelgeschäft, der verbesserten Wettbewerbsposition, der starken Marke, Nectar, der Online-/Convenience-Präsenz und dem verlässlichen Cashflow. Die Schwächen liegen in niedrigen Margen, starkem Wettbewerb durch Tesco, Aldi, Lidl und M&S Food, hoher Kosteninflation, relativ hoher Leasing-/Debt-Struktur und der zyklischeren Argos-Komponente. Das Unternehmen ist solide, aber kein struktureller Hochwachstumswert.

Für die nächsten 5 Jahre sehe ich Sainsbury’s vor allem als Cashflow- und Dividendenwert. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen die Kosteneinsparungen wirklich in Margenstabilisierung übersetzen kann, ohne den Preisabstand zu Aldi/Lidl zu groß werden zu lassen. Gelingt das, sind moderate Umsatzsteigerungen, stabile bis leicht steigende Gewinne, Dividenden und weitere Rückkäufe realistisch. Scheitert es, frisst der Preiswettbewerb den operativen Fortschritt auf.

Für 10 bis 15 Jahre ist die Aktie weniger eine Wette auf starkes Wachstum als auf die dauerhafte Relevanz eines großen Lebensmittelhändlers in einem reifen, aber stabilen Markt. Der britische Lebensmitteleinzelhandel wird nicht verschwinden, aber er wird härter: mehr Eigenmarken, mehr Loyalty-Daten, mehr Retail Media, mehr Automatisierung, mehr Online-Picking, mehr Convenience und anhaltender Druck durch Discounter. Sainsbury’s hat dafür brauchbare Voraussetzungen, vor allem wegen Marke, Größe, Standorten, Nectar und Argos-Logistik. Ein echter Burggraben ist das aber nicht; Tesco bleibt stärker, und Aldi/Lidl bleiben strukturelle Preisdisziplinierer.

Bewertungsseitig wirkt Sainsbury’s am 26.04.2026 nicht teuer, aber auch nicht mehr klar billig. Die Dividendenrendite um 4 % ist attraktiv, der Cashflow ist solide, und die Rückkäufe helfen dem Ergebnis je Aktie. Gleichzeitig ist das erwartete Kurspotenzial laut Analystenkonsens begrenzt, und die Gewinn-Guidance für 2026/27 zeigt, dass Kosten- und Konsumdruck kurzfristig real sind. Für einkommensorientierte Anleger ist die Aktie vertretbar; für Anleger, die starkes Wachstum oder hohe Margen suchen, ist sie eher uninteressant.

Mein Fazit: J Sainsbury ist ein defensiver britischer Dividendenwert mit solider operativer Verbesserung, aber begrenztem strukturellem Wachstum. Die Aktie eignet sich eher für Geduld, Dividende und moderate Gesamtrendite als für dynamische Kursfantasie. Ein Kauf drängt sich nach dem jüngsten Kursniveau nicht zwingend auf; ein Halten ist fundamental gut begründbar, solange das Lebensmittelgeschäft Marktanteile gewinnt und der Free Cashflow stabil bleibt. Das Hauptrisiko ist nicht Insolvenz oder Geschäftsmodellbruch, sondern schleichende Margenerosion durch Wettbewerb, Löhne, Energiekosten, Lieferketten und schwache Konsumlaune.

Autor: ChatGPT

 
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